Öffentliches System: Sistema Nacional de Salud (SNS), verwaltet durch den Servicio Canario de la Salud (Gobierno de Canarias)
Zugang: Tarjeta Sanitaria — braucht Empadronamiento + NIE + Seguridad-Social-Beiträge
Convenio Especial: ~60 €/Monat (unter 65), ~157 €/Monat (über 65) für Nicht-Berechtigte
Private Versicherung: Ab 50–150 €/Monat, Pflicht für viele Visa-Typen
Notfall: 112 (allgemein), 061 (Gesundheit) — Behandlung für alle, unabhängig vom Status
Das öffentliche System: SNS
Spaniens Gesundheitssystem zählt zu den stärkeren öffentlichen Systemen Europas — der WHO World Health Report 2000 (WHO) stufte es auf Platz 7 weltweit ein. Ein vergleichbares Länderranking hat die WHO seither nicht mehr publiziert. Auf den Kanaren wird es durch den Servicio Canario de la Salud (Gobierno de Canarias) verwaltet. Wer in Spanien lebt und Seguridad-Social-Beiträge zahlt, hat Anspruch auf kostenlose medizinische Versorgung — inklusive Ehepartner und Kinder.
Der erste Schritt ist die Tarjeta Sanitaria, die spanische Gesundheitskarte. Dafür brauchst du drei Dinge: ein Empadronamiento (Wohnsitzanmeldung), eine NIE-Nummer und den Nachweis, dass du Sozialversicherungsbeiträge zahlst. Mit diesen Dokumenten gehst du zu deinem lokalen Centro de Salud und meldest dich an.
EU-Bürger mit einer Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) haben während vorübergehender Aufenthalte Zugang zum öffentlichen System. Wer langfristig bleibt, sollte sich aber regulär anmelden.
Wer hat keinen Anspruch?
Nicht jeder bekommt automatisch Zugang zum öffentlichen System. Wer keine Seguridad-Social-Beiträge zahlt — etwa Rentner ohne spanische Rente, Selbstständige ohne Anmeldung oder Digital Nomads — muss entweder eine private Versicherung abschließen oder das Convenio Especial nutzen.
Das Convenio Especial ist ein staatliches Einzahlmodell: rund 60 Euro pro Monat für unter 65-Jährige und etwa 157 Euro für über 65-Jährige. Damit bekommst du Zugang zum öffentlichen System, ohne Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Die Anmeldung läuft über das Instituto Nacional de la Seguridad Social (Seguridad Social).
Private Krankenversicherung
Mehr als 25 Prozent der Einwohner Spaniens haben eine private Zusatzversicherung — und für viele Expats ist sie Pflicht. Wer ein Non-Lucrative Visa, Golden Visa, Student Visa oder Digital Nomad Visa beantragt, muss eine private Versicherung ohne Selbstbeteiligung (sin copagos) nachweisen.
Die wichtigsten Anbieter auf Gran Canaria sind Sanitas (Tochter von Bupa, englischsprachiger Service), Adeslas (größtes Netzwerk), Cigna, DKV und Asisa. Die Kosten liegen je nach Alter und Umfang zwischen 50 und 150 Euro pro Monat. Für über 70-Jährige kann es deutlich teurer werden — bis zu 250 Euro monatlich.
Vorteile privat: Kürzere Wartezeiten, freie Arztwahl, englischsprachige Ärzte, Zahnbehandlungen inklusive
Vorteile öffentlich: Kostenlos (bei Sozialversicherung), alle Vorerkrankungen abgedeckt, kein Alterslimit
Wichtig für Visa: Versicherung muss sin copagos sein, Vorerkrankungen abdecken, für die gesamte Aufenthaltsdauer gelten
Krankenhäuser auf Gran Canaria
Gran Canaria hat zwei große öffentliche Krankenhäuser: das Hospital Universitario de Gran Canaria Doctor Negrín (Gobierno de Canarias) und das Hospital Universitario Insular de Gran Canaria, beide in Las Palmas. Dazu kommt das Hospital Universitario Materno-Infantil für Kinder und Schwangere.
Centro de Salud: Dein Hausarzt
Die medizinische Grundversorgung läuft über die Centros de Salud — Gesundheitszentren, die über die ganze Insel verteilt sind. Jeder hat anhand seiner Wohnadresse ein zugewiesenes Centro de Salud. Hier bekommst du deinen Hausarzt (médico de cabecera), Impfungen, Rezepte und Überweisungen zu Fachärzten.
Im Süden der Insel, wo viele Expats leben, gibt es Centros de Salud in Maspalomas, Playa del Inglés, San Fernando, Arguineguín und Puerto de Mogán. In Las Palmas sind die größten in Guanarteme, Schamann und Miller Bajo. Falls du noch keine Unterkunft hast, schau dir die aktuellen Immobilienpreise auf Gran Canaria an.
Apotheken und Medikamente
Farmacias (Apotheken) sind überall auf der Insel zu finden — erkennbar am grünen Kreuz. Viele Medikamente, die in Deutschland rezeptpflichtig sind, bekommst du in Spanien ohne Rezept. Verschreibungspflichtige Medikamente sind über das öffentliche System subventioniert — Berufstätige zahlen 40 Prozent, Rentner 10 Prozent.
Zahnbehandlungen sind im öffentlichen System nicht abgedeckt und müssen privat bezahlt oder über eine Zusatzversicherung finanziert werden.
Notfall: Was tun?
Im Notfall die 112 anrufen — das ist die allgemeine Notrufnummer. Die 061 ist speziell für medizinische Notfälle. Wichtig: In der Notaufnahme wird jeder behandelt, unabhängig von Versicherungsstatus oder Aufenthaltstitel. Die Rechnung kommt später.
Die großen Krankenhäuser in Las Palmas haben 24/7 Notaufnahmen. Im Süden ist das Hospital San Roque Meloneras die nächste Option. Wer regelmäßig zwischen den Inseln pendelt, kann die Fährverbindungen nutzen, um Fachärzte auf Teneriffa zu erreichen.
Checkliste: Was brauchst du?
Für Tarjeta Sanitaria: Empadronamiento + NIE + Seguridad-Social-Nachweis → zum Centro de Salud
Für Convenio Especial: NIE + Empadronamiento + Antrag beim INSS → ~60 €/Monat
Für Visa: Private Versicherung sin copagos + Vorerkrankungen abgedeckt + gesamte Aufenthaltsdauer
EU-Bürger kurzfristig: EHIC-Karte (vorher beantragen!) → Zugang zum öffentlichen System
Notfall: 112 oder 061 → Behandlung für alle