Was passiert am Festival «La Isla de mi Vida» am 22. und 29. Mai?

Antonio Morales, Präsident des Cabildo de Gran Canaria, hat das Festival bei einer Pressekonferenz am 23. April 2026 mit der Consejera für Wirtschaftsentwicklung Minerva Alonso und den Künstlern Víctor Batista und Belén Álvarez Lajalada vorgestellt. Die Logik des neuen Formats ist anders als die des Vorgängers: nicht ein Wettbewerb mit Jury, sondern ein offener Festakt, der die ganze Folk- und Popszene der Insel einbezieht.

Der Hauptabend ist der 29. Mai auf der Plaza de Santa Ana in Las Palmas, im Schatten der Catedral. Eintritt frei. Um 19:30 Uhr beginnt der Pasacalles im Parque de San Telmo, mit der Banda de Firgas und den Papahuevos — den traditionellen Riesenfiguren mit den überdimensionalen Köpfen. Um 20:30 Uhr beginnt die Hauptproduktion: Attindamana. Über 500 Künstler stehen auf der Bühne, darunter die Orquesta Filarmónica de Gran Canaria, die Parranda Araguaney, Umiaya, Mujeres D, Raíces Atlántikas, Los Serenquenquenes und über 40 Stimmen und Instrumentalisten in Solo-Rollen. Die kollegiale Regie tragen Mario Vega, Belén Álvarez Lajalada, Víctor Batista, Ner Suárez, Manuel Abrante, Ruth Sánchez und Javier Cerpa. Den Abschluss übernimmt DJ Saot ST mit der neuen Ausgabe von «After Hours: The Mixtape» — die Brücke vom traditionellen Folklore zur urbanen Szene.

Der zweite Termin liegt eine Woche früher, am 22. Mai. Die Plaza de San Rafael in Vecindario, Gemeinde Santa Lucía im Süden der Insel. Hier läuft «La Isla de mi Vida Escolar y Familiar» — über 650 Schüler aus 15 Gemeinden treten zusammen auf. Vormittags die Vorschule, Sekundarschule und Sonderschule. Nachmittags die kommunalen Musikschulen. Eintritt frei. Antonio Morales hat in seiner Vorstellung darauf hingewiesen, dass das Schul-Festival «die natürliche Erweiterung der Identitätsfeier ist, mit der festen Absicht, traditionelle Musik in den Mittelpunkt des täglichen Lernens zu stellen». Das ist mehr als Folklore-Pflege — es ist ein politisches Programm gegen die kulturelle Verflachung, die der Massentourismus mit sich bringt.

Was bedeutet das Wort Attindamana und warum ist es Programmtitel?

Attindamana ist ein Wort, das aus der amazigh-Sprache der Guanchen stammt — der vorhispanischen Bevölkerung der Inseln. Es steht für eine alte Geschichte: Attindamana war eine guanchische Königin, eine sogenannte Faycana, also Priesterin und politische Führerin zugleich, vom Reich Tirajana im Süden der Insel. Sie taucht in den Chroniken der Eroberung des 15. Jahrhunderts auf, als Symbol des Widerstands. Wenn das Cabildo das Stück so betitelt, wählt es bewusst eine Erinnerung, die kein folkloristisches Klischee bedient, sondern eine politische Tiefe hat.

Die kollegiale Regie des Stücks hat eine doppelte Aufgabe. Die Geschichte muss erzählt werden, ohne in heroisierende Mythologisierung abzurutschen. Und das Stück muss ein neues Liedrepertoire produzieren, das überdauert — Antonio Morales hat das in seiner Vorstellung als Ziel bestätigt: «Eine ehrgeizige und entschiedene Wette darauf, an einem neuen und beständigen Repertoire für die kanarische Volksmusik zu arbeiten.» Das ist die zweite Funktion des Festivals: nicht nur ein Schaufenster für Folklore zu sein, sondern selbst Folklore zu produzieren — Lieder, die in den nächsten zwanzig Jahren auf den Romerías und in den Bars gesungen werden.

Wo essen die Inselbewohner zwischen den Festival-Tagen?

Die Guía Michelin 2026, am 25. November 2025 in einer feierlichen Gala in Málaga vorgestellt (Schauplatz war das SOHRLIN Andalucía), hat 204 Bib-Gourmand-Restaurants in Spanien gelistet, davon 29 Neuzugänge. Auf den Kanaren bleiben die Adressen der vergangenen Jahre solide gesetzt — Restaurants, die nicht den Anspruch erheben, in die Sternekategorie zu zielen, sondern die ehrlichste Version ihrer Küche zum fairen Preis liefern. Auf Gran Canaria führt die Auflistung der Guía Michelin drei Bib-Gourmand-Häuser in der Hauptstadt: Deliciosamarta, Qué Leche und El Equilibrista 33.

Deliciosamarta und Qué Leche liegen in der Triana-Vegueta-Achse, fünf Minuten zu Fuss von der Plaza de Santa Ana entfernt — also ideal für Besucher, die am 29. Mai zum Festival kommen und vorher essen wollen. Deliciosamarta arbeitet mit dem Stempel «Cocina contemporánea» und Preisen zwischen 30 und 40 Euro, mit kanarischen Produkten aus dem Mercado de Vegueta. Qué Leche ist seit Jahren in den nationalen Gastro-Listen ein Begriff für eine direkte, nicht-prätentiöse Kreativ-Küche.

Die dritte Bib-Gourmand-Adresse ist El Equilibrista 33 in der Calle Ingeniero Salinas 23, im Stadtteil Alcaravaneras — etwa zwanzig Minuten Fussweg oder eine kurze Taxifahrt von der Plaza de Santa Ana. Carmelo Florido als Chef-Eigentümer kocht eine kreativ-traditionelle kanarische Küche, mit gofio — der gerösteten Maismehl-Spezialität der Inseln — als rotem Faden durch fast alle Gänge. Die Guía Michelin hebt die huevos moles, das ceviche canario und die carajacas (Kalbsleber mit karamellisierten Zwiebeln) hervor. Wenn der Pasacalles am 29. Mai um 19:30 Uhr beginnt, wäre eine Reservierung in einem dieser drei Häuser für Donnerstag- oder Samstagabend die beste Strategie.

Die Guía Michelin selbst beschreibt den Bib Gourmand als eine Auszeichnung, die seit 1997 vergeben wird, mit der Logik einer «aussergewöhnlichen Mahlzeit zu einem ausgezeichneten Preis». Auf den Kanaren betreffen diese Adressen oft Köche, die früher in Sterne-Restaurants gearbeitet haben und eigene Projekte gestartet haben — eine Art kulinarischer Generationswechsel, der für die Insel neue Restaurants mit eigener Identität bringt, statt mehr von dasselbe.

Was bedeutet dieser Mai für das kulturelle Selbstverständnis der Insel?

Es ist kein Zufall, dass das Cabildo das Canariona-Festival überhaupt reinventiert hat. Das alte Format war ein Wettbewerb der Folklore-Gruppen mit Jury und Preisen — ein Modell aus den siebziger Jahren, das die Spaltung zwischen «authentisch» und «nicht-authentisch» feierte. Das neue Festival lässt diese Logik fallen. Die urbane Szene mit DJ Saot ST steht am gleichen Abend auf der gleichen Bühne wie die Parranda Araguaney und die Orquesta Filarmónica. Das ist eine kulturpolitische Aussage: kanarische Identität ist nicht eine geschützte Vergangenheit, sondern ein lebendiger Verhandlungsraum.

Das Schul-Festival am 22. Mai in Vecindario unterstreicht diese Linie. Wenn 650 Kinder aus 15 Gemeinden gemeinsam auftreten, dann ist das nicht nur ein Schauspiel — es ist eine Investition in die Tradition. In einer Zeit, in der die Bevölkerungsstruktur der Insel sich rasant durch Migration verändert, ist die kulturelle Vermittlung an die nächste Generation eine politische Frage erster Ordnung. Die Insel kann nicht entscheiden, wer zu ihr kommt. Aber sie kann entscheiden, was sie an die Kinder weiterträgt.

Die Bib-Gourmand-Adressen passen in das gleiche Bild auf der Tisch-Ebene. Sie sind das Gegenteil der austauschbaren Tourismus-Restaurants in Maspalomas und Meloneras. Sie kochen für Inselbewohner an erster Stelle und für Besucher an zweiter — was paradoxerweise dazu führt, dass sie den Besuchern eine ehrlichere Erfahrung bieten als die Restaurants, die ausschliesslich auf Touristen ausgerichtet sind. Wer im Mai 2026 am Festival teilnimmt und in einem dieser Häuser isst, hat einen Blick auf die Insel, den die Hotelbroschüre nicht liefert.

Häufig gestellte Fragen

Wann findet das Festival «La Isla de mi Vida» statt?

Das neue Festival des Cabildo Gran Canaria findet an zwei Tagen statt. Am 22. Mai 2026 in Vecindario auf der Plaza de San Rafael mit dem Schul-Festival «La Isla de mi Vida Escolar y Familiar» — über 650 Schüler aus 15 Gemeinden, kostenloser Eintritt. Am 29. Mai 2026 in Las Palmas auf der Plaza de Santa Ana mit dem Hauptstück Attindamana — über 500 Künstler ab 20:30 Uhr, vorab Pasacalles ab 19:30 Uhr von San Telmo aus, kostenloser Eintritt. Beide Termine sind die Neuauflage des Día de Canarias 2026.

Wer steht hinter dem Spektakel Attindamana?

Attindamana ist eine Grossproduktion mit über 500 Künstlern, getragen von der kollegialen Regie aus Mario Vega, Belén Álvarez Lajalada, Víctor Batista, Ner Suárez, Manuel Abrante, Ruth Sánchez und Javier Cerpa. Auf der Bühne stehen die Orquesta Filarmónica de Gran Canaria, die Parranda Araguaney, Umiaya, Mujeres D, Raíces Atlántikas und Los Serenquenquenes. Über 40 Stimmen und Instrumentalisten haben Soloparts. Die Inszenierung kombiniert traditionelle Folklore mit zeitgenössischer Komposition. Den Abschluss übernimmt DJ Saot ST mit «After Hours: The Mixtape».

Was ist der Unterschied zum alten Canariona-Festival?

Das alte Canariona war ein Wettbewerb der Folklore-Gruppen mit Jury und Preisen, ein Format aus den siebziger Jahren. Das neue Festival «La Isla de mi Vida» lässt die Wettbewerbs-Logik fallen und ist eine offene Produktion, die alle 21 Gemeinden der Insel einbindet. Die urbane Szene steht am gleichen Abend auf der gleichen Bühne wie die traditionelle Parranda. Das Format soll auch dauerhaft neue Liedrepertoires produzieren — nicht nur Folklore zeigen, sondern selbst Folklore-Produktion betreiben.

Welche Bib-Gourmand-Restaurants hat die Guía Michelin 2026 für Gran Canaria gelistet?

Die Guía Michelin 2026 hat in Las Palmas drei Bib-Gourmand-Restaurants gelistet: Deliciosamarta und Qué Leche in der Triana-Vegueta-Achse (fünf Minuten zu Fuss von der Plaza de Santa Ana entfernt — ideal für Festival-Besucher), und El Equilibrista 33 in der Calle Ingeniero Salinas 23 im Stadtteil Alcaravaneras. Die Guía Michelin listet 204 Bib-Gourmand-Restaurants in Spanien gesamt, davon 29 Neuzugänge in der 2026er Edition.

Welche Küche bietet El Equilibrista 33?

El Equilibrista 33 unter Carmelo Florido als Chef-Eigentümer steht für eine kreativ-traditionelle kanarische Küche mit gofio — der gerösteten Maismehl-Spezialität der Inseln — als rotem Faden durch fast alle Gänge. Die Guía Michelin hebt die huevos moles, das ceviche canario und die carajacas (Kalbsleber mit karamellisierten Zwiebeln) hervor. Das Restaurant liegt nahe der Las-Alcaravaneras-Strand und gehört zu den Adressen, die das Verständnis der Insel-Küche jenseits der Tourismus-Restaurants bewahren.