Was seit unserem letzten Bericht passiert ist

Fallzahl heute: 12 bestätigte oder wahrscheinliche Infektionen (WHO, 21. Mai). Stand 6. Mai waren es 6 Verdachtsfälle. Die Verdopplung war erwartet — Hantavirus hat eine Inkubationszeit von bis zu sechs Wochen.

Drei Todesfälle, seit 20 Tagen keine neuen. Ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Passagierin. WHO-Generaldirektor Tedros gestern: «In 20 Tagen keine neuen Todesfälle.»

Das Schiff ist weg. Die Hondius hat Teneriffa am 12. Mai verlassen und ist am 18. Mai in Rotterdam angekommen.

Neuer Fall ist kein Tenerife-Fall. Der zwölfte Fall ist ein Crew-Mitglied, das in Teneriffa von Bord ging — aber erst nach der Rückführung in die Niederlande positiv getestet wurde.

Quellen: WHO, Sanidad-Ministerium (Mónica García), Euronews, Deutsches Ärzteblatt, AP.

Was sich in Spanien gerade konkret ändert

Heute hat die Comisión de Salud Pública ein neues Protokoll für die Hondius-Kontakte verabschiedet. Es betrifft 15 Personen — 14 spanische Passagiere, die seit dem 6. Mai im Militärkrankenhaus Gómez Ulla in Madrid isoliert sind, plus zwei Frauen aus Alicante und Barcelona, die mit einem der Verstorbenen geflogen waren.

Was sich ändert: Wer asymptomatisch ist und negativ auf PCR getestet wurde, darf die letzten 14 Tage der vorgeschriebenen 42-Tage-Quarantäne zu Hause verbringen — unter zwei Bedingungen: häusliche Isolation muss gewährleistet sein, und es gibt tägliche Kontrollen durch das öffentliche Gesundheitspersonal.

Was bleibt: Die ersten 28 Tage komplett in der Klinik. 42 Tage entsprechen der maximalen Inkubationszeit des Andes-Virus.

Wer aktuell krank ist: Einer der spanischen Passagiere ist im Gómez Ulla positiv getestet worden und hat inzwischen leichtes Fieber und milde Atemwegssymptome entwickelt — stabil, unter Beobachtung. Die anderen 13 sind weiter symptomfrei.

Wo der Ausbruch europaweit steht

Stand 22. Mai sind Hondius-Passagiere oder Kontakte in zwölf Ländern hospitalisiert oder in Quarantäne: Australien, Deutschland, Frankreich, Kanada, Niederlande, Saint Helena, Schweiz, Singapur, Spanien, Südafrika, Türkei, USA.

Schwere Verläufe: Eine Französin, die am 10. Mai in Paris ins Hospital Bichat eingeliefert wurde, musste an eine künstliche Lunge angeschlossen werden. Der Intensivmediziner Xavier Lescure nannte das «die letzte Stufe der unterstützenden Therapie».

Aargau, Schweiz: Die Rega flog am 19. Mai ein Crew-Mitglied aus den Niederlanden in den Kanton Aargau. Es liegt im Kantonsspital, 42 Tage Quarantäne, bisher negativ getestet.

Niederlande: Die zwölf Mitarbeiter des Radboud-Krankenhauses in Nimwegen, die nach Hygiene-Pannen bei der Behandlung des Schiffsarztes selbst unter Quarantäne stehen, wurden alle negativ getestet. Sie bleiben trotzdem die vollen sechs Wochen unter Beobachtung.

Was das für die Kanaren bedeutet

Für Touristen und Einheimische: nichts Neues. Das Schiff ist seit zehn Tagen nicht mehr im Hafen. Es gab keine bestätigte Übertragung auf das medizinische Personal oder das Hafenpersonal in Teneriffa. Die WHO und die spanischen Behörden stufen das Risiko für die Bevölkerung der Kanaren weiter als gering ein.

Was bleibt, ist die Logistik: Drei Passagiere aus den Kanaren-Evakuierungen wurden nach Madrid verlegt, zwei Patientinnen aus dem Festland (Alicante, Barcelona) sind über die Flug-Kontakt-Schiene dazugekommen. Die Behandlung läuft im Gómez Ulla, nicht auf den Inseln.

Konkret: Wer in der Woche vom 10. bis 12. Mai durch den Hafen von Granadilla oder den Flughafen Tenerife Nord gereist ist und sich Sorgen macht — die Inkubationszeit beträgt 1 bis 8 Wochen. Wer in diesem Zeitfenster Fieber, Muskelschmerzen oder Atemnot bekommt, sollte den Arzt darauf hinweisen, dass er sich in Teneriffa aufgehalten hat. Ohne direkten Kontakt zu Schiffspassagieren ist eine Infektion praktisch ausgeschlossen.

Was du tun solltest

Nichts, wenn du keinen direkten Kontakt zu Hondius-Passagieren oder -Crew hattest. Das Risiko ist epidemiologisch sehr gering.

Symptome beobachten bis Ende Juni, falls du in diesem Zeitfenster auf Teneriffa warst und unsicher bist — die Inkubationszeit lässt sich nicht abkürzen.

Bei Verdacht: 112 anrufen oder direkt in die Notaufnahme. Die Kanaren-Krankenhäuser sind über das Hondius-Protokoll informiert.

Kein Anlass für Panik bei Nagetierkontakt auf den Inseln. Das hier ist Andes-Virus aus Patagonien — keine endemische Variante der Kanaren.

Häufige Fragen

Wie viele Hantavirus-Fälle gibt es im Hondius-Ausbruch?
Stand 21. Mai 2026 bestätigt die WHO 12 bestätigte oder wahrscheinliche Infektionen. Es gab drei Todesfälle — ein niederländisches Ehepaar und eine deutsche Passagierin —, seit 20 Tagen aber keine neuen. Anfang Mai waren es noch 6 Verdachtsfälle; die Verdopplung war wegen der langen Inkubationszeit erwartet worden.
Ist die MV Hondius noch auf den Kanaren?
Nein. Das Schiff hat Teneriffa am 12. Mai 2026 verlassen und ist am 18. Mai in Rotterdam angekommen. Es liegt seit über zehn Tagen nicht mehr im Hafen von Granadilla.
Wie gross ist das Risiko für Touristen und Einwohner der Kanaren?
Sehr gering. Es gab keine bestätigte Übertragung auf medizinisches Personal oder Hafenpersonal in Teneriffa. WHO und spanische Behörden stufen das Risiko für die Bevölkerung der Kanaren weiter als gering ein. Bei Andes-Hantavirus ist ohne direkten Kontakt zu Schiffspassagieren eine Infektion praktisch ausgeschlossen.
Was hat Spanien an den Quarantäne-Regeln geändert?
Die Comisión de Salud Pública hat ein neues Protokoll verabschiedet: Asymptomatische Kontakte, die negativ auf PCR getestet wurden, dürfen die letzten 14 Tage der 42-tägigen Quarantäne zu Hause verbringen — bei gesicherter häuslicher Isolation und täglichen Kontrollen. Die ersten 28 Tage bleiben in der Klinik.
Was soll ich tun, wenn ich Anfang Mai auf Teneriffa war?
Wenn du keinen direkten Kontakt zu Hondius-Passagieren oder -Crew hattest, ist nichts nötig. Wer zwischen dem 10. und 12. Mai durch den Hafen von Granadilla oder den Flughafen Tenerife Nord gereist ist, sollte bis Ende Juni auf Symptome achten und bei Fieber, Muskelschmerzen oder Atemnot den Arzt auf den Teneriffa-Aufenthalt hinweisen.