Im Überblick: das Aufgebot 2026

  • Mehr als 2.600 Einsatzkräfte – rund 100 mehr als im Vorjahr
  • 202 Löschfahrzeuge und 19 Luftfahrzeuge
  • 23 Drohnen für Überwachung und Lagebeurteilung
  • Neu: dritter EIRIF-Helikopter mit Basis auf El Hierro, plus drei leichte Löschfahrzeuge mit je 2.300 Litern
  • Offizieller Start der Kampagne: 1. Juni 2026

Wetterlage und Hitze diese Woche

Die staatliche Wetteragentur AEMET hat für die Kanaren eine gelbe Warnung wegen Schwebstaub ausgegeben. Die Sicht sinkt in den Medianías und Gipfellagen auf rund 3.000 Meter, und parallel dreht das Thermometer nach oben: Ab Mittwoch steigen die Werte schrittweise, Höhepunkt am Samstag. Im Inselinneren des Südens von Gran Canaria, im Osten Lanzarotes und vor allem auf Fuerteventura sind 30 bis 34 Grad angesagt. Der Wind dreht auf Ost – genau die Konstellation, die warme, trockene Luft heranschiebt (AEMET, Stand 20. Mai).

Für den Zwei-Wochen-Urlauber heisst das erst einmal: schön. Sonne statt der wechselhaften Wolken der letzten Tage. Aber wer hier länger ist – die Nomadin im Co-Working in Las Palmas, der Rentner in Telde, der eine kleine Ferienwohnung vermietet – kennt die Kehrseite. Calima bedeutet Staub auf der Wäsche, geschlossene Fenster trotz Hitze, und für Menschen mit Atemwegsproblemen ein paar unangenehme Tage. Das spanische Gesundheitsministerium rät bei stärkeren Episoden schlicht, die Fenster zu schliessen und körperliche Anstrengung im Freien zu reduzieren.

Erhöhte Brandgefahr und die Kampagne 2026

Und es bedeutet etwas, das man als Neuankömmling leicht unterschätzt: erhöhte Brandgefahr. Trockene Luft, Wind, Hitze – das ist das Wetter, vor dem die Inseln seit den verheerenden Bränden auf Teneriffa 2023 grossen Respekt haben.

Genau deshalb sass am Dienstag, dem 19. Mai, in einem Sitzungssaal der Regierung eine Runde zusammen, die man als Tourist nie zu Gesicht bekommt: Vertreter der Cabildos, des Militär-Notfallverbands UME, der Feuerwehr-Eingreiftrupps EIRIF und der AEMET. Es war die erste Koordinationssitzung für die Waldbrandkampagne 2026, die am 1. Juni offiziell anläuft.

Was Wanderer und Sommerurlauber wissen müssen

Das klingt nach Behördenprosa, hat aber einen sehr konkreten Wert für jeden, der hier eine Wanderung plant oder ein Haus in den Medianías mietet. Wenn die Risikostufe steigt, werden Naturparks und Wanderwege gesperrt – kurzfristig, oft über Nacht. Wer im Sommer in den Pinienwäldern von Tamadaba oder rund um den Teide unterwegs sein will, sollte vor dem Loslaufen den aktuellen Status prüfen, statt sich auf den Reiseführer von letztem Jahr zu verlassen. Offenes Feuer, Grillen ausserhalb ausgewiesener Zonen und das achtlose Wegwerfen einer Zigarette sind in der Kampagnenzeit nicht nur unklug, sondern können teuer werden.

Ausblick und konkrete Tipps

Die gute Nachricht für diese Woche: Das aktuelle Hitze- und Staub-Fenster ist noch keine offizielle Hitzewelle, und die Brandkampagne läuft erst ab Juni an. Es ist eine Ouvertüre, kein Ernstfall. Aber es ist eine gute Erinnerung daran, dass das Inselleben jenseits von Strand und Tapas einen Rhythmus hat, den man kennen sollte – gerade wenn man bleibt.

Konkret für die nächsten Tage: viel trinken, die Mittagssonne meiden, empfindliche Elektronik vor dem Staub schützen, und wenn Sie eine Wanderung vorhaben, den Wetter- und Risikostatus am selben Morgen checken. Die staubigen Tische sind bis Anfang nächster Woche wahrscheinlich Ihr kleinstes Problem.

Was ist Calima?
Calima ist Saharastaub, der mit Ostwind über die Kanaren zieht. Der Himmel wird milchig-gelb, die Sicht sinkt, und auf Möbeln, Wäsche und Autos legt sich ein feiner Sandfilm. Sie tritt mehrmals im Jahr auf, meist zusammen mit Hitze.
Ist es bei Calima gefährlich, draussen zu sein?
Für die meisten Menschen ist Calima unangenehm, aber harmlos. Wer Asthma oder andere Atemwegsprobleme hat, sollte bei stärkeren Episoden die Fenster geschlossen halten und körperliche Anstrengung im Freien reduzieren, so die Empfehlung des Gesundheitsministeriums.
Sind im Sommer Wanderwege auf den Kanaren gesperrt?
Bei hoher Waldbrandgefahr werden Naturparks und Wanderwege kurzfristig gesperrt, oft über Nacht. Wer eine Wanderung plant, sollte am selben Morgen den aktuellen Status prüfen. Die Waldbrandkampagne läuft offiziell ab dem 1. Juni.
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