Der Auslöser
Vor fünf Wochen haben wir angefangen, über die besorgniserregenden Zustände in der Führung des Centro Comercial Cita in Playa del Inglés zu schreiben. Gesperrte Konten, verschwundene Computer, 1,9 Millionen Euro Schulden, ein Administrator der seit 15 Jahren nichts ins Handelsregister eingetragen hat. Geschichten, die niemand erzählen wollte — und die jeder Eigentümer im Süden von Gran Canaria kennt.
Das war der Auslöser. Aber es blieb nicht dabei.
142 Artikel. Vier Sprachen. Fünf Wochen.
Was als investigative Serie über ein Einkaufszentrum begann, hat sich in fünf Wochen zu einem vollständigen Nachrichtenportal ausgedehnt. Stand heute: 142 Artikel auf Deutsch, rund 145 auf Englisch, 144 auf Spanisch, 122 auf Italienisch. Über 550 Artikel in vier Sprachen.
Die Bandbreite: Am Morgen ein Bericht über die Stromkrise auf Gran Canaria und das schwimmende Kraftwerk im Hafen. Am Mittag ein Expat-Guide für die NIE-Nummer. Am Abend die Analyse, warum Ausländer weniger Immobilien kaufen aber die Preise trotzdem steigen. Und dazwischen: Borrasca Therese mit 10 Millionen Euro Schäden, die russische Geisterflotte vor der Küste, die Iran-Krise und ihre Folgen für die Kanaren, Karneval in Maspalomas, Erdbeben unter dem Teide, ein 84-jähriger Tourist ermordet über eine Dating-App.
Dazu die CC Cita-Investigativserie: zehn Artikel über Governance-Versagen, Eigentümerrechte, Schuldenanalyse und die Junta am 18. April. Das Einkaufszentrum, das uns den Namen gab.
Die Weltkarte
Heute, Montagmorgen, 12:11 Uhr: 51 aktive Nutzer gleichzeitig auf der Seite. 9 davon in den letzten fünf Minuten. Zwischen 40 und 50 Aufrufe alle 30 Minuten während der Tageszeiten — das sind über tausend Seitenaufrufe am Tag, Tendenz steigend.
Aber die Zahl ist nicht die Geschichte. Die Geschichte ist die Weltkarte in Google Analytics.
Europa ist der Schwerpunkt — Spanien, Deutschland, Grossbritannien, Skandinavien, Italien. Das war zu erwarten. Aber dann: Japan. Thailand. Bangladesch. Mehrere afrikanische Länder. Nord- und Südamerika. Australien.
Ein Nachrichtenportal, das von den Kanarischen Inseln aus schreibt, wird auf fünf Kontinenten gelesen. Nach fünf Wochen. Das widerlegt nebenbei die These, dass konventionelle Nachrichtenmedien tot seien. Sie sind nicht tot. Man muss nur etwas schreiben, das die Leute tatsächlich lesen wollen.
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Warum wir CITA News heissen
Das Centro Comercial Cita war einmal das Zentrum von Playa del Inglés. Wer in den Achtzigern und Neunzigern im Süden von Gran Canaria Urlaub machte, kam am CC Cita nicht vorbei. Geschäfte, Bars, Restaurants, Leben.
Heute gehört es zu den obsoleten Einkaufszentren im touristischen Süden. Die Besucherzahlen nehmen ab. Die Umsätze der Läden gehen zurück. Der Leerstand nimmt zu. Die Mietpreise für Ladenlokale liegen bei einem Bruchteil dessen, was im CC Yumbo verlangt wird. Von den 26 Einkaufszentren dieser Art im Süden sind 8 bereits als obsolet eingestuft — das CC Cita gehört dazu.
Wir haben unser Nachrichtenportal trotzdem nach dem CC Cita benannt. Nicht aus Nostalgie. Sondern weil wir an einen Neuaufbruch glauben. Modernität soll Einzug halten — in das Zentrum, in die Gemeinschaft und in die Art, wie über die Kanarischen Inseln berichtet wird. CITA News ist ein Zeuge dieser Bewegung. Vielleicht auch ein Motor.
Wie wir arbeiten
550 Artikel in vier Sprachen in fünf Wochen — das geht nicht alleine. Sechs Menschen arbeiten an CITA News. Und es geht nicht ohne Nächte, in denen der Laptop um drei Uhr morgens noch leuchtet, weil eine Geschichte nicht warten kann.
Dazu nutzen wir die modernsten technischen Möglichkeiten, ohne Scheu. KI-gestützte Produktion, KI-unterstütztes SEO, automatisierte Workflows, datengetriebene Recherche. Jeder Artikel erscheint am selben Tag in Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch.
Dass wir nach fünf Wochen auf fünf Kontinenten gelesen werden, ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis von KI-gestützter Suchmaschinenoptimierung, die dafür sorgt, dass unsere Artikel dort auftauchen, wo Menschen nach genau diesen Themen suchen — egal ob in Las Palmas, London oder Tokio.
Das ist kein Ersatz für Journalismus. Das ist ein Team aus sechs Menschen mit Werkzeugen, die es vor zwei Jahren nicht gab. Die Recherche ist menschlich. Die Analyse ist menschlich. Die Entscheidung, welche Geschichte erzählt wird, ist menschlich. Die Verantwortung für jeden Satz ist menschlich. Die Technik macht es möglich, das Ergebnis in einer Geschwindigkeit und Reichweite zu liefern, die sonst nur grosse Redaktionen schaffen.
Und das ist vielleicht die grösste Lektion aus diesen fünf Wochen: Wer KI nicht bedienen kann und nicht benutzt, wird innert weniger Jahre zu den neuen Analphabeten gehören. Die Technologie ist da. Sie wartet nicht.
Die andere Seite
Es ist nicht alles Weltkarte und Analytics.
Seit wir angefangen haben, Fragen zu stellen, sind die Zeiten rauher geworden. Wir führen mittlerweile beinahe täglich Gespräche mit unseren Anwälten. Drohungen und mögliche Anzeigen schweben über unseren Köpfen. Nicht weil wir etwas Schlimmes getan hätten — sondern weil wir es wagen, über Dinge zu berichten, die man bis anhin lieber im Dunkeln gelassen hat.
Das Muster ist bekannt: Die Ausländer im Süden sollen Geld ausgeben, ihre Lokale betreiben, Touristen bedienen, feiern gehen. Aber sich einmischen? Fragen stellen? Öffentlich nachhaken, wo Geld geblieben ist und wer Entscheidungen getroffen hat? Das war nicht vorgesehen.
CITA News macht da nicht mit.
Alles, was wir publizieren, ist recherchiert, belegbar und mit Quellen versehen. Wir nennen Gesetzesartikel, Gerichtsurteile und Registerdaten. Wer damit ein Problem hat, hat kein Problem mit uns — sondern mit Transparenz.
Wie es weitergeht
Wir glauben daran, stark zu wachsen. Die Leserzahlen der ersten fünf Wochen zeigen, dass es einen Bedarf gibt — nicht nur in Maspalomas, nicht nur auf Gran Canaria, sondern überall dort, wo Menschen mit den Kanarischen Inseln verbunden sind.
Am 18. April findet die Eigentümerversammlung im CC Cita statt. Wir werden berichten. Danach geht es weiter: Wohnungskrise, Hafenpolitik, Energiewende, Tourismus, Kriminalität, Expat-Leben. Alles, was die Menschen auf den Inseln betrifft. In vier Sprachen. Jeden Tag.
Fünf Wochen alt. 550 Artikel. 51 Leser gleichzeitig an einem Montagmorgen. Pulsierende Punkte auf fünf Kontinenten. Und ein paar Leute, die nervös werden, weil jemand Fragen stellt.
Das ist erst der Anfang.