Was ändert sich für Anwohner bei Hitze?
Bei einer offiziellen AEMET-Hitzewarnung können Anwohner einen ausgewiesenen Hotelraum aufsuchen. Das gilt besonders für ältere Menschen, Kinder und andere gefährdete Gruppen, wie das Gobierno de Canarias am 6. August 2026 mitteilte.
Vorgesehen sind klimatisierte Räume wie Empfangshallen und Gemeinschaftsräume. Auch schattige Aussenbereiche wie Gärten, Innenhöfe und überdachte Terrassen sollen offenstehen.
Laut Regierung richtet sich das Angebot an die Bevölkerung, an «jede Person», sofern der Betrieb geöffnet und aktiviert ist. Eine Regel nach Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltsstatus nennt sie nicht.
Auch Touristen schliessen die Quellen nicht aus. Eine ausdrückliche Zusage für sie enthalten sie aber ebenfalls nicht.
Welche Hotels machen mit?
In der ersten Phase nannte Ashotel (nicht das Gobierno) Betriebe in den Gemeinden Adeje, Arona, Puerto de la Cruz und Guía de Isora auf Teneriffa. Dabei sind unter anderem Canarian Hospitality, GF Hoteles, Macaronesian Hotels & Resort und das Hotel Tigaiga.
Eine vollständige Liste der Hotels fehlt in den verfügbaren Regierungsangaben noch. Auch Öffnungszeiten und Kapazitäten sind bislang offen.
Ashotel vertritt die Hotel- und Ferienunterkunftsbetriebe auf Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro. Die Initiative gilt laut Regierung für den gesamten Archipel.
Die Unterkünfte machen freiwillig mit. Sie bringen Räume ein, die zuvor erfasst wurden und die Anforderungen des Programms erfüllen.
Was müssen die Betriebe bieten?
Jeder teilnehmende Betrieb braucht einen zugänglichen, klimatisierten Innenraum. Dazu kommen kostenloses Trinkwasser, eine offizielle Kennzeichnung, eine verantwortliche Person und geschultes Personal.
Für die staatlichen und kommunalen Klimaschutzräume nennt die Regierung Schatten, Sitzgelegenheiten, kostenloses Trinkwasser, Barrierefreiheit, grosszügige Öffnungszeiten und angenehme Temperaturen als zentrale Kriterien. Die Räume stehen der Bevölkerung gratis zum Schutz und Verweilen offen.
Die Initiative verpflichtet die Unterkünfte ausserdem, ihren CO2-Fussabdruck zu berechnen.
Das geht aus dem Ashotel-Protokoll hervor. Weitere Auflagen nennen die Quellen nicht.
Wie funktioniert die Aktivierung?
Nach dem Ashotel-Protokoll startet das Angebot, sobald AEMET, der spanische Wetterdienst, eine offizielle Warnung wegen hoher Temperaturen ausgibt. Ashotel informiert dann die angeschlossenen Betriebe.
Die Hotels halten ihre Räume während der Warnung bereit und bieten Wasser an. Sie melden zudem, ob sie verfügbar sind.
Das Projekt sieht Schilder und eine verantwortliche Person vor. Das Personal für die Betreuung des Schutzraums wird geschult.
Die Bevölkerung soll so einen passenden Ort finden, um sich in der Hitze zu schützen. Das Angebot gilt nur während offizieller Warnungen.
Wie gross ist das Netz bereits?
Mehr als 750 mögliche Klimaschutzräume in über 70 Gemeinden hatte die Regierung bereits ausgemacht. In 49 Gemeinden gibt es Innenräume, in 50 Aussenbereiche oder angepasste Grünanlagen.
Manche Gemeinden haben beide Typen. Die Zahlen beschreiben Orte, die bei der Vorbereitung des Netzes erfasst wurden, und keinen Katalog bereits geöffneter Schutzräume.
Die Arbeiten betreffen Gebäude ebenso wie Grünanlagen. Gemeinsame Kriterien sind Schatten, Ruhe, Wasser und Zugänglichkeit.
Die Umweltabteilung verschickte zudem einen technischen Leitfaden an Gemeinden und Inselregierungen. Damit sollen sie Grünflächen schaffen und anpassen, die diese Aufgabe übernehmen können.
Was ist noch offen?
Offen sind die vollständige Hotelliste, konkrete Öffnungszeiten, Kapazitäten und ein verbindlicher Aktivierungskalender. Das bestätigen die verfügbaren Regierungsangaben.
Die Regierung arbeitet mit GRAFCAN an einem Kartenviewer und einer späteren App. Dort sollen Standort, Öffnungszeiten, Wasserangebot, Toiletten, Barrierefreiheit und Zugangswege erscheinen.
Die geplanten Datenblätter halten Lage, Öffnungszeiten, Zugänglichkeit, Trinkwasser, Toiletten und weitere Dienste fest. So lassen sich die Bedingungen jedes Raums vergleichen und die Nutzung bei extremer Hitze organisieren.
Einen verbindlichen Starttermin für die Hotelinitiative nannte die Regierung bislang nicht. Auch dazu, wann die App erscheint, liegt keine Angabe vor.