Das Wichtigste in Kürze

Was passiert: Unbefristeter Fluglotsen-Streik an SAERCO-Kontrolltürmen ab 17. April, 00:01 Uhr
Wer streikt: Gewerkschaften USCA und CCOO — Fluglotsen bei SAERCO (privater Tower-Betreiber)
Betroffene Kanaren-Flughäfen: Lanzarote (ACE), Fuerteventura (FUE), La Palma (SPC), El Hierro (VDE), La Gomera (GMZ)
NICHT direkt betroffen: Gran Canaria (LPA) und Teneriffa Süd/Nord (TFS/TFN) — diese Towers werden von ENAIRE betrieben
Grund: Personalmangel, Überlastung, Erschöpfung, unregelmäßige Dienstpläne
Dauer: Unbefristet — bis eine Einigung erzielt wird

Die Gewerkschaften USCA (Fluglotsenverband) und CCOO haben für Freitag, 17. April 2026, einen unbefristeten Streik der Fluglotsen an allen SAERCO-Kontrolltürmen angekündigt. SAERCO ist ein privater Betreiber, der 14 Flughäfen in Spanien betreut — darunter fünf auf den Kanarischen Inseln.

Welche Flughäfen sind betroffen?

Auf den Kanaren betrifft der Streik die Flughäfen Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, El Hierro und La Gomera. Die beiden größten Flughäfen des Archipels — Gran Canaria (LPA) und Teneriffa Süd (TFS) sowie Teneriffa Nord (TFN) — werden von ENAIRE betrieben und sind nicht direkt betroffen.

Auf dem spanischen Festland sind unter anderem Sevilla, Jerez, Vigo, A Coruña und Madrid-Cuatro Vientos betroffen.

Achtung: Auch wenn Gran Canaria und Teneriffa nicht direkt bestreikt werden, können Auswirkungen auftreten. Wenn Flüge auf den kleineren Inseln ausfallen, verschieben sich Anschlussverbindungen. Interinsulare Flüge zwischen den Inseln könnten besonders betroffen sein.

Warum streiken die Fluglotsen?

Die Lotsen beklagen chronischen Personalmangel, Überlastung, unregelmäßige Dienstpläne und fehlende Erholungszeiten. Laut USCA führen die Arbeitsbedingungen zu „Erschöpfung, Stress und permanenter Unsicherheit" — Faktoren, die direkt die Flugsicherheit beeinflussen. Mehrere geplante Verhandlungsrunden zwischen Gewerkschaften und SAERCO wurden verschoben oder abgesagt.

Was bedeutet das für Reisende?

Ein Fluglotsen-Streik ist potenziell die disruptivste Form eines Flugstreiks, weil er alle Airlines an einem Flughafen betrifft — nicht nur eine Gesellschaft. Weniger Fluglotsen bedeuten weniger koordinierte Flugbewegungen, was zu Verspätungen, Streichungen und Kettenreaktionen führt.

Wichtig für die Rechtslage: Fluglotsen-Streiks gelten als „außergewöhnliche Umstände". Airlines sind daher in der Regel nicht zu Entschädigungen nach EU-Verordnung 261/2004 verpflichtet. Sie müssen aber Umbuchungen oder Erstattungen anbieten.

Mindestdienste: Bei Streiks im Flugverkehr werden in Spanien Mindestdienste festgelegt. Das bedeutet, dass ein Teil der Flüge stattfindet — aber mit erheblichen Einschränkungen.

Was du tun solltest

Wenn du zwischen dem 17. April und dem Ende des Streiks nach Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, El Hierro oder La Gomera fliegst oder von dort abfliegst: Prüfe den Status deines Fluges bei deiner Airline und auf aena.es. Buche keinen knappen Anschlussflug. Plane einen Puffer von mindestens 4–6 Stunden ein. Halte die App deiner Airline bereit für Push-Benachrichtigungen. Wenn möglich: Erwäge eine Fähre als Alternative für Interinsularverbindungen.

Wer nur Gran Canaria oder Teneriffa anfliegt: Die direkte Betroffenheit ist gering, aber behalte die Situation im Blick — ein unbefristeter Streik kann sich ausweiten.

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