Die kanarischen Inseln erleben immer häufiger intensive Hitzewellen. Die Gesundheitsbehörden raten dann eindringlich, sich möglichst lange in kühlen, klimatisierten Räumen aufzuhalten. Doch nicht jeder hat zu Hause eine Klimaanlage oder kann sich den ganzen Tag in einem Einkaufszentrum aufhalten. Genau hier setzt die Hotelvereinigung Ashotel mit ihrem neuen Projekt an: Unter dem Namen „Ashotel Refugio Climático“ entsteht ein Netzwerk aus bestehenden Hotels, die bei offiziellen Hitzewarnungen ihre Türen für die Allgemeinheit öffnen.
Es geht dabei nicht um Neubauten, sondern um ein durchdachtes Protokoll und eine klare Kennzeichnung. Teilnehmende Häuser verpflichten sich, mindestens einen klimatisierten Innenbereich barrierefrei zugänglich zu machen, kostenloses Trinkwasser bereitzustellen und ihr Personal speziell zu schulen. Das Projekt wurde bereits der kanarischen Regierung vorgestellt, um es fest in die regionale Strategie zur Klimaanpassung zu integrieren.
Welche Hotels machen mit?
In der ersten Phase konzentriert sich das Netzwerk auf Teneriffa. Konkret sind es Häuser in den Gemeinden Adeje, Arona, Puerto de la Cruz und Guía de Isora, die sich der Initiative angeschlossen haben. Zu den teilnehmenden Hotelgruppen gehören nach Angaben von Ashotel unter anderem Canarian Hospitality, GF Hoteles, Macaronesian Hotels & Resort und das Hotel Tigaiga. Weitere Häuser auf La Palma, La Gomera und El Hierro sollen schrittweise folgen.
Die teilnehmenden Hotels erkennt man an der offiziellen Beschilderung des Projekts. Ein wichtiges Detail: Die Hotels müssen nachweisen, dass sie ihren CO₂-Fußabdruck berechnet haben oder sich gerade im Zertifizierungsprozess befinden. Damit verknüpft Ashotel das Refugium-Konzept bewusst mit den eigenen Nachhaltigkeitszielen.
Wie funktioniert es in der Praxis?
Das Entscheidende: Die Hotel-Refugien sind kein dauerhaftes Angebot, sondern werden nur bei offiziellen Hitzewarnungen aktiviert. Auslöser sind die Warnstufen der spanischen Wetteragentur AEMET in Abstimmung mit den kanarischen Gesundheits- und Notfallbehörden. Sobald eine solche Warnung gilt, öffnen die teilnehmenden Hotels ihren gekennzeichneten, klimatisierten Bereich.
In diesem Bereich gibt es dann kostenlosen Zugang zu Trinkwasser und geschultes Personal, das als Ansprechpartner vor Ort ist. Jedes Haus benennt eine verantwortliche Person für den Refugium-Service. Die genauen Öffnungszeiten und eventuelle Kapazitätsgrenzen sind öffentlich noch nicht im Detail festgelegt und werden vermutlich von Hotel zu Hotel und in Absprache mit den Gemeinden geregelt.
Für wen ist das Angebot gedacht?
Ashotel richtet sich mit dem Projekt ausdrücklich an die gesamte Bevölkerung – also nicht nur an Hotelgäste. In der Projektbeschreibung ist von „klimatisierten, sicheren und zugänglichen Räumen für die allgemeine Bevölkerung während Hitzewellen“ die Rede. Das schließt Anwohnerinnen und Anwohner der teilnehmenden Gemeinden ebenso ein wie Touristen, die sich in der Nähe aufhalten.
Besonders wertvoll ist das Angebot für Menschen, die zu Hause keine kühlen Räume haben. Der Hitzeaktionsplan der Kanaren nennt ältere Menschen, Kinder und Personen mit chronischen Erkrankungen als besonders gefährdete Gruppen. Für sie können die Hotel-Refugien eine wichtige Anlaufstelle sein, gerade in touristisch geprägten Gegenden, wo es oft an öffentlichen Bibliotheken oder Gemeindezentren mangelt.
Was bedeutet das für Ihren Aufenthalt?
Wenn Sie während einer Hitzewelle auf Teneriffa, La Palma, La Gomera oder El Hierro Urlaub machen, lohnt sich ein Blick auf die Beschilderung in Ihrer Unterkunft. Ist Ihr Hotel Teil des Netzwerks, finden Sie dort nicht nur die gewohnte Klimaanlage, sondern einen explizit als Hitze-Refugium ausgewiesenen Bereich mit kostenlosem Wasser.
Auch wenn Sie in einer Ferienwohnung ohne Klimaanlage wohnen, könnte ein teilnehmendes Hotel in der Nähe eine Option sein. Die offizielle Kennzeichnung macht die Refugien leicht erkennbar. Bedenken Sie aber: Das Angebot gilt nur während aktiver Hitzewarnungen, nicht an jedem beliebigen heißen Tag. Informieren Sie sich am besten vorab bei der Rezeption oder beim örtlichen Tourismusbüro, welche Häuser in Ihrer Umgebung mitmachen.
Häufige Fragen
- Muss ich Hotelgast sein, um ein Refugium zu nutzen?
- Nein, das Angebot richtet sich ausdrücklich an die gesamte Bevölkerung, nicht nur an Übernachtungsgäste.
- Kann ich einfach so in ein teilnehmendes Hotel gehen?
- Der Zugang ist an offizielle Hitzewarnungen gekoppelt. Außerhalb dieser Warnungen sind die Refugien nicht als öffentliche Räume aktiviert.
- Welche Leistungen sind im Refugium garantiert?
- Ein klimatisierter Innenbereich, kostenloses Trinkwasser und geschultes Personal vor Ort. Darüber hinausgehende Services sind nicht Teil des Projekts.
- Gibt es das Angebot auf allen kanarischen Inseln?
- Das Netzwerk startet auf Teneriffa und soll schrittweise auf La Palma, La Gomera und El Hierro ausgeweitet werden. Gran Canaria und die östlichen Inseln sind nicht Teil dieses Ashotel-Projekts.
- Woher weiß ich, ob ein Hotel mitmacht?
- Teilnehmende Häuser sind durch die offizielle Beschilderung des Projekts „Ashotel Refugio Climático“ gekennzeichnet.
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Stand der Informationen: August 2026. Das Projekt befindet sich in der ersten Phase; Details zur Ausweitung und zu beteiligten Hotels können sich ändern.
