Wie stark ist die Lücke zwischen Preisen und Löhnen?
Die Kaufpreise für Wohnraum auf den Kanaren stiegen laut einem CCOO-Bericht zwischen dem 2. Quartal 2013 und dem 2. Quartal 2026 um 108 Prozent. Die durchschnittlichen Löhne auf den Kanaren stiegen laut dem CCOO-Bericht zwischen dem 2. Quartal 2013 und dem 2. Quartal 2026 nominal nur um 30 Prozent.
Damit wuchs der Kaufpreis von Wohnraum 3,6-mal stärker als der Lohn. Aus einem Hauspreis von 100.000 Euro im Jahr 2013 wären 2026 rechnerisch 208.000 Euro geworden, aus einem Jahresgehalt von 20.000 Euro etwa 26.000 Euro.
Auf den Kanaren stiegen neue Mietverträge um rund 40 Prozent, bestehende Verträge um 21 Prozent, während die Löhne in diesem Vergleich um 17 Prozent stiegen.
Wie wirkt sich die Preislücke auf Residenten und Zugezogene aus?
Für kanarische Arbeitnehmer bedeutet die Entwicklung eine geringere Kaufkraft und einen erschwerten Zugang zu Eigentum und Mietwohnungen. Für Zugezogene und ausländische Residenten gelten dieselben Marktpreise, eine besondere Preisregel oder Befreiung für Expats nennt die Berichterstattung nicht.
Die Zimmermiete lag median bei 400 Euro. Besucher sind vor allem indirekt betroffen, weil hohe Wohnkosten das Angebot für dauerhafte Residenten verknappen können, eine neue Touristenregel wird nicht genannt.
Welche Unterstützung gibt es für Mieter?
Die aktuelle Ausschreibung erhielt mehr als 8.300 Anträge und verfügt über ein Budget von mehr als 13 Millionen Euro. Die Regierung der Kanaren kündigte an, die Anträge vor Ende 2026 zu entscheiden, ein genauer Bescheidtermin ist nicht genannt.
Wie entwickeln sich die Kaufpreise aktuell?
Bei gefördertem Wohnraum waren es 1.231,2 Euro pro Quadratmeter, ein Jahresanstieg von 3,7 Prozent. Im 1. Quartal 2026 lag der Wert freien Wohnraums laut den zitierten INE-Daten bei 2.233,7 Euro pro Quadratmeter, 13,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Welche Massnahmen fordert die Gewerkschaft?
Die CCOO fordert kurzfristig, Mietverträge zu verlängern und in unbefristete Verträge umzuwandeln sowie Saisonmieten, Zimmermieten und touristische Vermietungen zu regulieren. Langfristig will die Gewerkschaft einen dauerhaften Bestand von 1,5 Millionen erschwinglichen Wohnungen schaffen.
Dafür sollen jährlich 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bau, Kauf und Übernahme von Wohnungen fliessen. Die Berichte nennen keine neue allgemeine Mietpreisobergrenze und keine zusätzlichen Fristen für Residenten, Expats oder Besucher.
Welche Fragen bleiben offen?
Offen bleibt, wann und ob weitere Massnahmen die Preislücke zwischen Wohnkosten und Einkommen verringern. Die Regierung der Kanaren hat bislang keinen genauen Bescheidtermin für die Anträge des Bono Alquiler Joven veröffentlicht.