Die Luftfeuchtigkeit liegt bei gerade einmal 35 Prozent, die Temperaturen fallen nicht unter 22 Grad. Der Horizont hat sich in eine ockerfarbene Wand verwandelt. Wer draussen atmet, macht das auf eigenes Risiko.

Der Schadstoffindex soll in den Abendstunden weiter steigen und gegen 2 Uhr nachts seinen Höchstwert von 94 Punkten erreichen. Erst am Donnerstag erwartet die Meteorologen, dass der Wind die Luft wieder reinigt und der Luftqualitätsindex (AQI) auf gesunde 31 Punkte sinkt.

Luftqualität ist ein unterschätztes Risiko auf Gran Canaria. Die Behörden kommunizieren Calima-Ereignisse selten aktiv. Reisende und Anwohner sind gut beraten, täglich den Luftqualitätsindex zu prüfen.

Für Personen mit Herz- oder Atemwegserkrankungen ist die Situation besonders gefährlich. Die kanarische Regierung empfiehlt: Fenster und Türen geschlossen halten, körperliche Anstrengung im Freien vermeiden, viel trinken.

Das Phänomen ist nicht neu — die Calima tritt auf Gran Canaria mehrmals jährlich auf, besonders in den Winter- und Frühlingsmonaten. Neu ist das Ausmass: 133 µg/m³ PM10 ist ein Wert, der selbst für hartgesottene Kanarenbewohner aussergewöhnlich ist.

Für den Tourismus bedeutet die Calima einen wirtschaftlichen Schaden. Sonnenhungrige Urlauber finden statt blauem Himmel eine trübe, staubige Wand vor. Stornierungen und Beschwerden häufen sich in solchen Perioden — ein Thema das die Tourismusbehörden lieber nicht laut ansprechen.

Quelle: Maspalomas24h, Meteoblue Luftqualitätsdaten · cita.news