Was ändert sich für Mieter und Urlauber?

Mieter, Residenten und Urlauber merken 2027 zunächst nichts, denn der Entwurf schafft erst mit dem Ja des Parlaments Ansprüche. Neue Regeln, Fristen oder Antragswege nennt die Mitteilung der Regierung nicht.

Für Miet- und Kaufzuschüsse plant das Wohnungsinstitut Instituto Canario de la Vivienda (ICAVI) 84,7 Millionen Euro, so das Ministerium von Pablo Rodríguez. Einen Aufruf für 2027, Termine oder Bedingungen hat die Regierung bisher nicht veröffentlicht.

Wie sich das Geld auf die Inseln verteilt, hat die Regierung der Kanaren nicht vorgelegt, auch nicht für Teneriffa, Gran Canaria oder Fuerteventura. Ob etwas in die Ferienorte im Süden fliesst, lässt sich deshalb nicht sagen.

Der Nahverkehr bleibt im Etat: 99,6 Millionen Euro stützen den öffentlichen Verkehr samt Gratistarifen im Linienbus (guagua). Ob sich die Bedingungen für die Gratisfahrten ändern, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Wohin fliessen die 551 Millionen Euro?

Das Ministerium kommt 2027 auf 551.082.944 Euro, wie die Regierung am 3. November 2026 mitteilte. An seiner Spitze steht Pablo Rodríguez, Consejero (Minister) für Obras Públicas, Vivienda y Movilidad.

Das ICAVI erhält 249.052.938 Euro, 26 Prozent mehr als 2026. Seinen höchsten Etat hat das Institut damit im vierten Jahr in Folge.

93,3 Millionen Euro sollen in den Bau öffentlicher Wohnungen fliessen, 51 Millionen in Sanierung und Unterhalt. Nach Angaben der Regierung sind 3.963 öffentliche Wohnungen in unterschiedlichen Phasen der Planung und des Baus.

Auf die Strassen entfallen 227,4 Millionen Euro, davon 215 Millionen aus dem Convenio de Carreteras 2018-2027, dem Strassenabkommen zwischen Staat und Kanaren. Der Bereich Verkehr und Mobilität insgesamt erhält 147,3 Millionen Euro.

Puertos Canarios (Kanarische Häfen) bekommen 30,4 Millionen Euro. Die Viceconsejería de Infraestructuras erhält 10,6 Millionen für blaue Wirtschaft und Innovation, die Küstenverwaltung 3,6 Millionen für das kanarische Küstengesetz.

Wie gross ist das Plus im Gesamtbudget?

Das Gesamtbudget wächst um 717,6 Millionen Euro oder 5,7 Prozent auf 13.209 Millionen Euro. Den Entwurf billigte der Consejo de Gobierno (Regierungsrat) am 26. Oktober 2026.

Beim Wohnen steigt der Etat um 48,6 Millionen Euro, ein Plus von 24,6 Prozent. Prozentual liegt es damit vor Gesundheit, Bildung und Soziales.

Die Gesundheit wächst um 409 Millionen Euro und übersteigt erstmals 5.000 Millionen. Bildung legt um 217 Millionen zu, Soziales um 197 Millionen.

Matilde Asián, Consejera de Hacienda (Finanzen), rechnet für 2027 mit 1,1 Prozent Wachstum, 3,1 Prozent Inflation und 12,4 Prozent Arbeitslosigkeit. Dagegen fallen rund 500 Millionen Euro EU-Wiederaufbaugelder weg, und der Etat muss 4,5 Prozent mehr Lohn im öffentlichen Dienst tragen.

Zum Vergleich lag der Etat 2026 bei 12.491,4 Millionen Euro. Im Juli 2026 hatte die Regierung die Ausgabenobergrenze auf 12.912 Millionen Euro gesetzt.

Der Entwurf liegt darüber. Warum, erklären die Unterlagen nicht.

Was steckt hinter dem Strassenabkommen mit dem Staat?

Das Strassenabkommen (Convenio de Carreteras) regelt die Strassenfinanzierung zwischen Staat und Kanaren und läuft von 2018 bis 2027. Ein Zusatz verlängert es bis 2030, ein Entwurf dazu erhielt am 19. März 2025 grünes Licht.

Den dritten Zusatz unterzeichneten beide Seiten im September 2025. Der Staat zahlt, die Regierung der Kanaren führt die Bauten aus, so die Regierung.

Der Consejo de Ministros (spanischer Ministerrat) genehmigte 407,4 Millionen Euro künftige Staatsausgaben für den Zusatz, davon rund 273 Millionen für 2026 und 2027. Das gesamte Abkommen kommt damit laut Regierung der Kanaren auf 1.607,4 Millionen Euro.

Wohnen und Mobilität sind die grössten Herausforderungen der Inseln, sagt Pablo Rodríguez. Verkehrsprobleme löse man nicht allein mit Strassenbau, so der Consejero.

Wann stimmt das Parlament ab?

Das Finanzressort übergab den Entwurf am 30. Oktober 2026 dem Parlament de Canarias, vor der gesetzlichen Frist am 1. November. Das gelang der Regierung nach eigenen Angaben das vierte Jahr in Folge.

Einen Zeitplan für Änderungsanträge, Ausschüsse und die Schlussabstimmung nennen die Unterlagen nicht. Den Kalender sollten Interessierte auf parcan.es prüfen.

Im Vorjahr beschloss das Parlament den Etat 2026 am 16. Dezember 2025, nach Ausschusssitzungen am 3., 4. und 11. Dezember. Ob 2027 ähnlich verläuft, ist offen.