Am Freitagmittag, 10. April 2026, gegen 13:20 Uhr Ortszeit, stürzte ein Touristenbus auf der Inselstraße GM-2 bei San Sebastián de La Gomera rund zehn Meter tief über einen Abhang in einen Barranco. An Bord befanden sich 28 Personen: 27 britische Urlauber — darunter drei Minderjährige — und der Fahrer. Die Reisegruppe war in einem Hotel in Playa Santiago untergebracht und auf dem Weg zum Fährhafen von San Sebastián, um nach Teneriffa überzusetzen.
Ein Toter, vier Schwerverletzte
Ein 77-jähriger britischer Mann starb noch an der Unfallstelle. Zwei weitere Passagiere im Alter von 73 und 42 Jahren erlitten schwere Polytraumata und wurden per Rettungshubschrauber ins Hospital Universitario Nuestra Señora de Candelaria auf Teneriffa geflogen. Ein dritter Schwerverletzter kam ins Hospital Universitario de Canarias. Auch der Busfahrer musste in ein Krankenhaus auf Teneriffa verlegt werden.
Die übrigen 23 Verletzten wurden ins Hospital Insular Nuestra Señora de Guadalupe auf La Gomera gebracht. 21 von ihnen konnten noch am Abend entlassen werden, drei blieben zur Beobachtung.
Todesopfer: 1 (britischer Mann, 77 Jahre)
Schwerverletzte: 4 (davon 3 nach Teneriffa ausgeflogen)
Leichtverletzte: 23 (21 am Abend entlassen)
Insassen gesamt: 28 (27 britische Touristen + Fahrer)
Ort: GM-2, Km 4,5, Höhe El Revolcadero, San Sebastián de La Gomera
Bremsversagen als Haupthypothese
Die Guardia Civil hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Juan Luis Navarro, Inseldirektor der staatlichen Verwaltung, erklärte gegenüber Journalisten, dass der Fahrer versucht habe, den Bus zu kontrollieren, nachdem die Bremsen bergab versagt hätten. Er habe den Wagen auf einen Schotterweg gelenkt, um ihn zum Stehen zu bringen. Der Bus kam schließlich nach einem Sturz von rund zehn Metern zum Stillstand — wäre er weiter gerutscht, hätten die Folgen deutlich schlimmer sein können.
Der Bus gehörte der lokalen Firma Gomera Tours, die Ausflüge, Flughafen- und Hoteltransfers auf der Insel anbietet. Das Unternehmen lehnte eine Stellungnahme ab.
Dasselbe Stück Straße — zweiter tödlicher Unfall
Besonders beunruhigend: Auf demselben Abschnitt der GM-2, nahe dem Centro Ambiental El Revolcadero, hatte sich erst im Mai 2025 ein ähnlicher Busunfall ereignet, bei dem eine 73-jährige Frau ums Leben kam. Die Frage, ob die Straßenführung, die Leitplanken oder die Fahrzeugsicherheit in diesem Bereich ausreichend sind, dürfte nun mit Nachdruck gestellt werden.
Reaktionen
Das britische Außenministerium bestätigte am Freitagabend, dass der Verstorbene britischer Staatsbürger war, und bot der Familie konsularische Unterstützung an. Kanarenpräsident Fernando Clavijo sprach den Opfern und Angehörigen auf X sein Mitgefühl aus. Ángel Víctor Torres, Minister für Territorialpolitik, bezeichnete den Unfall als „tragische Nachricht" und mahnte, es dürfe keine weiteren Opfer geben.
Die Regierung der Kanarischen Inseln aktivierte den PLATECA-Notfallplan, der nach dem Abschluss der Rettungsarbeiten am Abend wieder aufgehoben wurde.
La Gomera hat ein Straßennetz mit steilen, kurvigen Bergstraßen und teils dramatischen Abhängen. Die GM-2 von Playa Santiago nach San Sebastián ist eine der Hauptverbindungen. Reisende sollten bei Busausflügen auf den Zustand der Fahrzeuge achten und sich anschnallen. Bei Unfällen: 112 anrufen (europäische Notrufnummer, auch auf den Kanaren gültig).