Was passiert: CESM Canarias hat der Consejería de Sanidad ein 7-Tage-Ultimatum gestellt
Frist: Ab 6. April 2026 — Antwort muss innerhalb einer Woche kommen
Nationaler Streik: 27.–30. April 2026 (4. Runde der Monatsstreiks seit Februar)
Regionale Erweiterung: SEMCA hat bereits auf 27.+28. April erweitert
Betroffen: 6.000 Ärzte auf den Kanarischen Inseln
Letzter Streik: 16.000 Konsultationen abgesagt, 345 OPs verschoben
Am 6. April traf sich die Ärztegewerkschaft CESM Canarias mit dem Direktor des Servicio Canario de Salud (SCS), Adasat Goya. Es gab Fortschritte bei zwei Kernthemen: der Stärkung der Atención Primaria — also der hausärztlichen Grundversorgung — und bei offenen Vergütungsfragen. Doch für die Gewerkschaft reichte das nicht.
CESM setzte ein klares Ultimatum: Die Consejería de Sanidad hat sieben Tage Zeit, um konkrete Antworten auf die offenen Forderungen zu liefern. Bleibt die Antwort aus oder fällt sie unbefriedigend aus, wird ein regionaler Ärztestreik ausgerufen — zusätzlich zum ohnehin geplanten nationalen Streik.
Nationaler Ärztestreik: Vierte Runde seit Februar
Der nationale Ärztestreik vom 27. bis 30. April ist die vierte Runde einer Streikwelle, die im Februar 2026 begann. Jeden Monat legen Ärzte in ganz Spanien für mehrere Tage die Arbeit nieder. Die Gewerkschaft SEMCA — eine weitere Ärztegewerkschaft auf den Kanaren — hat den regionalen Streik bereits auf zwei Tage ausgedehnt: den 27. und 28. April.
Wenn CESM Canarias zusätzlich einen regionalen Streik ausruft, könnten die Kanarischen Inseln im April härter getroffen werden als der Rest Spaniens. Beim letzten Streik wurden auf den Inseln 16.000 Konsultationen abgesagt und 345 Operationen verschoben (RTVC). Notdienste blieben zwar besetzt, aber planbare Eingriffe und reguläre Arzttermine fielen flach.
12 regionale Forderungen — keine Antwort von der Consejera
Die kanarischen Ärzte haben zwölf konkrete Forderungen an die Regionalregierung formuliert. Darunter: ein eigenes Ärztestatut (Estatuto propio) für die Kanaren, die Angleichung der Carrera profesional an das Festland-Niveau, offene Versetzungsverfahren (Traslado abierto) zwischen den Inseln, und eine bessere Vergütung für Bereitschaftsdienste (Guardias).
Besonders brisant: Consejera Esther Monzón hat sich bisher kein einziges Mal mit dem Streikkomitee getroffen (Canarias7). Für die Ärzte ein klares Signal mangelnder Wertschätzung. Die Verhandlungen liefen bisher ausschließlich über den SCS-Direktor — nicht über die politisch Verantwortliche.
Was das für Patienten bedeutet
Wenn es Ende April zum Doppelstreik kommt — national plus regional — müssen Patienten auf den Kanaren mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Planbare OPs werden verschoben, Facharzttermine abgesagt, Hausarztpraxen sind nur im Notbetrieb besetzt. Notaufnahmen und Rettungsdienste bleiben aktiv, aber die Wartezeiten steigen deutlich.
Wer im April einen planbaren Arzttermin auf den Kanaren hat, sollte sich vorab beim jeweiligen Gesundheitszentrum erkundigen, ob der Termin stattfindet. Die 012 (kanarische Info-Hotline) und die Webseite des SCS informieren über Ausfälle.
Wichtige Termine:
Bis ca. 13. April: Frist des CESM-Ultimatums läuft ab
27.–28. April: SEMCA-Streik auf den Kanaren (bestätigt)
27.–30. April: Nationaler Ärztestreik in ganz Spanien
Notruf: 112 · Info-Hotline Kanaren: 012