Sonnenstunden: Über 3.000 pro Jahr — mehr als jede andere Region in der EU
Tageslicht: Bis zu 4.800 Stunden Tageslicht jährlich in den Touristikgebieten
UV-Index Sommer: Bis zu 11 (EXTREM) von Juni bis September
UV-Index Winter: 4–6 (Moderat bis Hoch) — Schutz das ganze Jahr nötig
Quelle: AEMET — Agencia Estatal de Meteorología
Die Rekordlage
Die Kanarischen Inseln sind nicht nur der sonnigste Fleck der Europäischen Union — sie sind auch derjenige mit der intensivsten UV-Strahlung. Laut der AEMET (Agencia Estatal de Meteorología) (AEMET), dem spanischen Wetterdienst, weisen die Kanaren die höchsten ganzjährigen UV-Strahlungswerte in Spanien auf — und damit in der gesamten EU. Das ist kein Urlaubsprospekt-Versprechen, sondern messtechnisch belegte Realität.
Die Touristikgebiete der Inseln — darunter Maspalomas, Playa del Inglés und Las Palmas auf Gran Canaria — kommen auf bis zu 4.800 Stunden Tageslicht pro Jahr. Die tatsächlichen Sonnenscheinstunden übersteigen 3.000 pro Jahr. Gran Canaria allein verzeichnet rund 316 Sonnentage jährlich. Zum Vergleich: Berlin kommt auf knapp 1.700 Sonnenstunden, Madrid auf etwa 2.700.
Diese Zahlen haben Konsequenzen — nicht nur für den Strandurlaub, sondern für den Alltag von Expats, digitalen Nomaden und Ganzjahresbewohnern der Inseln.
Die Zahlen: UV-Index nach Monat
Der UV-Index ist eine internationale Skala, die die Intensität der UV-Strahlung auf der Erdoberfläche beschreibt. Ab Stufe 3 wird Sonnenschutz empfohlen, ab Stufe 8 gilt die Strahlung als „sehr hoch", ab 11 als „extrem".
| Monat | UV-Index (Kanaren) | Kategorie | UV-Index (Berlin, Vgl.) |
|---|---|---|---|
| Januar | 4 | Moderat | 1 |
| Februar | 5 | Moderat | 2 |
| März | 7 | Hoch | 3 |
| April | 8 | Sehr hoch | 4 |
| Mai | 9 | Sehr hoch | 5 |
| Juni | 11 | Extrem | 6 |
| Juli | 11 | Extrem | 6 |
| August | 10 | Extrem | 5 |
| September | 9 | Sehr hoch | 4 |
| Oktober | 7 | Hoch | 2 |
| November | 5 | Moderat | 1 |
| Dezember | 4 | Moderat | 1 |
Selbst im Dezember und Januar — wenn Touristen aus dem Norden Europas ankommen, um dem Winter zu entfliehen — liegt der UV-Index bei 4. Das entspricht einem Frühlingstag in Mitteleuropa. Wer das nicht gewohnt ist, unterschätzt die Strahlung leicht. Die AEMET veröffentlicht wöchentlich UV-Risikokarten für den gesamten Archipel.
Warum so viel Sonne?
Die Antwort liegt in der Geografie. Die Kanarischen Inseln liegen auf etwa 28 Grad nördlicher Breite — das ist subtropisch, ähnlich wie die Sahara oder Florida. Der Abstand zum Äquator ist deutlich geringer als in irgendeinem anderen Teil der EU (Madeira und die Azoren nicht mitgerechnet, da sie nicht zur EU gehören).
Hinzu kommt das Hochdrucksystem über den Azoren — der sogenannte Azorenhoch —, das über weite Teile des Jahres verhindert, dass Regenfronten die Inseln erreichen. Die Passatwinde (Alisios) bringen zwar manchmal flache Wolken über den Atlantik, diese bleiben jedoch meist auf der Nordseite der Inseln hängen. Im Süden — also genau dort, wo sich die großen Touristikzonen befinden: Maspalomas, Playa del Inglés, Jandia auf Fuerteventura — scheint die Sonne fast täglich.
Das Ergebnis: minimale Bewölkung, hohe Sonneneinstrahlung, geringe Luftfeuchtigkeit und eine subtropische Breite ergeben zusammen die intensivste UV-Belastung in der gesamten EU.
Gesundheit: Was AEMET und das Gesundheitsministerium warnen
Im Februar 2026 hat das Gesundheitsministerium der Kanarischen Inseln (Gobierno de Canarias — Sanidad (Gobierno de Canarias)) einen ungewöhnlichen Schritt unternommen: Es veröffentlichte eine Warnung vor erhöhten UV-Werten mitten im Winter. Nicht im August, nicht im Juni — im Februar. Die Botschaft war klar: Auf den Kanaren ist UV-Schutz keine Frage der Jahreszeit.
Hautkrebs ist das häufigste Krebstyp weltweit, und übermäßige UV-Exposition ist der wichtigste Risikofaktor. Die Kanaren-Gesundheitsbehörde betont, dass UV-Strahlen selbst an bewölkten Tagen die Erdoberfläche erreichen — bis zu 80 Prozent der UV-Strahlung passieren eine dünne Wolkendecke problemlos. Das bedeutet: Wer glaubt, bei bedecktem Himmel keinen Sonnenbrand zu bekommen, liegt falsch.
Besonders gefährdet sind Neuzugezogene und Touristen aus nördlicheren Ländern, deren Haut eine geringere natürliche Anpassung an intensive Sonneneinstrahlung besitzt. Aber auch Langzeitresidenten unterschätzen die Kumulativwirkung: Die Summe der UV-Exposition über Jahre hinweg erhöht das Hautkrebsrisiko erheblich — unabhängig davon, ob man einzelne Sonnenbrände erlitten hat.
UV-Warnung Februar 2026: Das kanarische Gesundheitsministerium warnte vor ungewöhnlich hohen UV-Werten im Winter.
Bewölkung kein Schutz: Bis zu 80 % der UV-Strahlung dringen durch dünne Wolkendecken.
Krebsrisiko: UV-Strahlung ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für Hautkrebs.
Quellen: Gobierno de Canarias — Sanidad (Gobierno de Canarias) · AEMET
Schutz: Was Einwohner und Besucher wissen sollten
Die Empfehlungen von AEMET und dem kanarischen Gesundheitsministerium sind eindeutig:
Sonnencreme: Mindestens LSF 30, besser LSF 50+. Auftragen etwa 20 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien und alle zwei Stunden wiederholen — nach dem Schwimmen sofort neu auftragen. Dies gilt das ganze Jahr über, nicht nur im Sommer.
Mittagssonne meiden: Zwischen 12:00 und 16:00 Uhr ist die UV-Strahlung am intensivsten. In diesen Stunden sollte direkter Aufenthalt in der Sonne auf ein Minimum reduziert werden — oder man sucht den Schatten auf.
Sonnenbrille: Eine Sonnenbrille mit UV-400-Schutz ist auf den Kanaren kein Luxus, sondern Pflicht. Intensive UV-Strahlung kann die Augenlinse langfristig schädigen und das Risiko für den Grauen Star erhöhen.
Kleidung: Helle, langärmlige Kleidung und ein Hut mit breiter Krempe bieten zusätzlichen Schutz, besonders bei längeren Aufenthalten im Freien.
Für Einwohner, die täglich draußen arbeiten oder Sport treiben — seien es Surfer in Las Palmas, Radfahrer auf Gran Canaria oder Bauarbeiter in Maspalomas — ist konsequenter UV-Schutz keine Option, sondern Notwendigkeit. Die aktuelle UV-Belastung lässt sich täglich auf der UV-Index und Strandqualität Gran Canaria-Seite von CITA News verfolgen.
Klimawandel: Der Trend verstärkt sich
Die ohnehin intensive Sonneneinstrahlung wird durch den Klimawandel weiter verschärft. Das Jahr 2024 war auf den Kanarischen Inseln das trockenste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1961 — und gleichzeitig das zweitwärmste. Weniger Wolken, weniger Niederschlag, mehr Sonne: Das ist der Trend, den Klimaforscher für die Region projizieren.
Mehr Sonnenschein bedeutet mehr UV-Exposition. In Kombination mit einer alternden Expat-Bevölkerung, die oft viele Jahre auf den Inseln verbringt, steigt das kumulative Hautkrebsrisiko. Dermatologen auf Gran Canaria und Teneriffa berichten von einem wachsenden Anteil von Patienten mit aktinischen Keratosen — Vorläuferläsionen, die durch langjährige UV-Schäden entstehen.
Für Ganzjahresbewohner ist die Botschaft klar: UV-Schutz ist auf den Kanaren keine Sommer-Angelegenheit. Es ist eine 365-Tage-Realität — eine, die mit dem Klimawandel weiter an Bedeutung gewinnt.
Das aktuelle Wetter und den aktuellen UV-Index für Gran Canaria finden Sie täglich auf unserer Seite Aktuelles Wetter Gran Canaria.