Was ist Calima auf den Kanaren?

Calima bezeichnet auf den Kanaren den Eintrag von mineralischem Staub aus der Sahara. Der Staub wird meist durch südöstliche bis östliche Luftströmungen herangeführt und kann Himmel und Landschaft gelblich-braun färben, die Sichtweite verringern und die Luftqualität verschlechtern.

Calima entsteht typischerweise bei einer warmen, trockenen Luftströmung aus Nordafrika. Die Staubfahne erreicht Lanzarote und Fuerteventura meist zuerst; anschliessend können Gran Canaria, Teneriffa und die westlichen Inseln betroffen sein.

Der Verlauf hängt von Windrichtung, Höhe der Staubschicht und dem Relief ab. Auf Teneriffa können Süd- und Ostgebiete stark belastet sein, während höher gelegene oder nordseitige Orte zeitweise klarere Luft haben.

La Palma, La Gomera und El Hierro werden oft später oder schwächer erreicht, sind aber nicht grundsätzlich geschützt. Eine Garantie für calimafreie Inseln gibt es deshalb nicht.

Welche Einschränkungen haben Urlauber bei Calima auf Teneriffa?

Calima ist nicht automatisch ein Reiseverbot. Je nach Konzentration kann sie jedoch die Sicht auf Strassen, Berge und das Meer deutlich reduzieren sowie Flug-, Fähr- und Ausflugspläne beeinträchtigen.

Die Belastung kann zwischen Inseln und Höhenlagen unterschiedlich ausfallen.

Eine allgemeine Sperrung touristischer Orte lässt sich aus den vorliegenden offiziellen Hinweisen nicht ableiten. Mögliche lokale Schliessungen oder Zugangsbeschränkungen müssen jeweils beim zuständigen Cabildo (Inselregierung), Ayuntamiento (Gemeindeverwaltung) oder Schutzgebietsbetreiber geprüft werden.

Flüge und Fährverbindungen können bei schlechter Sicht oder gleichzeitigem starkem Wind verspätet oder geändert werden. Vor der Abfahrt sollten Reisende direkt bei Airline, Flughafen- oder Fährgesellschaft den Betriebsstatus prüfen.

Welche Gesundheitsrisiken bringt Saharastaub mit sich?

Bei empfindlichen Personen können Atemwegserkrankungen oder Asthmaanfälle verstärkt werden.

Besonders vorsichtig sollten Kinder, ältere Menschen, Schwangere sowie Personen mit Asthma, COPD oder chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Die offiziellen Empfehlungen des Gobierno de Canarias lauten: Türen und Fenster geschlossen halten, Aufenthalte im Freien und besonders körperliche Anstrengung im Freien reduzieren, viel trinken und trockene Raumluft vermeiden.

Die gewohnte Medikation soll bereitgehalten beziehungsweise weiter angewendet werden. Staub auf Oberflächen sollte mit einem feuchten Tuch entfernt werden, nicht mit trockenen Tüchern, die den Staub erneut aufwirbeln.

Was sollten Urlauber bei Calima tun und lassen?

Bei eingeschränkter Sicht empfiehlt die kanarische Notfallbehörde, langsamer zu fahren und das Abblendlicht einzuschalten. Bergstrassen, Wanderungen, Radtouren und andere anstrengende Aktivitäten sollten bei starker Calima verschoben werden.

Statt langer Wanderungen bieten sich kurze, niedrig gelegene Wege oder geschützte Innenaktivitäten an: Museen, historische Zentren, Besucherzentren, Aquarien oder überdachte Märkte. Sport, Radtouren und Kinderaktivitäten sollten in Innenräume verlegt werden.

Bei guter Sicht kann man auf die weniger belastete Inselhälfte ausweichen, sollte aber nicht spontan davon ausgehen, dass eine andere Insel sicher frei von Calima ist. Mietwagenfahrten bei schlechter Sicht sollten reduziert werden.

Bei Atemnot, stärker werdenden Beschwerden oder Kreislaufproblemen ist medizinische Hilfe erforderlich.

Wo können Urlauber verlässliche Informationen prüfen?

AEMET (staatlicher Wetterdienst) veröffentlicht Wettervorhersagen und Warnungen wegen Staub in der Schwebe. Das Gobierno de Canarias informiert über Calima-Warnungen, Notfallhinweise und Verhaltensempfehlungen.

Das kanarische Luftqualitätsnetz zeigt den aktuellen Luftqualitätsindex nach Gebieten.

AEMET-Warnungen und behördliche Calima-Meldungen sind episodische Informationen. Für eine Reiseplanung sollten sie kurz vor Ausflügen und Transfers geprüft werden; einzelne Tageswerte ersetzen keine langfristige Klimaeinordnung.

Aktuelle Werte und Warnungen: CITA-Wetter (cita.news/de/wetter.html) und AEMET. Die staatliche und regionale Warninformation ist kostenlos; Calima selbst ist kein kostenpflichtiger Service.

Wann ist Calima besonders wahrscheinlich?

Calima kann auf den Kanaren grundsätzlich zu jeder Jahreszeit auftreten. Die Häufigkeit und Stärke hängen von der jeweiligen Wetterlage und den aus Afrika einströmenden Luftmassen ab.

Eine pauschale calimafreie Reisezeit gibt es daher nicht. Für konkrete Warnungen sind AEMET und die kanarischen Behörden massgeblich; die vorliegenden Quellen belegen keine allgemeingültige monatliche Calima-Saison.

Auf Grundlage von AEMET-Prognosen kann sie Vorwarnungen oder Warnlagen ausrufen und Empfehlungen veröffentlichen.

Eine Calima-Warnung bedeutet nicht automatisch, dass Strände, Hotels oder Flughäfen geschlossen werden. Verbindliche Einschränkungen können jedoch örtlich durch Cabildos, Gemeinden, Verkehrsträger oder Schutzgebietsverwaltungen folgen.