KANAREN · WETTER

Kanaren: Waldbrandwarnung, Hitze und Saharastaub — was jetzt gilt

Die kanarische Regierung hat für Samstag, den 5. September, ab 10:00 Uhr die Warnstufe wegen Waldbrandgefahr — die "alerta por riesgo de incendios forestales" — für Teile von Gran Canaria und Teneriffa in Kraft gesetzt. Für die übrigen Gebiete dieser beiden Inseln sowie für La Palma, La Gomera und El Hierro gilt die niedrigere Vorwarnstufe. Das geht aus der Entscheidung der Generaldirektion für Notfälle hervor, über die unter anderem Diario de Avisos und RTVC berichteten.

5. September 2026 · Von Martin Kosinski · 6 Min.
Kanarischer Kiefernwald (Symbolbild)

Foto: Huzaif Imtiyaz khan, CC BY-SA 4.0 (Symbolbild).

Wichtig ist die Einordnung: Es brennt nicht. Es geht um Risiko — um die Kombination aus Hitze, sehr trockener Luft und Wind, bei der ein Funke reicht. Ebenso wichtig: Warnstufen laufen ab, werden herabgestuft oder ausgeweitet. Wer diesen Text später liest, sollte den aktuellen Stand bei 112 Canarias und AEMET prüfen, statt sich auf eine Momentaufnahme zu verlassen.

Drei verschiedene Instrumente — nicht eines

In diesen Tagen laufen auf den Kanaren drei Meldungen parallel, die leicht verwechselt werden. Erstens die Warnstufe wegen Waldbrandgefahr, ausgerufen von der kanarischen Regierung ab 10:00 Uhr am Samstag, dem 5. September, für bestimmte Höhenzonen von Gran Canaria und Teneriffa. Zweitens eine Vorwarnstufe wegen Hitze, ebenfalls ab 10:00 Uhr desselben Tages und ebenfalls für Gran Canaria und Teneriffa, wie das Portal canariasenpleno.com berichtete. Drittens eine Vorwarnstufe wegen Calima, also Saharastaub, die laut Cadena SER Canarias bereits am 3. September um 13:30 Uhr für Lanzarote, Fuerteventura, La Graciosa und Gran Canaria in Kraft trat.

Hinzu kommt eine vierte Ebene, die nicht von der Regionalregierung stammt: Der Cabildo von Teneriffa hat für den Süden der Insel eigenständig die Waldbrand-Risikostufe 1 aktiviert. Und daneben stehen die gelben Warnungen der Wetterbehörde AEMET, die wieder ein eigenes System sind.

Vier Absender, vier Logiken. Das klingt nach Bürokratie, hat aber praktische Folgen: Nur eine dieser Meldungen enthält konkrete Verbote, die man einhalten muss — die des Cabildo. Die übrigen beschreiben Zustände und Bereitschaft.

Welche Zonen die Warnstufe genau umfasst

Die Warnstufe gilt nicht flächendeckend für zwei ganze Inseln, sondern für Höhenlagen. Auf Teneriffa betrifft sie laut den veröffentlichten Angaben zur Entscheidung die Gipfel- und Mittellagen der Süd- und Westflanke der Insel. Auf Gran Canaria gilt sie für die Gipfelzone, für die nach Norden ausgerichteten Hänge oberhalb von 600 Metern sowie für die West-, Süd- und Ostzonen oberhalb von 400 Metern.

Für alles, was auf Teneriffa und Gran Canaria außerhalb dieser Zonen liegt, sowie für La Palma, La Gomera und El Hierro gilt die Vorwarnstufe. Lanzarote und Fuerteventura tauchen in dieser Waldbrandmeldung nicht auf — sie stehen dafür in der Calima-Vorwarnstufe.

Praktisch heißt das: Die Küstenorte und Strände im Süden Teneriffas oder Gran Canarias liegen meist unterhalb dieser Schwellen. Wer aber in die Medianías fährt, zum Teide-Nationalpark, ins Gebiet um Vilaflor oder in die Cumbre von Gran Canaria, bewegt sich in der Zone, um die es hier geht.

Was der Cabildo von Teneriffa konkret verbietet

Der Inselrat von Teneriffa hat ab 10:00 Uhr am 5. September die Waldbrand-Risikostufe 1 für den Südsektor der Insel aktiviert. Damit sind in dem betroffenen Gebiet laut den Berichten von RTVC und canariasenpleno.com untersagt: das Verbrennen land- und forstwirtschaftlicher Pflanzenreste, offenes Feuer im Freien, das Rauchen, der Einsatz von Feuerwerkskörpern sowie die Nutzung von Maschinen und Werkzeugen, die Funken, Hitze oder elektrische Entladungen erzeugen können.

Genannt werden folgende Gemeinden: Candelaria, Arafo, Güímar, Fasnia, Arico, Granadilla de Abona, San Miguel de Abona, Arona, Vilaflor de Chasna, Adeje, Guía de Isora und Santiago del Teide, dazu der Teil von El Rosario südlich der Straße TF-24.

Das Rauchverbot überrascht viele Besucher. Gemeint ist es räumlich: Es bezieht sich auf das Gebiet, für das die Risikostufe gilt — also auf Berg-, Wald- und Naturzonen des Südens, nicht auf den Balkon eines Hotels an der Playa de las Américas. Wer wandert, sollte es dennoch ernst nehmen; weggeworfene Kippen gehören zu den häufigsten Auslösern.

Hitze und Calima: die Zahlen

AEMET hielt für Gran Canaria am Samstag und Sonntag gelbe Warnungen wegen hoher Temperaturen aufrecht, jeweils ab 10:00 Uhr, für die Gipfelzone und die Ost-, Süd- und Westflanken. Der offizielle Schwellenwert liegt bei 35 Grad, örtlich wurden bis zu 37 Grad erwartet; die Warnung lief von 10:00 bis 19:59 Uhr. Für die Hauptstädte nannte AEMET laut Diario de Avisos 24 bis 28 Grad in Las Palmas de Gran Canaria an beiden Tagen und 24 bis 32 Grad in Santa Cruz de Tenerife am Samstag, 24 bis 29 Grad am Sonntag.

Nachts wird es kaum kühler: Berichtet werden tropische Nächte mit Tiefstwerten von 24 bis 26 Grad, punktuell auf Gran Canaria auch um 30 Grad in den Morgenstunden. Für Teile Gran Canarias wurde zudem eine relative Luftfeuchtigkeit unter 30 Prozent genannt — genau diese Trockenheit ist es, die aus Hitze ein Brandrisiko macht.

Die Calima betrifft vor allem den Osten des Archipels. Die Notfallbehörde verwies bei Ausrufung der Vorwarnstufe auf bereits erhöhte Partikelkonzentrationen besonders auf Fuerteventura, Lanzarote und La Graciosa, mit Staub, der auch Gran Canaria erreichte, und auf die Möglichkeit weiterer Zufuhr aus Afrika mit sinkender Sichtweite. Zum Ende des Episodes: Für Sonntag erwartete AEMET nur einen leichten bis mäßigen Rückgang an den Nordflanken der höheren und der westlichen Inseln, sonst wenig Veränderung. Ein deutlicherer Rückgang wurde erst zum Beginn der Folgewoche erwartet; die Presse sprach von einem Episode von mindestens drei Tagen.

Die kanarische Stufenleiter — und wo Sie den Stand prüfen

Das kanarische Notfallsystem kennt drei Stufen: prealerta (Vorwarnstufe), alerta (Warnstufe) und alerta máxima (höchste Warnstufe). Die Vorwarnstufe bedeutet erhöhte Wachsamkeit und Bereitschaft der Dienste, ohne automatische Einschränkungen. Die Warnstufe zeigt an, dass das Ereignis als wahrscheinlich und relevant gilt. Die höchste Stufe kommt zum Einsatz, wenn eine schwere Beeinträchtigung erwartet wird — in früheren Waldbrand-Episoden dieses Sommers gingen damit laut La Provincia weitergehende Maßnahmen einher, etwa Beschränkungen des Zugangs zu Bergen, Wanderwegen und Forstpisten und die Schließung von Campingplätzen und Erholungsgebieten, sofern der jeweilige Inselrat dies anordnete.

Diese Stufen sind das eine; die Risikostufen der Inselräte sind das andere. Beide können unabhängig voneinander steigen oder fallen. Es ist deshalb völlig normal, dass Teneriffa in einem Teil der Insel eine Warnstufe der Regionalregierung hat und im Süden zusätzlich eine eigene Risikostufe des Cabildo.

Verlässlich ist nur die Live-Quelle. Den aktuellen Stand veröffentlichen die kanarische Regierung über die Kanäle des 112 Canarias, die Inselräte über ihre eigenen Mitteilungen und AEMET über die Warnkarte auf aemet.es. Eine Nachrichtenmeldung — auch diese — beschreibt einen Zeitpunkt, keinen Dauerzustand.

Praktischer Tipp: Wer bei dieser Wetterlage in die Berge will, plant früh: Wandern in den Morgenstunden, viel Wasser, Kopfbedeckung, und lieber eine kürzere Route als eine ambitionierte.
Vor dem Losfahren zwei Dinge prüfen — die Warnkarte von AEMET auf aemet.es und die Meldungen des 112 Canarias beziehungsweise des zuständigen Cabildo für Ihre Insel.
Bei Calima gilt für Menschen mit Atemwegs- oder chronischen Erkrankungen: körperliche Anstrengung im Freien reduzieren und Fenster zu den staubreichsten Tageszeiten geschlossen halten.
Wer eine Rauchsäule sieht, ruft die 112 an — auch wenn es harmlos aussieht. Frühe Meldungen entscheiden.
Bitte beachten: Warnstufen laufen ab, werden herabgestuft oder ausgeweitet; dieser Text gibt den Stand nach den ausgewerteten Quellen wieder, keine Echtzeitaufnahme.
Die Warnstufe wegen Waldbrandgefahr und die Vorwarnstufe wegen Hitze traten am 5. September um 10:00 Uhr in Kraft; die gelbe AEMET-Warnung für Gran Canaria hatte ein festes Fenster von 10:00 bis 19:59 Uhr.
Die hier genannten Verbote sind die des Cabildo von Teneriffa für den Südsektor. Für andere Inseln gelten eigene Regelungen, die wir hier nicht wiedergeben.
Prüfen Sie den geltenden Stand immer bei 112 Canarias, Ihrem Cabildo und AEMET, bevor Sie Pläne im Freien darauf stützen.
Es geht in diesem Text um Brandrisiko, nicht um ein laufendes Feuer.

Die wichtigsten Fakten

  • Warnstufe wegen Waldbrandgefahr der kanarischen Regierung ab 10:00 Uhr am Samstag, 5. September 2026, für Zonen von Gran Canaria und Teneriffa; übrige Gebiete dieser Inseln sowie La Palma, La Gomera und El Hierro in Vorwarnstufe (Generaldirektion für Notfälle, via Diario de Avisos und RTVC).
  • Betroffene Zonen: auf Teneriffa Gipfel und Mittellagen der Süd- und Westflanke; auf Gran Canaria die Gipfelzone, Nordhänge über 600 m und West-, Süd- und Ostzonen über 400 m.
  • Vorwarnstufe wegen Hitze für Gran Canaria und Teneriffa ab 10:00 Uhr am 5. September (canariasenpleno.com).
  • Vorwarnstufe wegen Calima seit 3. September, 13:30 Uhr, für Lanzarote, Fuerteventura, La Graciosa und Gran Canaria (Generaldirektion für Notfälle, via Cadena SER Canarias).
  • Gelbe AEMET-Warnung wegen Hitze auf Gran Canaria am 5. und 6. September, 10:00 bis 19:59 Uhr, Schwellenwert 35 Grad, örtlich bis 37 Grad; tropische Nächte mit 24 bis 26 Grad (AEMET via Diario de Avisos).
  • Risikostufe 1 des Cabildo von Teneriffa im Südsektor ab 10:00 Uhr am 5. September: Verbot von Pflanzenrestverbrennung, offenem Feuer, Rauchen, Feuerwerk und funkenerzeugenden Maschinen in 12 Gemeinden plus El Rosario südlich der TF-24 (RTVC, canariasenpleno.com).

FAQ

Brennt es auf den Kanaren?
Nein — die hier beschriebenen Meldungen betreffen das Brandrisiko, nicht ein laufendes Feuer. Ausgerufen wurden Warn- und Vorwarnstufen wegen der Kombination aus Hitze, sehr trockener Luft und Wind.
Gilt die Warnstufe heute noch?
Das lässt sich aus diesem Text nicht beantworten. Warnstufen bleiben bestehen, bis die Behörde sie ändert oder aufhebt, und das kann täglich passieren. Verlässlich sind nur 112 Canarias, der Cabildo Ihrer Insel und die Warnkarte von AEMET.
Was ist der Unterschied zwischen prealerta, alerta und alerta máxima?
Es sind die drei Stufen der kanarischen Notfallskala. Die Vorwarnstufe bedeutet Wachsamkeit ohne automatische Einschränkungen, die Warnstufe eine als wahrscheinlich und relevant eingestufte Gefahr, die höchste Stufe eine erwartete schwere Beeinträchtigung, bei der die Inselräte weitergehende Maßnahmen anordnen können.
Darf ich grillen oder Gartenabfälle verbrennen?
Im Südsektor Teneriffas, für den der Cabildo die Risikostufe 1 aktiviert hat, sind offenes Feuer im Freien und das Verbrennen land- und forstwirtschaftlicher Pflanzenreste untersagt, ebenso Feuerwerk, Rauchen und funkenerzeugende Maschinen. Für andere Inseln und Zonen gelten eigene Regelungen — bitte beim jeweiligen Cabildo prüfen.
Muss ich meinen Urlaub ändern?
Für einen normalen Küstenaufenthalt in der Regel nicht. Betroffen sind vor allem Aktivitäten in Höhen- und Waldzonen: Wanderungen, Grillen, Arbeiten mit Maschinen im Grünen. Bei Hitze und Calima empfiehlt sich, Anstrengung in die kühleren Tagesrandzeiten zu verlegen.