Was passiert ist: Ein Tourist wurde beinahe von einem Bufadero in die Cueva del Tancón gesogen — eine gesperrte Meereshöhle auf Tenerife

Ort: Cueva del Tancón, Santiago del Teide, Tenerife

Status: Seit 2023 offiziell gesperrt, Schilder und Absperrungen vorhanden

Bilanz: Mindestens 6 Tote in den letzten Jahren, zuletzt 2 Ertrunkene 2021

Strafe: 300 bis 3.000 Euro für illegales Baden

Das Video ging auf TikTok viral und zeigt Sekunden die über Leben und Tod entscheiden: Ein Mann wird in einem Bufadero auf Tenerife von der Sogwirkung des Meeres erfasst und beinahe in eine Unterwasserhöhle gezogen. Zwei Begleiter rennen über die Felsen und ziehen ihn in letzter Sekunde heraus, während die Wellen weiter gegen den Eingang der Höhle krachen.

Der Ort: die Cueva del Tancón in Santiago del Teide, im Südwesten Teneriffas. Internationale Medien haben sie "Cave of Doom" getauft — die Todeshöhle. Es ist eine der gefährlichsten Stellen der Kanarischen Inseln, und sie ist gesperrt. Seit Jahren. Trotzdem kommen sie immer wieder — Touristen, Influencer, Abenteurer, angelockt von den türkisfarbenen Wasser und den Instagram-Fotos.

Was ein Bufadero ist — und warum er tötet

Ein Bufadero ist keine Höhle im klassischen Sinn. Es ist eine vulkanische Formation, die durch die Erosion des Ozeans entstanden ist: eine Höhle mit einer Öffnung im Dach, durch die Luft und Wasser unter enormem Druck ein- und ausströmen. Wenn die Flut kommt oder eine stärkere Welle eintrifft, füllt sich die Höhle schlagartig mit Wasser. Alles was drin ist — Mensch, Tier, Ausrüstung — wird gegen die scharfkantigen Vulkanwände geschleudert, unter Wasser gedrückt, und in die Tunnelsysteme unter der Höhle gesogen.

Das Heimtückische: Bei Ebbe sieht der Tancón paradiesisch aus. Türkises Wasser, Lichtspiele durch die Deckenöffnung, absolute Ruhe. Aber diese Ruhe kann sich in Sekunden in eine Waschmaschine verwandeln. Rettungskräfte haben kaum eine Chance, Verunglückte rechtzeitig zu erreichen — die Zugänge sind eng, die Felsen messerscharf, die Strömungen unberechenbar.

Mindestens 6 Tote — und trotzdem kommen sie

In den letzten Jahren sind mindestens sechs Menschen im Tancón ertrunken. 2021 starben eine 33-jährige Schweizerin und ein 27-jähriger Italiener am selben Tag. Keiner von beiden kannte die Höhle gut. Die Schweizerin war gerade erst für den Urlaub nach Tenerife gekommen. Drei der sechs Todesopfer waren durch Social-Media-Posts auf den Ort aufmerksam geworden.

Es gibt Warnschilder. Es gibt Absperrungen. Es gibt Bußgelder zwischen 300 und 3.000 Euro. Und trotzdem: Fast jeden Sommer tauchen neue Videos auf von Menschen, die die Sperren ignorieren, ins Wasser springen, und es als Mutprobe oder Content für ihre Kanäle inszenieren.

Ertrinken: Die häufigste Unfall-Todesursache der Kanaren

Der Vorfall am Tancón ist kein Einzelfall. Auf den Kanarischen Inseln ist Ertrinken die häufigste Ursache für Unfalltode — mehr als doppelt so viele wie im Straßenverkehr. 2022 starben 74 Menschen an kanarischen Küsten, 2021 waren es 64, 2020 immer noch 43. Viele davon waren Touristen die Warnschilder ignoriert, gesperrte Badezonen betreten, oder die Kraft des Atlantiks unterschätzt haben.

Im Februar 2026 sorgte ein weiteres Video für Entsetzen: Touristen auf Tenerife wurden von einer über neun Meter hohen Welle erfasst, als sie trotz Warnungen zu nah an den Klippen standen.

Warnung für Touristen:

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Notruf: 112 (funktioniert auf allen Inseln, auch mit ausländischer SIM)