Wie stark klaffen Mieten und Löhne auseinander?

Wohnungen auf den Kanaren kosteten im 2. Quartal 2026 nominal 108 Prozent mehr als im 2. Quartal 2013, wie Canarias7 berichtet. Der durchschnittliche Lohn stieg im selben Zeitraum nur um 30 Prozent.

Die Wohnkosten legten damit 3,6-mal so stark zu wie die Löhne. Am härtesten trifft es Mieter auf Wohnungssuche: Bei Neuvermietungen stiegen die Mieten zwischen 2015 und 2024 um rund 40 Prozent, das ist der drittstärkste Anstieg Spaniens.

Bei laufenden Mietverträgen fiel das Plus mit 21 Prozent deutlich milder aus. Der durchschnittliche Lohn wuchs im selben Vergleichszeitraum um 17 Prozent, meldet Canarias7.

Der Index des Instituto Nacional de Estadística (INE, spanisches Statistikamt) lässt das Baskenland, Navarra, Ceuta und Melilla aus. Die Tendenz ist trotzdem klar: Wohnen wird schneller teurer als Arbeiten.

Was kostet eine Wohnung aktuell?

Eine freie Wohnung auf den Kanaren war im 1. Quartal 2026 pro Quadratmeter 2.233,70 Euro wert, wie Canarias7 berichtet. Das sind 13,6 Prozent mehr als im 1. Quartal 2025.

Laut dem Gobierno de Canarias kostete Ende 2025 eine freie Wohnung auf den Kanaren im Schnitt 1.176 Euro Monatsmiete. In Las Palmas lag sie bei 1.158 Euro, in Santa Cruz de Tenerife bei 1.111 Euro.

Für einen jungen, alleinstehenden Arbeitnehmer schluckte die Miete 98,7 Prozent des Einkommens. Bei einem Haushalt waren es 45,3 Prozent, empfohlen werden häufig höchstens 30 Prozent.

Ein Zimmer kostete im Median 400 Euro. Alle Zahlen stammen aus dem Amtsblatt der Kanaren (BOC).

Was bedeutet das für Residenten und Zuziehende?

Wer arbeitet, auf den Kanaren wohnt oder aus dem Ausland zuzieht, zahlt vor allem beim Einstieg mehr. Wer erstmals mietet oder die Wohnung wechselt, trifft auf viel stärker gestiegene Neuvertragsmieten als bestehende Mieter.

Besucher betreffen diese Mietvertragsdaten nicht unmittelbar.

Die kanarische Regierung nennt das Wohnungsangebot «sehr viel geringer» als die Nachfrage. Damit begründet sie neue Massnahmen für Langzeitmieten.

Welche Hilfe gibt es für junge Mieter?

Der Bono Alquiler Joven soll jungen Mietern 250 Euro im Monat für 24 Monate zuschiessen, insgesamt 6.000 Euro. Er gilt für Personen bis einschliesslich 35 Jahre.

Die Miete oder der Überlassungspreis darf höchstens 900 Euro im Monat betragen. Bis Oktober 2026 erhielt das Gobierno de Canarias mehr als 8.300 Anträge, bei einem Budget von über 13 Millionen Euro.

Die Prüfung lief noch, die Entscheidung sollte vor Ende 2026 fallen. Einkommens- und Mietgrenzen hängen vom Gebiet ab: regulär bis 600 Euro, in bestimmten Gebieten bis 750 oder 900 Euro im Monat.

Für Zimmer gelten tiefere Grenzen. Die allgemeine Mietförderung kann bis zu 50 Prozent der anrechenbaren Kosten betragen, höchstens aber 6.500 Euro.

Was tut die Politik gegen die Wohnungsnot?

Das Decreto ley 3/2025 führte die «incentivierte erschwingliche Wohnung» ein. Sie muss als Hauptwohnsitz vermietet werden, misst 60 bis 120 Quadratmeter und darf höchstens 20 Prozent über der Referenzmiete für entsprechend geförderte Wohnungen kosten.

Zugelassen sind grundsätzlich Haushalte mit höchstens dem Sechsfachen des IPREM. Ausserdem ist unter anderem ein mindestens vierjähriger Wohnsitz in einer kanarischen Gemeinde vorgesehen.

Das Regierungsprogramm für private geförderte Mietwohnungen gilt für Neubauten, Sanierungen und die Fertigstellung stillgelegter Projekte. Je nach Modell müssen Eigentümer zehn oder 25 Jahre vermieten, die öffentliche Schutzbindung dauert 30 Jahre.

Die Ley 6/2025 zur nachhaltigen Nutzung touristischer Wohnungen soll das touristische Angebot stärker ordnen und Langzeitmieten fördern. Sie sieht unter anderem Ausgleichsmechanismen vor, bei denen eine weitere touristische Nutzung an zusätzlichen dauerhaften Wohnraum geknüpft werden kann.

Was ist noch offen?

Endgültige Bewilligungszahlen, individuelle Auszahlungstermine und eine neue allgemeine Mietobergrenze nennen die Berichte nicht. Offen ist daher, wie viele Anträge förderfähig sind und wann das Geld tatsächlich fliesst.

Die nächste ausdrücklich genannte Frist ist die geplante Entscheidung über den Jugendmietzuschuss bis spätestens Ende Dezember 2026. Wer den Bono Alquiler Joven beantragt hat, sollte die Mitteilungen der kanarischen Verwaltung im Blick behalten.