Gesamtprogramm: €31,6 Millionen für digitale Gesundheit 2026

KI-Budget: €7 Millionen für KI-gestützte Diagnostik und Modernisierung

Finanzierung: Gobierno de Canarias + EU-Fonds (EFRE/ERDF)

Quelle: Gobierno de Canarias, Consejería de Sanidad (Gobierno de Canarias)

Betroffen: Alle sieben kanarischen Inseln — Einwohner, Expats und internationale Residenten

Was sich ändert: KI, digitale Akten und Telemedizin

Das Gobierno de Canarias investiert in diesem Jahr insgesamt 31,6 Millionen Euro in die Digitalisierung des Gesundheitssystems der Kanaren — das größte entsprechende Programm in der Geschichte der Inseln. Davon fließen 7 Millionen Euro direkt in KI-gestützte Diagnostiksysteme, die Ärzten helfen sollen, Krankheiten früher und präziser zu erkennen.

Kernstück der Reform ist die Einführung einer inselübergreifenden digitalen Patientenakte. Wer bisher von Gran Canaria nach Teneriffa reiste oder auf La Palma behandelt werden musste, hatte keine Garantie, dass seine Befunde dort verfügbar waren. Künftig soll das anders sein: Eine einheitliche elektronische Akte wird Patientendaten auf allen sieben Inseln zugänglich machen — für Fachärzte, Notaufnahmen und Hausärzte gleichermaßen.

Parallel dazu wird Telemedizin systematisch ausgebaut. Facharztkonsultationen, die bisher oft einen Flug nach Gran Canaria oder Teneriffa erforderten, sollen künftig per Videoschalte von jeder Insel aus möglich sein. Für Bewohner von El Hierro, La Gomera oder La Palma — mit deutlich dünnerer Infrastruktur als die großen Inseln — ist das ein erheblicher Fortschritt. Auch das Thema Wetter und UV-Index und Luftqualität Gran Canaria wird künftig in Gesundheitsportalen integriert dargestellt.

Insel für Insel: Die konkreten Projekte

Die Investitionen verteilen sich nicht gleichmäßig, sondern orientieren sich am Bedarf der einzelnen Inseln. Gran Canaria, Teneriffa, La Palma und Lanzarote stehen dabei im Mittelpunkt der aktuellen Ausbauwelle.

Gran Canaria: Das Las-Palmas-Inselrat finanziert gemeinsam mit EU-EFRE-Mitteln einen neuen Kinderturm am Universitätsklinikum mit einem Volumen von 41 Millionen Euro. Das San-Roque-Krankenhaus in Las Palmas erhält ein Roboterchirurgiesystem — eine der technologisch anspruchsvollsten medizinischen Investitionen der Inselgeschichte. Robotergestützte Eingriffe versprechen präzisere Operationen, geringere Komplikationsraten und kürzere Genesungszeiten. Wer in Las Palmas oder Maspalomas lebt und sich für das Immobilienumfeld interessiert, findet aktuelle Daten im Immobilienmarkt Gran Canaria.

Teneriffa: Das Hospital del Sur im Süden der Insel — ein wichtiges Versorgungszentrum für Touristen und Residenten rund um Los Cristianos und Playa de las Américas — wird für 22 Millionen Euro erweitert. Damit reagiert die Regierung auf das starke Bevölkerungswachstum im Süden Teneriffas, wo viele deutsche, britische und nordeuropäische Expats ihren Wohnsitz haben.

La Palma: Die nach dem Vulkanausbruch 2021 noch immer im Wiederaufbau befindliche Insel erhält 7 Millionen Euro für Gesundheitsinfrastruktur sowie 70 neue Krankenhausbetten. Das ist eine direkte Reaktion auf den gestiegenen Bedarf nach dem Bevölkerungsrückgang und den Wiederansiedlungen im Norden der Insel.

Lanzarote: Eine mobile Mammographieeinheit soll künftig alle Teile der Insel erreichen und die Brustkrebs-Früherkennung verbessern. Gleichzeitig werden digitale Patientenakten eingeführt und ein Roboterchirurgiesystem für 1,75 Millionen Euro installiert.

Bedeutung für Expats und internationale Residenten

Für die rund 200.000 in der EU registrierten ausländischen Residenten auf den Kanaren — darunter viele Deutsche, Österreicher und Schweizer — ist die Reform von besonderer Bedeutung. Bisher war der Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem für EU-Bürger mit gültigem Wohnsitz zwar formal gewährleistet, in der Praxis aber oft durch sprachliche Hürden, Informationsmangel und mangelnde Vernetzung der Inseln erschwert.

Die neue digitale Patientenakte löst ein konkretes Problem: Wer regelmäßig zwischen Inseln wechselt oder auf einer kleineren Insel wohnt, musste bisher Befunde und Medikamentenlisten selbst verwalten. Das System soll das künftig übernehmen. Auch Telemedizin-Angebote in mehreren Sprachen sind laut Consejería de Sanidad geplant — ein direktes Signal an die internationale Gemeinschaft.

Nicht-EU-Bürger profitieren ebenfalls, sofern sie über eine gültige Residencia oder eine private Krankenversicherung verfügen. Für alle anderen bleibt der Weg über private Versicherungen — die durch die bessere Infrastruktur ebenfalls aufgewertet werden, da nun mehr Einrichtungen mit modernen Systemen ausgestattet sind.

Ausblick: Wann kommt was?

Die meisten Projekte befinden sich bereits in der Ausschreibungs- oder frühen Bauphase. Die digitale Patientenakte soll laut Consejería de Sanidad bis Ende 2026 inselübergreifend funktionsfähig sein. Der neue Kinderturm in Gran Canaria und die Erweiterung des Hospital del Sur in Teneriffa werden voraussichtlich 2027 fertiggestellt. Die Roboterchirurgie am San Roque und in Lanzarote soll noch 2026 in Betrieb gehen.

Die EU-Kofinanzierung über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) (EU-Kommission) sichert die Projekte finanziell ab und setzt gleichzeitig Qualitätsstandards für Vergabe und Umsetzung. Für die Kanaren als Ultraperipherieregion der EU ist diese Finanzierung ein entscheidender Hebel — ohne EFRE-Mittel wären Projekte dieser Größenordnung auf den Inseln nicht realisierbar.

Das erklärte Ziel der Regionalregierung: eine gleichwertige medizinische Versorgung auf allen sieben Inseln — unabhängig davon, ob man auf Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote oder La Palma lebt. Ob das gelingt, wird sich in den nächsten 18 Monaten zeigen.