Barbacoa auf einen Blick

Ort: Barbacoa Family Entertainment Centre, Calle Timanfaya 2, neben dem CC Europa — oben am Berg in Puerto Rico (Mogán).

Geöffnet: täglich 8 bis 2 Uhr, Küche bis 23 Uhr, Take-away bis 3 Uhr.

Was es ist: Restaurant & Showbar, Cocktailbar mit Sonnenterrasse, Fun Pub, Sport-Terrasse, Kinderpark «Jungle Land», Snooker-Raum, Take-away — alles auf einem Gelände.

Shows: jeden Abend, freier Eintritt. Showbar ab 21 Uhr, Hauptact gegen 22 Uhr.

Preise: moderat — Cocktails ab rund 8 €, Espresso 1,50 €, Wasser 2 €.

Familie: Kinderpark Jungle Land gratis, Minigolf gleich nebenan, zwei Grossbildschirme für Fussball und Motorsport.

Anfahrt: oben am Berg, nicht an der Puerto-Rico-Promenade. Parkplätze und Busanbindung vorhanden, rollstuhl- und kinderwagengerecht.

Der Umweg an den Yachthafen

Ich gebe es gleich zu: Ich habe das Barbacoa beim ersten Anlauf nicht gefunden. Mein Navi schickte mich weg vom grossen Einkaufszentrum, immer ein Stück weiter, und ich war sicher, dass es mich in die Irre führt. Am Ende stand ich am Yachthafen von Puerto Rico. Falsch abgebogen — aber ehrlich gesagt kein schlechter Fehler. Der Hafen mit den Booten ist allein schon ein Blickfang, und wer dort landet, sollte ruhig kurz aussteigen und schauen.

Das Barbacoa liegt nämlich nicht unten an der Flaniermeile, nicht in der Mall, an der die meisten Urlauber durchschlendern. Es liegt oben, ein Stück den Berg hinauf, direkt neben dem Centro Comercial Europa. Man fährt hoch, und mit dem Navi ist es am Ende gut zu finden — man muss nur wissen, dass es eben oben ist und nicht unten. Wer mit Kinderwagen oder Rollstuhl kommt: Der ebenerdige Zugang liegt am Kreisel «Babalu», gegenüber dem Ärztezentrum von Puerto Rico.

Schon auf dem Weg zum Eingang merkt man, dass hier jemand mitdenkt. Eine grosse Anzeigetafel listet die Events des Tages mit Uhrzeiten auf. Fussball läuft, das war auf einen Blick klar. Und die Speisekarte hängt überdimensioniert draussen — in acht Sprachen, hinter Glas, in einem ordentlichen Rahmen. Keine schnöden, abgegriffenen Karten. Das hat Stil, und es heisst: Schau rein, bevor du dich entscheidest.

Das grosse grüne BARBACOA-Showbar-Schild über der roten Fassade, daneben eine Palme

Oben am Berg, neben dem CC Europa: das BARBACOA Family Entertainment Centre. Foto: CITA News.

Kein Restaurant — ein kleines Dorf

Drinnen habe ich mit einem der Manager gesprochen, und der hat es schön auf den Punkt gebracht. «Es ist ein Restaurant, ein Kinderpark, eine Cocktailbar, eine irische Bar, ein Touristenzentrum», sagte er. «Fast wie ein kleines Resort.» Der Schlüssel sei der Kinderpark, und zwar, weil alles zur selben Firma gehört. Die Familie kommt an, die Kinder spielen, die Eltern haben ein Restaurant, eine Cocktailbar, Live-Musik und eine Show — alles auf einem Gelände, alles aus einer Hand.

Genau so fühlt es sich an, wenn man durchgeht. Zwei grosse Areale für Kinder. Zwei Riesenbildschirme — auf dem einen Fussball, auf dem anderen Motorsport, beide Seiten gut besucht. Ein Stand, an dem man Ausflüge bucht: Boot, Segelboot, Bustouren. Daneben kleine Bazare mit Souvenirs und Eis, sogar ein Dönerstand. Und mittendrin die Showbar. Es ist ein bisschen wie eine eigene kleine Stadt, in der jeder selbst aussucht, worauf er Lust hat.

Den Empfang macht Anne. Sie lebt seit 25 Jahren auf der Insel, arbeitet seit sieben Jahren im Barbacoa, spricht Deutsch — und offensichtlich kennt sie halb Puerto Rico, so viele Leute grüssen sie im Vorbeigehen. Später schrieb mir auch noch José, einer der Manager. Er beschreibt sein Haus selbst am liebsten als «einen Ort, der jedem Geschmack etwas bietet»: morgens ein Frühstück mit Blick aufs Meer, mittags auf der Terrasse ein Fussballspiel oder die Formel 1, sonntags der Sunday Roast, während die Kinder im «Jungle Land» spielen — und abends dann Dinner und Show. Genau diese Abfolge habe ich an einem einzigen Samstag erlebt.

Das orange «Cocktail Lounge & Piano Bar»-Schild des Barbacoa mit Blick hinunter auf den Park
Eines von vielen Schildern auf dem Gelände — die Cocktail Lounge & Piano Bar mit Blick über den Park. Foto: CITA News.

Was auf den Tisch kommt

Die Karte ist breit aufgestellt und ehrlich gehalten. Frühstück, Sandwiches, Toast, Wraps, Omeletts, dazu die typischen Hauptgerichte, ein Kindermenü, vegane Optionen, kleine Speisen für den kleinen Hunger. Britisch, international, spanisch, alles gemischt — hier findet wirklich jeder etwas. Und die Preise? Völlig im Rahmen. Nicht überzogen, nicht verdächtig billig. Genau da, wo man sie haben will.

Der Raum selbst ist abends gedämmt, warm beleuchtet, mit kleinen Lämpchen auf den Tischen rund um die Bühne. Geht man durch bis zur Terrasse, hat man freien Blick auf den Atlantik. Mit dem Sonnenuntergang hat das einen ganz eigenen Reiz — die Art von Abendstimmung, für die man eigentlich gar keine Show mehr bräuchte. Wichtig zu wissen: Auf der Terrasse gilt eine etwas andere Karte als drinnen, weil draussen nicht derselbe Service möglich ist wie im Saal.

Zum Essen war ich an diesem Abend selbst zu spät dran — ich habe ein bisschen auf die Teller der Nachbartische geschielt, und das sah durchweg gut aus. Wofür ich aber Zeit hatte: ein Espresso an der Bar. 1,50 Euro, ein Wasser 2 Euro. Und ich sage es, wie es ist — selten habe ich einen so guten Espresso getrunken. So eine Kleinigkeit verrät oft mehr über ein Haus als die grosse Karte.

Tom Jones um zehn

Die Showbar ist das Herz des Abends, und sie hat jeden Tag Programm, Montag bis Sonntag. Es beginnt gegen 21 Uhr: Erst kommt ein Host, singt ein paar Lieder, macht den Saal warm. An diesem Samstag war das Kezza Belle, eine Sängerin mit einer richtig prägnanten Stimme und einem coolen Sound. Dann, gegen 22 Uhr, der Hauptact. Und ja — der Hauptact kommt bewusst spät, weil er sich lohnt.

An diesem Abend: Tom Jones. Genauer gesagt Chris Spencer als Tom-Jones-Tribute. Ich komme selbst aus der Musik, und ich schaue bei so etwas genauer hin als andere. Mein Urteil: Der Mann trifft die Töne, er ist verdammt nah am Original. Das ist kein Playback-Act aus der Kiste, das ist jemand, der sein Handwerk kann. Eine Stunde, anderthalb, mit Licht, mit Bühne — und danach schliesst der Abend mit Spielen wie «Open the Box». Mitmachen lohnt sich, wie es so schön heisst.

Und Tom Jones ist nur ein Abend von vielen. Das Showprogramm wechselt täglich und ist erstaunlich vielfältig: ABBA, Michael Jackson, eine Beatles-Tribute, Amy Winehouse, Michael Bublé, Elvis, dazu Country — was natürlich meine eigene Leidenschaft ist — und auch eine Drag- und Travestie-Show mit den «Glamour Girls». Für jeden Geschmack etwas. Welches Programm wann läuft, steht oben auf der Facebook- und Instagram-Seite des Barbacoa; am besten kurz vorher nachschauen.

Cocktails, Live-Musik und ein Wiedersehen

Vor der grossen Show war ich noch ein bisschen unterwegs auf dem Gelände, und auch hier zieht sich der gleiche rote Faden durch: alles sichtbar, alles ehrlich. An der Cocktail Lounge hängen die Preise gut sichtbar hinter Glas. Tequila Sunrise 8 Euro, Margarita 9 Euro — absolut bezahlbar. Auf der anderen Seite legt ein DJ auf, bis spät.

Ein Stück weiter liegt die Temple Bar mit Live-Musik, jeden Tag. Und dort traf ich bekannte Gesichter: Dave und Dale, die auch in San Agustín und bei Playa del Inglés spielen. Aus einer ganz spontanen Situation heraus haben wir zusammen ein Lied gesungen — einfach so, mitten im Abend. Das war herrlich, völlig überraschend, und es hat mich an meine eigene Musikerleidenschaft erinnert. Solche Momente plant man nicht, die passieren an so einem Ort einfach.

Und ich habe noch einen Grund gefunden, wiederzukommen: Hier tritt auch Gary Litko auf, ein Countrymusiker, der sonst vor allem im Süden der Insel gastiert und den ich seit Jahren kenne. Er hatte mal erzählt, er sei jetzt in Puerto Rico. Jetzt weiss ich auch, wo.

Plakat im roten Rahmen: Chris Spencer als «The Voice of Tom Jones» im Barbacoa
Der Samstagabend gehört Tom Jones — Chris Spencer als Tribute. Foto: CITA News.

Für wen sich der Abend lohnt

Bevor man losschwärmt, die nüchternen Punkte. Das Barbacoa liegt oben am Berg, nicht an der Strandpromenade — man stolpert nicht zufällig hinein, man fährt bewusst hin. Mit dem Auto klappt das gut, Parkplätze gibt es rundherum genug, und auch die Busanbindung ist klasse, einen Busbahnhof habe ich unterwegs gesehen. Das Haus ist barrierefrei: Rollstuhl, Kinderwagen — alles kein Problem.

Eine ehrliche Sache noch: Das Publikum ist hier eher englisch- und nordeuropäisch geprägt. Im Sommer kommen viele Briten, im Winter Skandinavier, Niederländer, Dänen; deutsche Gäste sind nach Auskunft des Hauses bisher selten. Für die Shows ist das kaum ein Hindernis — Tribute-Konzerte leben von der Musik, und die versteht jeder. Aber wer Wert auf deutschsprachige Moderation legt, sollte wissen, dass der Abend international, vor allem englisch läuft. Online finde ich das Bild bestätigt: Das Barbacoa trägt einen «Travellers' Choice»-Award, gelobt werden vor allem die Unterhaltung, das Frühstück und das Preis-Leistungs-Verhältnis; einzelne Gäste finden die eine oder andere Ecke etwas in die Jahre gekommen. Mein Eindruck an diesem Samstag war ein durchweg positiver: freundliches Personal in einheitlichen schwarzen Barbacoa-Shirts, aufmerksamer Service, moderate Preise.

Am stärksten ist das Barbacoa für Familien. Die Kinder sind im «Jungle Land» versorgt — Eintritt frei —, gleich nebenan gibt es einen sauber gepflegten Minigolfplatz, den mir ein Urlaubspärchen ausdrücklich gelobt hat. Der Papa schaut Fussball, die Mama trinkt einen Cocktail an der Musikbar, abends sitzt man gemeinsam vor der Show. Ich habe an diesem Abend viele lachende Gesichter gesehen und kein einziges quengelndes Kind.

Mein Fazit: Wer denkt, er trinkt im Barbacoa nur schnell einen Kaffee oder isst kurz eine Kleinigkeit, der sollte besser den ganzen Abend einplanen — denn genau das wird daraus. Es blitzen überall Lichter, von irgendwoher kommt immer Musik, ein bisschen wie ein kleines Las Vegas oben am Berg. Ein eigenes kleines Dorf, in dem die ganze Familie beschäftigt ist und keiner mehr weg will. Mich hat es begeistert — und wenn das nächste Mal Besuch kommt, weiss ich schon, wo wir einen ganzen Tag verbringen.

Häufige Fragen

Wo genau ist das Barbacoa?
Oben am Berg in Puerto Rico (Mogán), Calle Timanfaya 2, direkt neben dem Centro Comercial Europa — nicht unten an der Promenade. Ebenerdiger und rollstuhlgerechter Zugang am Kreisel «Babalu», gegenüber dem Ärztezentrum.
Was kostet der Eintritt zur Show?
Nichts. Die Abendshows haben freien Eintritt, ebenso der Kinderpark «Jungle Land». Bezahlt wird, was man isst und trinkt — und die Preise sind moderat.
Wann beginnt die Show?
Die Showbar startet gegen 21 Uhr mit einem Host, der den Saal aufwärmt. Der Hauptact kommt gegen 22 Uhr. Gespielt wird jeden Abend, Montag bis Sonntag.
Welche Shows laufen?
Das Programm wechselt täglich — Tribute-Acts von ABBA über Michael Jackson, Beatles, Amy Winehouse, Michael Bublé und Elvis bis Tom Jones, dazu Country und eine Drag-Show. Den aktuellen Wochenplan findet man auf der Facebook- und Instagram-Seite «Barbacoa Gran Canaria».
Ist das Barbacoa für Familien geeignet?
Ja, ausgesprochen. Kinderpark, Minigolf, Grossbildschirme für Fussball und Motorsport, ein Kindermenü und ein Tagesprogramm von morgens bis spät — die ganze Familie ist versorgt.
Auf welcher Sprache läuft der Abend?
Vor allem englisch und international. Deutsche Gäste sind bislang selten. Die Musik-Shows funktionieren für jeden, deutschsprachige Moderation gibt es aber nicht.
Wie komme ich hin?
Mit dem Auto am einfachsten — Parkplätze gibt es rund um das CC Europa genug. Es gibt auch eine gute Busanbindung. Geöffnet ist täglich von 8 bis 2 Uhr.