Wohnungspreise Las Palmas — Stand April 2026
- Durchschnitt: 2.756 €/m², Allzeithoch der idealista-Serie; +13 % im Jahr
- Im Verhältnis: knapp über dem spanischen Schnitt (2.748 €/m²)
- Teuerster Bezirk: Puerto-Canteras, rund 3.900 €/m²
- Günstigster: Cono Sur, 1.513 €/m²
- Einordnung: Kanaren sind eine der einkommensschwächsten Regionen Spaniens; Datenbasis ist der idealista-Angebotsindex, nicht Notarverträge
Wer als deutscher Frührentner oder als junge kanarische Familie in Las Palmas de Gran Canaria eine Wohnung sucht, stösst seit diesem Frühjahr auf eine Zahl, die nachdenklich macht: Der Quadratmeter kostet in der Hauptstadt im April 2026 erstmals mehr als im spanischen Durchschnitt — und das in einer Region, in der die Einkommen weit unter dem Landesmittel liegen. Die Lücke zwischen dem, was Wohnen kostet, und dem, was die Menschen verdienen, ist selten so deutlich gewesen.
Konkret: 2.756 € pro Quadratmeter, der höchste Wert, seit das Portal idealista für die Stadt Daten führt. Das sind 2,9 Prozent mehr als im Vormonat und 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zum Vergleich: Der spanische Durchschnitt lag im selben Monat bei 2.748 €. Las Palmas hat ihn also überholt — wenn auch knapp.
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Wo es teuer ist und wo (noch) bezahlbar
Der Schnitt verdeckt grosse Unterschiede zwischen den Vierteln. Am teuersten ist Puerto-Canteras nahe dem Stadtstrand mit rund 3.900 € pro Quadratmeter, gefolgt vom Centro mit 3.055 €. Am anderen Ende liegen die Carretera del Centro im Cono Sur mit 1.513 € und Tamaraceite-San Lorenzo mit 1.672 € — beide noch weit unter dem Mittel.
Auffällig ist die Dynamik: Ciudad Alta legte im Jahresvergleich um 19,4 Prozent zu, Tafira um 17,4 Prozent. Das einzige grosse Viertel mit einem Minus ist ausgerechnet das historische Vegueta-Triana mit −0,8 Prozent. Wer heute kauft, zahlt also vor allem dort mehr, wo bislang die Reserven lagen — die günstigeren Lagen holen am schnellsten auf.
Eine der ärmsten Regionen — und trotzdem teures Wohnen
Der eigentliche Bruch zeigt sich erst im Vergleich mit den Einkommen. Die Kanaren sind nach Daten des Statistikamts INE die drittschwächste Region Spaniens bei der Pro-Kopf-Einkommensleistung; sie liegt über 20 Prozentpunkte unter dem Landesschnitt, und das Armutsrisiko erreicht rund ein Viertel der Bevölkerung. Der Tourismus boomt mit drei Rekordjahren in Folge, doch der Wohlstand kommt bei den Residenten nicht an — auch, weil die Bevölkerung stark wächst und den Pro-Kopf-Wert drückt (Canarias Ahora).
Genau hier liegt das Problem für Einheimische: In Madrid oder Barcelona sind hohe Quadratmeterpreise nichts Neues, dort steigen aber auch die Löhne mit. Auf den Kanaren tun sie das nicht im gleichen Tempo. Für viele junge Familien rückt der Kauf — und zunehmend auch die Miete — in der Hauptstadt damit ausser Reichweite.
Warum Fachleute zur Vorsicht raten
Auch für Käufer und Investoren ist die Lage nicht ohne Risiko. Die Banco de España hat in ihrem jüngsten Stabilitätsbericht für Teile der Kanaren eine Überbewertung von mehr als 20 Prozent gegenüber den Fundamentaldaten aus Einkommen und Beschäftigung festgestellt. Zum Vergleich wird der Boom von 2007 herangezogen, als der Quadratmeter inflationsbereinigt 2.450 € erreichte — und danach um 45 Prozent einbrach. Das Niveau von damals ist noch nicht der Alarmpunkt, aber das Tempo des Anstiegs mahnt zur Zurückhaltung (merca2).
Wichtig zur Einordnung: Die 2.756 € sind ein Portal-Index aus Angebotspreisen, kein Notarwert — der tatsächliche Kaufpreis kann darunter liegen. Wer in Las Palmas sucht, sollte den Blick auf Umlandgemeinden mit kürzerer Pendeldistanz richten, regionale Mietbeihilfen prüfen (für 2026 noch nicht konkretisiert) und sich von der Rekord-Schlagzeile nicht zu einem überstürzten Kauf drängen lassen.