Mama Juana auf einen Blick

Ort: Mama Juana, Centro Comercial Sunset Beach Meloneras (früher CC Meloneras Playa), C. Mar Blanco 6, Meloneras (San Bartolomé de Tirajana) — direkt an der Strandpromenade, neben dem Hotel H10 Playa Meloneras Palace.

Was es ist: Beachclub unter freiem Himmel, direkt am Meer, karibisch-kubanisch angehaucht.

Programm: wechselt Woche für Woche. An meinem Sonntag lief eine Kuba-Party mit kubanischer Musik den ganzen Tag. Auch unter der Woche gibt es Programm.

Eintritt: 15 Euro, eine Copa — ein Getränk — inklusive. Kein Essen.

Musik: DJ und Live-Tänzer, laute Latin- und Karibik-Sounds.

Highlight: eine grosse Schaumkanone — hier steigen auch Schaumpartys.

Zeiten: schon am späten Nachmittag gut besucht, Party bis Mitternacht, manchmal länger.

Publikum: vor allem junge und junggebliebene Gäste.

Drumherum: Restaurants im Centro Comercial, Strand direkt davor, Parkplätze am Haus.

Mit der Harley in den Sonntag

Ich habe diesen Sonntag genauso begonnen, wie ich freie Sonntage am liebsten beginne: Harley aus der Garage, Helm auf, und einfach mal abbiegen, wo ich sonst geradeaus fahre. Ein paar Strassen, ein paar Plätze, Ecken der Insel, die ich kenne, ohne sie je wirklich angeschaut zu haben. Kein Plan, kein Ziel — nur fahren und schauen.

Gehört habe ich Mama Juana, bevor ich es gesehen habe. Ich war unten in Meloneras, in der Nähe des H10, fast schon wieder auf dem Rückweg, als von irgendwoher ein Bass über den ganzen Strand rollte. Richtig fette Musik, kein zaghaftes Hintergrundgedudel. So etwas zieht mich an wie das Licht die Motte, und der CITA-Reporter in mir war sowieso sofort hellwach. Also dem Klang nach, ein Stück die Promenade hinunter — und da stand es: «MAMA JUANA» in grossen weissen Buchstaben, darüber ein riesiges, gemaltes Auge, kubanische Fahnen im Wind. Ich habe das Moped abgestellt, das Handy gezückt und angefangen, Fotos und ein bisschen Ton für euch mitzunehmen. Manchmal sind die besten Geschichten genau die, die man gar nicht gesucht hat.

Der grosse weisse Schriftzug MAMA JUANA, dahinter das runde Panoramic-Bar-Gebäude

«MAMA JUANA» in grossen weissen Buchstaben — der Beachclub an der Promenade von Meloneras. Foto: CITA News.

Ein Strand, der sonst früh schlafen geht

Um zu verstehen, warum mich Mama Juana so überrascht hat, muss man Meloneras kennen. Das ist der ruhige, gepflegte Teil des Südens — grosse Hotels, eine breite Promenade, auf der Paare bei Sonnenuntergang spazieren gehen, alles eine Spur vornehmer und eine Spur leiser als Playa del Inglés. Ein schöner Flecken. Aber eben auch einer, der abends gern früh die Rollläden runterlässt.

Und das Einkaufszentrum, in dem Mama Juana steckt, hat sogar ausgesprochen harte Jahre hinter sich. Es heisst heute Sunset Beach Meloneras, früher schlicht Centro Comercial Meloneras Playa, und auf seiner eigenen Website steht es schwarz auf weiss: Nach «mehreren Krisen, besonders der Covid-Pandemie» stand das Centro mit dem Rücken zur Wand. Die Lösung war eine bewusste Neuerfindung — weg vom klassischen, halbleeren Touristen-Shoppingcenter, hin zu einem Ort für Gastronomie, Sonnenuntergänge und Musik. Genau diese Wende kann man an einem Sonntagnachmittag hören. Mama Juana ist der laute Herzschlag dieser Wiederbelebung, und im Netz finde ich es bestätigt: Der Beachclub zählt heute zu den drei grossen Adressen für Strandpartys im Süden der Insel.

Es ist ein hübscher Widerspruch. Da ist diese Promenade, gebaut für den ruhigen Abendspaziergang — und mittendrin ein Laden, der den Sand zum Vibrieren bringt. Wo ich Stille erwartet hatte, fand ich Karibik.

15 Euro, eine Copa, kein Besteck

Reden wir kurz übers Praktische, denn Mama Juana funktioniert anders als die meisten Orte, über die ich sonst schreibe. Der Eintritt kostet 15 Euro, und darin enthalten ist eine Copa — ein echtes Getränk, kein abgespeister Becher Cola. Das fand ich fair. Was es nicht gibt, ist Essen. Kein Restaurant, keine Karte, kein Besteck.

Das klingt erst einmal nach einer Lücke, ist aber in Wahrheit das Konzept. Mama Juana ist ein reiner Party- und Tanzort, und drumherum ist ja alles da: Im Centro Comercial und im benachbarten H10 kann man vorher in Ruhe essen gehen und sich dann hier zum Tanzen und Trinken einfinden. Verhungern oder verdursten muss an diesem Strand niemand — man muss nur wissen, in welcher Reihenfolge der Abend läuft.

Eine Sache solltet ihr unbedingt vorher klären: Das Programm wechselt jede Woche. Mein Sonntag war ein kubanischer Tag, von morgens bis spät kubanische Musik — aber, wie mir das Personal sagte, eben «nur diese Woche». Nächsten Sonntag ist das Thema ein anderes, und auch unter der Woche gibt es Programm. Wer also ganz gezielt wegen der Salsa-Klänge herfährt, schaut am besten kurz vorher auf den Social-Media-Kanälen nach, was gerade gespielt wird.

Kubanisches Fieber am Wasser

Und dann das Eigentliche: die Stimmung. Ich bin am späten Nachmittag gekommen, und es war schon gut gefüllt — bei einem Beachclub ein gutes Zeichen, denn der Abend fängt da erst an. Ein DJ legte auf, Tänzer brachten Schwung in die Menge, und über allem lag dieser warme, treibende kubanische Sound. Ja, es ist laut. So laut, dass ein Gespräch zur Herausforderung wird. Aber es ist die Art von Lautstärke, die einen mitnimmt, statt zu nerven — die Hüften bewegen sich von ganz allein.

Das Personal habe ich als ausgesprochen nett und freundlich erlebt, und das kubanische Lebensgefühl an diesem Tag war echt, nicht aufgesetzt. Das grosse Highlight steht gut sichtbar bereit: eine mächtige Schaumkanone. Hier steigen also auch richtige Schaumpartys — wer im richtigen Moment vorbeikommt, tanzt im Schaum.

Was den Ort aber unschlagbar macht, ist schlicht die Kulisse. Das Meer liegt zum Greifen nah, zwei Schritte, und mehr braucht es nicht. Tanzen, Musik, ein Getränk in der Hand, und daneben rauscht der Atlantik. Ich war, ganz ehrlich, angenehm überrascht. Beschwingt von den Klängen habe ich mich wieder aufs Moped geschwungen — und mit dem festen Vorsatz, abends zum Tanzen wiederzukommen.

Der Eingang von Mama Juana mit dem Augen-Logo, Gästen und einer kubanischen Flagge

Kubanischer Sonntag: Gäste, Karibik-Sound und die kubanische Flagge am Eingang von Mama Juana. Foto: CITA News.

Für wen sich der Abend lohnt

Vorab, ganz nüchtern: Mama Juana ist nichts für einen leisen Drink. Es ist ein lautes, junges Tanzlokal, und das ist keine Schwäche, sondern Absicht. Das Publikum an meinem Sonntag war überwiegend jung — die ältesten Gäste, die ich gesehen habe, so um die 25 — aber kein Mensch wird an der Tür gemustert, Junggebliebene mittleren Alters tanzten ebenso mit. Wer gern die Hüften kreisen lässt und Musik mag, ist hier richtig. Wer ein ruhiges Plauderstündchen sucht, eher nicht.

Zur Ehrlichkeit gehört auch die Kehrseite der Lautstärke. Die Beachclubs von Meloneras und das Rathaus von San Bartolomé de Tirajana liegen sich beim Thema Lärm seit Jahren in den Haaren — 2023 und 2024 liess die Gemeinde die Musikanlagen mehrerer Clubs zeitweise versiegeln. Es ist genau jene Spannung, die ich vorhin beschrieben habe: eine ruhige Promenade auf der einen Seite, ein lautstarker Partymotor auf der anderen. Wer herkommt, sollte wissen, dass dieser Ort polarisiert.

Mein Rat für einen gelungenen Abend: vorher in Ruhe essen, im Centro oder im H10 nebenan; kurz checken, welches Thema gerade läuft; und dann hingehen, wenn der Nachmittag in den Abend kippt. Mit dem Auto ist es unkompliziert, Parkplätze gibt es am Haus. Für mich war Mama Juana ein glücklicher Zufall — und genau für solche Funde mache ich diesen Job. Ein Strand, von dem ich dachte, er schläft. Und mittendrin eine kubanische Nacht.

Häufige Fragen

Wo genau ist Mama Juana?
Im Centro Comercial Sunset Beach Meloneras (früher CC Meloneras Playa), C. Mar Blanco 6, in Meloneras, Gemeinde San Bartolomé de Tirajana. Der Beachclub liegt direkt an der Strandpromenade, neben dem Hotel H10 Playa Meloneras Palace, mit der Playa de Meloneras unmittelbar davor.
Was kostet der Eintritt?
15 Euro. Darin enthalten ist eine Copa, also ein Getränk. Das empfand ich als fairen Preis.
Gibt es Essen?
Nein. Mama Juana ist ein reiner Party- und Tanzort ohne Restaurantbetrieb. Essen gehen kann man vorher im Centro Comercial oder im benachbarten H10.
Ist immer kubanische Musik?
Nein. Das Programm wechselt wöchentlich. An meinem Besuchstag lief eine kubanische Party, andere Wochen haben ein anderes Thema. Vor dem Besuch lohnt ein Blick auf die Social-Media-Kanäle.
Bis wann geht die Party?
In der Regel bis Mitternacht, nach Auskunft vor Ort gelegentlich auch länger. Schon am späten Nachmittag und frühen Abend ist es gut besucht.
Für wen ist Mama Juana das Richtige?
Für junge und junggebliebene Gäste, die tanzen und feiern wollen, direkt am Strand. Es ist laut und lebhaft — wer einen ruhigen Abend sucht, ist hier falsch.
Wie komme ich hin?
Mit dem Auto am einfachsten, Parkplätze gibt es am Centro Comercial. Meloneras ist auch gut mit dem Bus angebunden. Der Beachclub liegt ebenerdig an der Promenade.