Drei von vier spanischen Reisenden, die bei Waynabox eine «Isla Sorpresa»-Reise buchen, schliessen mindestens eine spanische Insel aus dem möglichen Zielspektrum aus. Das ist die Hauptaussage einer am 28. April 2026 von der katalanischen Reiseplattform veröffentlichten Studie (Diario de Avisos), die das Buchungsverhalten ihrer Kunden analysiert. Vier Kanaren-Inseln stehen in der Liste — Gran Canaria mit 10,4 Prozent Ausschluss-Rate, Tenerife mit 9 Prozent, Lanzarote mit 5 Prozent und Fuerteventura mit 3,2 Prozent.
Am gleichen Tag präsentierte die Consejería de Turismo unter Jéssica de León eine modernisierte Version des Observatorio Turístico de Canarias mit KI-Assistent — Teil eines Plan de Actuación 2026 von 48,3 Millionen Euro (Gobierno de Canarias). Drei Bewegungsfelder zur gleichen Zeit: ein Schwächezeichen aus dem Markt, eine technologische Antwort der Verwaltung, eine Marketing-Offensive für die am stärksten betroffene Insel La Palma. Gemeinsam ergeben sie das Bild eines Tourismus, der sich in einer Phase der Selbstkorrektur befindet.
Was sagt die Waynabox-Studie genau?
Waynabox ist eine spanische Reiseplattform mit Sitz in Barcelona, spezialisiert auf Überraschungsreisen — der Reisende erfährt sein Ziel erst 48 Stunden vor dem Abflug. Bei der Buchung einer «Isla Sorpresa»-Reise (Inselüberraschung) kann der Kunde eine der 16 möglichen Inseldestinationen aus seinem Spektrum kostenlos ausschliessen. Dieses Datenset hat Waynabox jetzt erstmals zur Untersuchung der Präferenzen veröffentlicht.
Das Hauptergebnis: 75 Prozent der spanischen Reisenden schliessen eine spanische Insel aus. Das stärkste Phänomen zeigt sich bei den Balearen — Mallorca führt mit 19,9 Prozent Ausschluss-Rate, Ibiza mit 17,3 Prozent. Gran Canaria folgt auf Platz 4 mit 10,4 Prozent. Tenerife rangiert auf Platz 7 mit 9 Prozent. Lanzarote 5 Prozent, Fuerteventura nur 3,2 Prozent — letztere mit der niedrigsten Ausschluss-Rate aller spanischen Inseldestinationen im Ranking.
Jordi Agustí, CEO von Waynabox, kommentiert die Tendenz: es gebe eine «Tendenz, das Eigene zu unterschätzen», obwohl spanische Strände «zu den besten Europas gehören». Die Befunde sind kein quantitativer Tourismus-Zusammenbruch — Waynabox bedient ein spezifisches Marktsegment der Spontan-Reisenden — aber sie spiegeln eine Wahrnehmungs-Schwäche, gegen die die Kanaren bislang wenig Marketing-Antwort haben.
Was steht im Plan de Actuación 2026 mit 48,3 Millionen Euro?
Der Aufsichtsrat von Turismo de Islas Canarias hat den Plan de Actuación 2026 im Februar 2026 verabschiedet. Die fünf Achsen mit Budget:
Klima-Aktion und regeneratives Modell: rund 5 Millionen Euro. Schwerpunkt: das Programm RegNext, das Public-Private-Partnership zur Finanzierung von Regeneration etabliert. Ziel: Klimawandel-Aktion als «Wettbewerbsvorteil des Reiseziels».
Bürgerbeteiligung: 1,5 Millionen Euro. Bürger-Foren, Kontaktpunkte mit Sozial- und Umwelt-Verbänden, Tourismus-Produkte mit kanarischer Identität.
Inteligencia Turística (KI/Daten): 2,6 Millionen Euro. Hauptprojekt: die neue Version des Observatorio Turístico de Canarias mit KI-Assistent, der den Zugang zu Daten ohne technisches Vorwissen erlaubt. Vorgestellt am 28. April 2026 im Tenerife Espacio de las Artes.
Luftverkehrsanbindung: 140.000 Euro. Klein, aber strategisch — die Vergabe erfolgt über bilaterale Verhandlungen mit Airlines.
Verwaltungskosten: 4,5 Millionen Euro.
Hinzu kommen Premium-, Wellness- und Event-Segmente — die Consejera de León bezeichnet sie als «Wachstums-Schwerpunkte». Die Verschiebung in der Strategie ist deutlich: weniger Volumen-Tourismus, mehr Qualität, mehr Daten-Steuerung.
Wie funktioniert das neue KI-Observatorium?
Das neue Observatorio Turístico de Canarias ist seit dem 28. April 2026 in der modernisierten Version zugänglich. Kernfunktion: ein konversationaler Assistent auf KI-Basis, der Tourismus-Daten in natürlicher Sprache abfragbar macht. Hoteliers, Verwaltungs-Mitarbeiter, Reise-Veranstalter und Bürger können dem System Fragen stellen wie «Wie viele deutsche Touristen kamen im März auf die Kanaren?» und erhalten visualisierte Antworten ohne SQL-Kenntnisse.
Die technologische Grundlage liefert teilweise das kanarische Unternehmen AdQuiver mit Sitz in Las Palmas, gegründet 2016, eines der 40 führenden spanischen Unternehmen für Tourismus-Technologie 2023 und 2024 (AtlánticoHoy). Jorge Núñez, CEO von AdQuiver, fasst die Logik zusammen: «Daten dienen nicht nur dem mehr Verkaufen; sie helfen auch, Tourist:innen-Flüsse besser zu verstehen, die Saisonalität zu reduzieren, Märkte zu diversifizieren und höherwertigen Tourismus anzuziehen.»
AdQuiver liefert die Technologie für Smart Data Canarias, ein gemeinsames Projekt mit den Tourismus-Patronaten von Gran Canaria und Fuerteventura. Auf europäischer Ebene ist das Unternehmen am DEPLOYTOUR-Projekt beteiligt — der Aufbau eines europäischen Daten-Raums für den Tourismus-Sektor. Die Kanaren positionieren sich damit nicht nur als Konsument, sondern als Lieferant von Tourismus-Tech an andere europäische Destinationen.
Welche Marketing-Offensive plant La Palma 2026?
La Palma ist die kanarische Insel, die am stärksten Marketing-Aufmerksamkeit benötigt. Vulkanischer Ausbruch September-Dezember 2021, Verlust von 4.000 Hotelbetten im Valle de Aridane, 50 Prozent Verlust am deutschen Markt nach Aussage des CIT Tedote, langsame Erholung seit 2023.
Die Kennzahlen für 2026 zeigen Bewegung: 63.096 Flugpassagiere im Februar 2026, +5,8 Prozent gegenüber Februar 2025; 123.608 in den ersten zwei Monaten, +2,7 Prozent gegenüber 2025. Daten aus dem Bericht der Cátedra de Turismo CajaCanarias-Ashotel der Universidad de La Laguna. Trotz reduziertem Hotelangebot gegenüber 2019 hat die Insel die Auslastung der aktiven Plätze optimiert.
Das Bono Turístico La Palma 2026 ist die zentrale Marketing-Aktion: Tarjetas virtuales von 250 € pro Person für Aufenthalte auf der Insel, finanziert vom Gobierno de Canarias und der Secretaría de Estado de Turismo. Die Kampagne wurde im April 2026 reaktiviert, mit einer Erweiterung der internationalen Promotion über Turespaña — Prioritätsmärkte Deutschland, Österreich, Niederlande, Belgien, Schweiz. Zweite Prioritätsstufe: UK, Skandinavien, Frankreich, Italien.
Hinzu kommt der «Programa de Desarrollo de Vuelos in der Region Ultraperiférica de Canarias 2013-2026» — Subventionen für Airlines, die eine der 18 vorgesehenen internationalen Routen aus Österreich, Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Italien, Norwegen, Schweden oder UK auf La Palma starten. La Palma will 2026 mit den fortlaufenden Marketing-Mitteln — die zusammen mehrere Millionen Euro betragen — die Wahrnehmungs-Lücke schliessen, die die Vulkan-Bilder der Welt-Medien 2021 gerissen haben.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kanaren-Inseln stehen auf der Waynabox-Liste der unbeliebten Spontanziele?
Vier Kanaren-Inseln stehen auf der Liste, die Waynabox am 28. April 2026 publiziert hat: Gran Canaria mit 10,4 Prozent Ausschluss-Rate (Platz 4), Tenerife mit 9 Prozent (Platz 7), Lanzarote mit 5 Prozent und Fuerteventura mit 3,2 Prozent — letztere mit der niedrigsten Ausschluss-Rate aller spanischen Inseldestinationen. Die Studie analysiert das Buchungsverhalten von Kunden der Spontanreise-Plattform Waynabox aus Barcelona.
Wie viel Geld hat die kanarische Tourismus-Verwaltung 2026 zur Verfügung?
Der Plan de Actuación 2026 von Turismo de Islas Canarias umfasst 48,3 Millionen Euro. Die fünf Achsen: Klima-Aktion 5 Millionen, Bürgerbeteiligung 1,5 Millionen, Inteligencia Turística (KI/Daten) 2,6 Millionen, Luftverkehrsanbindung 140.000 Euro, Verwaltungskosten 4,5 Millionen. Hinzu kommen die Premium-, Wellness- und Event-Segmente.
Was ist neu am Observatorio Turístico de Canarias?
Die neue Version des Observatorio Turístico de Canarias ist seit dem 28. April 2026 zugänglich. Kernfunktion: ein konversationaler Assistent auf KI-Basis, der Tourismus-Daten in natürlicher Sprache abfragbar macht. Vorgestellt am Tenerife Espacio de las Artes durch die Consejera de Turismo y Empleo Jéssica de León. Die technologische Grundlage liefert teilweise das kanarische Unternehmen AdQuiver mit Sitz in Las Palmas.
Welche Marketing-Aktionen plant La Palma 2026?
Das Bono Turístico La Palma 2026 ist die zentrale Marketing-Aktion: virtuelle Karten von 250 € pro Person für Aufenthalte auf der Insel, finanziert vom Gobierno de Canarias und der Secretaría de Estado de Turismo. Hinzu kommen Subventionen über das Programa de Desarrollo de Vuelos für Airlines, die internationale Routen auf La Palma starten — Prioritätsmärkte Deutschland, Österreich, Niederlande, Belgien, Schweiz. Februar 2026 zeigt 63.096 Flugpassagiere, +5,8 Prozent gegenüber Februar 2025.
Hat La Palma sich vom Vulkan-Ausbruch erholt?
Teilweise. Die Insel hat 2021 etwa 4.000 Hotelbetten im Valle de Aridane verloren und über 50 Prozent ihres deutschen Marktes nach Aussage des CIT Tedote. Die Kennzahlen zeigen 2026 eine vorsichtige Erholung: 123.608 Flugpassagiere in den ersten zwei Monaten, +2,7 Prozent gegenüber 2025. Trotz reduziertem Hotelangebot gegenüber 2019 hat die Insel die Auslastung der aktiven Plätze optimiert. Die volle Wahrnehmungs-Erholung am internationalen Markt ist allerdings ein Mehrjahres-Projekt.
Weiterlesen
- Kanaren beenden Streit um Tourismus-Moratorium – Baurecht statt 500 Millionen EuroKanaren · 21. August
- 108 Millionen Euro vom Staat für Kanaren-Firmen: Tourismus und eine Tabakfabrik vornKanaren · 13. August
- Kanaren: 47,5 Millionen Euro für kostenlose Busse und BahnKanaren · 14. Oktober
- Kanaren: Starke Calima bis Mittwoch, über 30 Grad im SüdenKanaren · 26. Oktober
- Kanaren: Wohnpreise steigen 108%, Löhne nur 30%Kanaren · 25. Oktober
- Alle Events auf den Kanaren →