Was ändert sich für Urlauber und Residenten auf den Kanaren?
Auf den Kanaren ändert sich nach dem Stand der Recherche nichts, die Räumung betraf allein Madrid. Canarias7 druckte die Meldung als Agenturtext in der nationalen Politik, einen kanarischen Bezug fand die Recherche nicht.
Keine der geprüften Quellen nennt Fristen, Bussen, Preise oder Voraussetzungen für einen Anspruch. Dass Teilnehmer von den Inseln dabei waren oder die Wohnungslage auf den Kanaren eine Rolle spielt, ist nicht belegt.
Wer in den nächsten Tagen nach Madrid reist, kann rund um die Puerta del Sol mit Polizei rechnen. Eine amtliche Sperrung fand die Recherche nicht, aktuelle Hinweise gibt die Delegación del Gobierno (Vertretung der Zentralregierung in Madrid).
Was geschah in der Nacht auf Dienstag auf der Puerta del Sol?
In der Nacht zum Dienstag, 3. November 2026, räumten die Delegación del Gobierno en Madrid und die Policía Municipal das Lager. Laut Canarias7 hielten sich noch 334 Menschen dort auf, zwei davon nahm die Polizei wegen Ungehorsams und Widerstands fest.
Im Einsatz standen laut Delegación 220 Beamte der Policía Nacional und 180 der Policía Municipal, dazu Feuerwehr und Sozialdienste. Nach 38 Tagen war das Camp vorbei, es hatte am 26. September begonnen.
Ob es Gewalt gab, darüber streiten beide Seiten. Die Gruppe Acampada 26S berichtet von Verletzten durch Schläge und Pfefferspray, die Delegación sagt, die Räumung sei «ohne Gewalt» verlaufen.
Wer die beiden Festgenommenen sind, hat niemand veröffentlicht. Offen bleibt auch, ob sie freikamen oder einem Richter vorgeführt wurden und wie viele Menschen verletzt wurden.
Warum hat die Behörde das Lager aufgelöst?
Die Räumung sei ein «letztes Mittel», sagt die Delegación, die laut Canarias7 Pilar Trinidad leitet. Zuerst sei man schrittweise vorgegangen, doch die Proteste hätten ihren ursprünglichen Charakter verloren und die öffentliche Ordnung gestört.
Die tragenden Organisationen hätten sich zurückgezogen, viele Übernachtende seien inzwischen obdachlos oder besonders schutzbedürftig. Dazu kämen mutmassliche Straftaten in und um das Lager, die die Polizeiführung gemeldet habe, belegt sind sie in der Quelle nicht.
Am 26. Oktober schrieb der damalige Delegierte Francisco Martín den Campern, die verstrichene Zeit sei «angemessen» gewesen. Am 29. Oktober folgte eine zweite Aufforderung, das Lager schnell abzubauen.
Am 30. Oktober meldeten die Sprecher des Camps die Auflösung aller Organisationskommissionen. Eine «Restgruppe» weigerte sich trotzdem, den Platz zu verlassen.
Wie kam es zum Camp und zum Streit vor Gericht?
Auslöser war die Zwangsräumung der 87-jährigen María del Carmen Abascal, genannt Maricarmen, die dabei zusammenbrach und ins Spital kam. Danach folgte eine Grossdemonstration, und laut Euronews standen anfangs etwa 150 Zelte auf dem Platz.
Am 29. September setzte die Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso der Zentralregierung eine Frist von 48 Stunden. Auch Madrids Bürgermeister José Luis Martínez-Almeida forderte die Räumung, am 1. Oktober zog die Regionalregierung vor Gericht.
Am 5. Oktober lehnte das Tribunal Superior de Justicia de Madrid (TSJM, Oberstes Gericht der Region Madrid) eine sofortige Räumung ab. Es wollte zuerst die Delegación hören, um das Versammlungsrecht zu schützen und nicht umkehrbare Schäden durch Polizeigewalt zu vermeiden.
Am 12. Oktober kam es zu Zusammenstössen zwischen Campern und rechtsextremen Gruppen, ein Polizist wurde verletzt, zwei Menschen wurden festgenommen. Mit den Festnahmen vom 3. November hat das nichts zu tun, es war ein anderer Vorfall.
Wie geht es nach der Räumung weiter?
Laut Canarias7 hatten die Organisatoren eine «mudanza» angekündigt, den Umzug der Bewegung in die Stadtviertel. Termine für neue Aktionen oder für ein weiteres Gerichtsverfahren sind nicht bekannt.
Suchtreffer nennen einen Generalstreik am 11. November, den die Recherche an keiner Primärquelle prüfen konnte. Ob das von Pedro Sánchez versprochene Wohnungsdekret existiert und was es enthält, ist ebenfalls unbestätigt.
Die Wohnungskrise, die Canarias7 als Anlass des Protests nennt, bleibt damit ungelöst. Für die Kanaren bringt diese Meldung weder neue Regeln noch neue Termine.