Während andere Regionen Spaniens um einzelne Hotelprojekte konkurrieren, hat sich der Kanarische Archipel still und effizient zur wichtigsten Destination für Hotelkapital im ganzen Land entwickelt. Die Zahlen des Colliers-Berichts 2025 sind eindeutig: 1,039 Milliarden Euro in einem einzigen Jahr, verteilt auf 17 Transaktionen — das macht 24 Prozent des gesamtspanischen Investitionsvolumens.
Das Rekordjahr 2025 im Überblick
Spaniens Hotelmarkt erreichte 2025 ein Gesamtvolumen von 4,275 Milliarden Euro — der zweitbeste Wert aller Zeiten, nur übertroffen von 2018. Insgesamt wurden 194 Transaktionen registriert, darunter Bestandshotels, Konversionen und Neubauprojekte. Der Urlaubssektor (vacacional) dominierte mit 55 Prozent des Volumens und 2,336 Milliarden Euro.
Gesamtvolumen: 4,275 Milliarden. € (zweitbester Wert aller Zeiten)
Transaktionen: 194 (Bestand, Konversion, Neubau)
Vacacional-Anteil: 55 % (2,336 Milliarden. €)
Nationale Investoren: 61–72 % · Internationale: 28–39 %
Quelle: Colliers Informe Inversión Hotelera España 2025
Kanaren: Drei Jahre an der Spitze
Die Kanarischen Inseln stehen seit 2023 ununterbrochen an der Spitze der spanischen Hotelinvestitions-Rangliste. 2025 entfielen 1,039 Milliarden Euro auf den Archipel — ein Viertel des gesamten Marktes. Zum Vergleich: Die Balearen, traditionell stärkster Konkurrent, kamen auf 464 Millionen Euro bei einer ähnlichen Anzahl von Deals.
Kumuliert man die Jahre 2019 bis 2025, ergibt sich ein Gesamtvolumen von rund 4,2 Milliarden Euro, das allein in kanarische Hotels geflossen ist. Diese Zahl unterstreicht eine strukturelle Verschiebung: Die Kanaren sind nicht länger nur Urlaubsziel, sondern ein strategischer Investitionsstandort.
Die Rekordtransaktion: Mare Nostrum Resort
Die größte Einzeltransaktion in der Geschichte des spanischen Hotelmarkts fand 2025 auf Teneriffa statt. Spring Hoteles erwarb den Komplex Mare Nostrum Resort in Arona von Selenta Group (Brookfield) für 430 Millionen Euro. Das Resort umfasst drei Hotels — Mediterranean Palace und Sir Anthony (beide fünf Sterne) sowie Cleopatra (vier Sterne) — mit insgesamt mehr als 1.000 Zimmern, ein MICE-Zentrum für über 1.600 Personen und ein Hard Rock Cafe.
Die Transaktion wurde von Colliers beraten und von CaixaBank finanziert. Spring Hoteles, mit Sitz auf den Kanaren und Eigentümer des Intercontinental Barcelona, erhöhte damit sein Portfolio auf sechs Hotels mit über 2.300 Betten.
Preis: 430 Mio. € (größte Hoteleinzeltransaktion Spaniens)
Verkäufer: Selenta Group (Brookfield) · Käufer: Spring Hoteles
Standort: Arona, Süd-Teneriffa (erste Strandlinie)
Umfang: 3 Hotels, 1.000+ Zimmer, MICE-Zentrum, Hard Rock Cafe
Vorherige Renovierung: 56 Mio. € durch Selenta
Warum die Kanaren?
Die Gründe für die Dominanz des Archipels liegen in einer Kombination aus Faktoren. Der Ganzjahrestourismus mit stetig wachsenden internationalen Ankünften sorgt für verlässliche Auslastung. Das begrenzte Angebot an Neubauhotels — bedingt durch strenge Raumordnung und Umweltauflagen — treibt die Preise für Bestandsimmobilien nach oben. Gleichzeitig investieren Käufer gezielt in die Renovierung und das Upgrading bestehender Häuser, um in höhere Kategorien vorzustoßen.
Hinzu kommt der fiskalische Rahmen: Die kanarische Sonderzone ZEC und die Zona Franca bieten steuerliche Anreize, die auch für Hotelholdings attraktiv sind. Und die geographische Lage — zwischen Europa, Afrika und Lateinamerika — macht die Inseln zu einem Drehkreuz, das nicht nur Touristen, sondern auch Kapital aus verschiedenen Erdteilen anzieht.
Ausblick 2026: Weiter positiv
Sowohl Colliers als auch Christie & Co bewerten die Aussichten für den kanarischen Hotelmarkt 2026 als positiv. Die Nachfrage nach Urlaubsimmobilien in Premiumlagen bleibt hoch, während das Angebot strukturell knapp bleibt. Großtransaktionen wie Mare Nostrum haben gezeigt, dass selbst dreistellige Millionenbeträge in Einzeldeals möglich sind — ein Signal an institutionelle Investoren weltweit.
Für die lokale Wirtschaft bedeutet der Kapitalzufluss vor allem eines: Arbeitsplätze. Jede Hotelrenovierung generiert Aufträge für Baufirmen, Architekten, Zulieferer und Dienstleister. Ob das allerdings auch zu besseren Löhnen und Arbeitsbedingungen für die Hotelangestellten führt, bleibt die entscheidende Frage — und eine, die die Politik beantworten muss.