Die Zahlen sind da — und sie sind historisch: Laut dem aktuellen IMIE-Bericht von Tinsa hat der Durchschnittspreis für Wohnimmobilien auf den Kanarischen Inseln im ersten Quartal 2026 die Marke von 1.963 Euro pro Quadratmeter erreicht. Das ist ein Anstieg von 17,8 % gegenüber dem Vorjahr — und zum ersten Mal in der Geschichte liegen die Preise über dem Maximum der Immobilienblase von 2007/2008.

Die Blase ist übertroffen — offiziell

Der Vergleich mit dem Crash von 2008 macht die Dimension deutlich: Seit dem Tiefpunkt nach dem Platzen der Blase sind die Preise um 75,6 % gestiegen. Und sie liegen jetzt 8,1 % über dem damaligen Höchstwert. Die Kanaren gehören damit zu nur vier Regionen in Spanien, die diesen Schwellenwert überschritten haben — neben den Balearen, der Comunidad de Madrid und Melilla.

Allerdings mit einem wichtigen Unterschied zur Blase: Damals trieben billige Kredite die Preise. Heute ist es vor allem ein extremes Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Es wird schlicht zu wenig gebaut — und die Nachfrage durch internationales Kapital, das in Immobilien einen Inflationsschutz sieht, steigt weiter.

Provinz Las Palmas vs. Santa Cruz de Tenerife

Die Zahlen im Detail zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Provinzen. Santa Cruz de Tenerife verzeichnet mit +19 % den stärkeren Anstieg und hat die 2.000-Euro-Marke pro Quadratmeter durchbrochen — auf 2.061 €/m². Die Provinz Las Palmas liegt bei 1.848 €/m² mit einem Anstieg von 14,6 %, noch 6,5 % unter dem Blasen-Maximum von 2007.

Bei den Hypotheken rangieren die Kanaren auf Platz sechs landesweit: Die durchschnittliche Hypothek beträgt 183.486 Euro. In der Provinz Santa Cruz de Tenerife sind es sogar 223.334 Euro — die viertteuerste Provinz Spaniens.

Baugenehmigungen: +40 %, aber nicht genug

Es gibt einen Lichtblick — allerdings einen schwachen. Die Zahl der Baugenehmigungen auf den Kanaren ist im Jahresvergleich um 40 % gestiegen. Rund 4.700 neue Wohnungen wurden genehmigt. Doch Experten sind sich einig: Das deckt den Bedarf bei weitem nicht. Das Bevölkerungswachstum seit 2021, die Attraktivität für Remote-Worker und der Touristenboom erzeugen eine Nachfrage, die die Bauwirtschaft nicht bedienen kann.

Nahostkonflikt als neuer Unsicherheitsfaktor

Cristina Arias, Leiterin der Forschungsabteilung von Tinsa, warnt vor gegenläufigen Kräften: Einerseits könnte die Unsicherheit durch den Nahostkonflikt die Nachfrage dämpfen — steigende Inflation, teurere Hypotheken, weniger Kaufkraft. Andererseits macht genau diese Unsicherheit Immobilien als Sachwert attraktiver. Wer Angst vor Inflation hat, kauft Beton.

Für die Kanaren bedeutet das: Die Preise dürften kurzfristig weiter steigen. Ein Rückgang ist nur wahrscheinlich, wenn die Zinsen deutlich steigen oder das Bauvolumen massiv zunimmt — beides ist derzeit nicht in Sicht.

Was das für Käufer und Mieter bedeutet

Wer auf Gran Canaria eine Wohnung kaufen oder mieten will, sieht sich mit einer historisch angespannten Lage konfrontiert. Die aktuellen Preise und Trends finden Sie in unserem Immobilien-Tool für die Kanaren, das Daten nach Inseln und Gemeinden aufschlüsselt.

Zahlen im Überblick — Q1 2026:

Durchschnittspreis Kanaren: 1.963 €/m²

Veränderung zum Vorjahr: +17,8 %

Veränderung zum Vorquartal: +5 %

Über Blasen-Maximum 2007: +8,1 %

Über Post-Crash-Tief: +75,6 %

Provinz Las Palmas: 1.848 €/m² (+14,6 %)

Provinz SC Tenerife: 2.061 €/m² (+19 %)

Baugenehmigungen: 4.700 (+40 % zum Vorjahr)

Quelle: Tinsa IMIE Mercados Locales, Q1 2026; Canarias7

CITA News verfolgt die Entwicklung der Immobilienpreise auf den Kanaren und aktualisiert die Daten quartalsweise in unserem Immobilien-Preisindex.