Wie stark sind die Kaufpreise gestiegen?

Der durchschnittliche Verkehrswert einer frei finanzierten Wohnung lag laut ISTAC im 2. Quartal 2026 bei 2.279,40 Euro pro Quadratmeter. Das waren 14,2 Prozent mehr als im 2. Quartal 2025. Landesweit stieg der Wert im selben Zeitraum um 12,5 Prozent auf 2.355 Euro pro Quadratmeter.

Der Wohnungsindex der Kanaren erreichte 2026 laut Canarias Ahora 191,5 Punkte. Wohneigentum war damit 91,5 Prozent teurer als 2015 und 40,5 Prozent teurer als am Höhepunkt der Immobilienblase 2008. Damals lag der Index bei 136,3 Punkten.

Der offizielle Wohnpreisindex des INE weist für 2025 einen jährlichen Anstieg von 11,0 Prozent auf den Kanaren aus. In Spanien insgesamt betrug der Anstieg 12,9 Prozent.

Wie entwickeln sich Löhne und Preise?

Zwischen 2015 und 2025 stiegen die Verbraucherpreise laut Canarias Ahora um 27,2 Prozent. Die durchschnittlichen Löhne legten im selben Zeitraum um 26,5 Prozent zu. Die Löhne konnten die Inflation damit fast ausgleichen.

Der Preis für Wohneigentum stieg jedoch um 91,5 Prozent. Das ist fast dreimal so stark wie die Lohnentwicklung. Für junge Menschen und mittlere Einkommen wird die Anzahlung für eine Hypothek dadurch zu einer immer höheren Hürde.

Die verfügbare Haushaltsrente wuchs zwischen 2015 und 2025 laut Canarias Ahora um 64,6 Prozent. Dahinter steht ein Wandel der Haushalte: Immer mehr Erwachsene arbeiten unter einem Dach, um die Rechnungen zu bezahlen.

Was kostet eine Mietwohnung?

Die durchschnittliche Miete einer freien Wohnung lag Ende 2025 laut BOC-Bekanntmachung 3271 bei 1.176 Euro pro Monat. Das entsprach 98,7 Prozent des Einkommens einer jungen beschäftigten Person. Für einen Haushalt betrug die Mietbelastung 45,3 Prozent.

Nach Provinzen lagen die durchschnittlichen Mieten bei 1.158 Euro in Las Palmas und 1.111 Euro in Santa Cruz de Tenerife. Der spanische Durchschnitt betrug 1.205 Euro, ein Plus von 5,1 Prozent im Jahresvergleich gegenüber 1.146 Euro im 1. Quartal 2025.

Ein Zimmer kostete im Median 400 Euro monatlich. Der Mietindex des INE verzeichnete für die Kanaren zwischen 2015 und 2024 einen Anstieg von 24 Prozent. Dieser Anstieg verlief laut Canarias Ahora in etwa parallel zur Inflation.

Welche Hilfen gibt es für Mieter?

Der Bono Alquiler Joven beträgt laut BOC-Bekanntmachung 3271 250 Euro monatlich, insgesamt 6.000 Euro über 24 Monate. Anspruchsberechtigt sind Personen bis einschliesslich 35 Jahre. Die Monatsmiete darf höchstens 900 Euro betragen, bei einem Zimmer höchstens 450 Euro.

Die konkrete Antragsfrist und das Verfahren müssen der jeweiligen Förderbekanntmachung entnommen werden. Die BOC-Bekanntmachung 3271 vom 17. September 2026 nennt die Bedingungen der Jugendmietförderung.

Bis Ende 2025 waren laut Canarias Ahora 36.950 Personen als Bewerber für geförderten Wohnraum beim ICAVI registriert. Ausserdem gab es 1.426 Personen oder Familien, die im vorangegangenen Jahr eine Zwangsräumung durchlaufen hatten.

Wie viele Wohnungen werden gebaut?

Bis Juli 2026 wurden laut ISTAC 10.254 Hypotheken für Wohnungen registriert. Das waren 0,3 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Die Zahl der Hypotheken zeigt die Nachfrage nach Wohneigentum, nicht das Angebot an Neubauten.

Die kanarische Regierung nannte im Juli 2026 laut Canarias Ahora das Ziel, bis zum Ende der Legislaturperiode mehr als 4.000 öffentliche Wohnungen «in Umsetzung» zu haben. Die endgültige Zahl der geförderten Neubauwohnungen bleibt offen.

Seit 2024 hat die Regierung der Kanaren verschiedene Normen verabschiedet, um den Bau zu beschleunigen. Dazu gehört eine Reform zur Beschleunigung von Baugenehmigungen. Die Preise markieren dennoch weiter Höchststände.

Was bleibt offen?

Offen bleiben die endgültige Zahl der geförderten Neubauwohnungen und die konkrete Umsetzung zusätzlicher Massnahmen. Auch die Antragsfristen ausserhalb der zitierten Jugendmietförderung sind nicht veröffentlicht.

Für Einwohner und neu zuziehende Beschäftigte bedeutet die Entwicklung höhere Kauf- und Mietkosten sowie grössere Anforderungen an Eigenkapital. Für Besucher gelten aus den genannten Quellen keine neuen Gebühren, Einreisebestimmungen oder Schliessungen.

Die kanarische Regierung hat seit 2024 verschiedene Normen verabschiedet, um den Bau zu beschleunigen. Die Marktentwicklung zeigt jedoch, dass das Angebotsdefizit fortbesteht.