Wie stark steigen die Mieten auf den Kanaren?
Die Durchschnittsmiete auf den Kanaren erreicht im dritten Quartal 2026 laut dem Barómetro del Alquiler 1.211 Euro monatlich. Das sind 8,81 Prozent mehr als zum Ende des Jahres 2025. Gegenüber dem Vorquartal beträgt der Anstieg 4,94 Prozent.
Der Wert liegt knapp unter dem spanischen Durchschnitt von 1.214 Euro. Nur Baleares, Cataluña, Madrid und País Vasco weisen laut dem Bericht höhere Durchschnittsmieten auf. Die Kanaren gehören damit weiterhin zu den teuersten Regionen Spaniens.
Die Zahlen stammen vom Observatorio del Alquiler, das von der Fundación Alquiler Seguro unterstützt wird. Es handelt sich um Marktdaten aus Mietangeboten, nicht um eine amtliche Statistik des ISTAC oder INE.
Welche Provinz ist am stärksten betroffen?
Die Provinz Santa Cruz de Tenerife verzeichnet mit 1.240 Euro monatlich die höchste Durchschnittsmiete der Kanaren. Der Wert liegt über dem regionalen und dem nationalen Durchschnitt. Seit Ende 2025 beträgt der Anstieg 13,76 Prozent.
Im Vergleich zum Vorquartal stiegen die Mieten in Santa Cruz de Tenerife um 9,64 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg innerhalb des Archipels. Die Provinz umfasst Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro.
Die Provinz Las Palmas liegt mit 1.183 Euro monatlich darunter. Dort beträgt der Anstieg seit Ende 2025 nur 4,23 Prozent. Zur Provinz Las Palmas gehören Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura.
Wie gross ist die Konkurrenz um Mietwohnungen?
Der Bericht misst den Druck auf den Mietmarkt über die Zahl der Kontakte pro Wohnung in den ersten zehn Tagen. Auf den Kanaren sind es durchschnittlich 110 Interessenten pro Immobilie. Nur Cataluña, País Vasco, Baleares und Madrid verzeichnen mehr Interessenten.
In Las Palmas liegt der Wert bei 109 Kontakten pro Wohnung. Das ist ein Rückgang gegenüber 121 Kontakten zum Ende 2025 und 123 im Vorquartal. Die Konkurrenz bleibt trotzdem hoch.
In Santa Cruz de Tenerife registriert der Bericht 111 Kontakte pro Wohnung. Das ist mehr als in Las Palmas und mehr als die 102 Kontakte zum Ende 2025. Gegenüber dem Vorquartal mit 116 Kontakten ist der Wert jedoch gesunken.
Was bedeutet das für Mieter und Langzeiturlauber?
Wer neu mietet oder einen Vertrag verlängert, muss mit den gestiegenen Marktpreisen rechnen. Besonders in Santa Cruz de Tenerife sind die Angebotsmieten stark gestiegen. In Las Palmas fällt der Anstieg moderater aus.
Für junge Mieter zwischen 18 und 35 Jahren gibt es den Bono Alquiler Joven 2026. Die Förderung beträgt bis zu 250 Euro monatlich und insgesamt bis zu 6.000 Euro über 24 Monatsraten. Voraussetzung ist ein geringes Einkommen.
Welche Unterstützung gibt es für Mieter?
Der Bono Alquiler Joven 2026 richtet sich an Mieter oder Nutzungsberechtigte im Alter von 18 bis 35 Jahren. Die Monatsmiete einer Wohnung darf höchstens 900 Euro betragen. Bei einem gemieteten Zimmer liegt die Grenze bei 450 Euro monatlich.
Die Frist für die Ausschreibung 2026 lief laut den verfügbaren Angaben vom 18. September bis 8. Oktober 2026.
Interessenten sollten die Angaben auf der Website des Gobierno de Canarias prüfen.
Wie entwickelt sich das Angebot?
Der Bericht erwartet für 2026 einen Anstieg der Wohnungen in Vermarktung. In Las Palmas soll das Angebot um 4,07 Prozent auf 18.348 Immobilien steigen. Zum Ende 2025 waren es 17.631.
In Santa Cruz de Tenerife wird ein stärkeres Wachstum von 10,98 Prozent auf 17.452 Wohnungen erwartet. Insgesamt würde der Bestand auf den Kanaren um 7,33 Prozent von 33.356 auf 35.800 Immobilien wachsen.
Ein grösseres Angebot garantiert laut dem Bericht jedoch keine sinkenden Preise. Die Nachfrage konzentriert sich weiterhin auf eine begrenzte Zahl von Wohnungen. Die Mieten dürften daher vorerst hoch bleiben.