Seit Wochen bebt die Erde unter dem Teide auf Teneriffa — Tausende Mikrobeben, Schwärme alle ein bis zwei Wochen, und ein Bürgermeister, der öffentlich sagt: „Was gerade passiert, ist nicht normal." Die internationale Presse berichtet bereits über Notfallpläne und Magma-Bewegungen. Für Touristen auf Gran Canaria stellt sich die Frage: Wie gefährlich ist die Lage wirklich? CITA News, Ihr Nachrichtenportal für Gran Canaria, ordnet die Fakten ein.
Was passiert unter dem Teide?
Das Instituto Geográfico Nacional (IGN) registriert seit Februar 2026 wiederholt sogenannte Schwarmbeben unter der Caldera Las Cañadas — dem riesigen Krater, in dem der Teide steht. Allein am 14. März wurden 21 Beben mit Magnituden zwischen 1,1 und 1,8 lokalisiert. In der Woche vom 6. bis 13. März waren es insgesamt 196 Beben im kanarischen Archipel, das stärkste mit Magnitude 2,6.
Auffällig: Die Beben sind keine klassischen tektonischen Erschütterungen, sondern sogenannte hybride und niederfrequente Signale. Für Vulkanologen bedeutet das: Im Untergrund bewegen sich Fluide — möglicherweise Magma — durch Gesteinsrisse. Seit 2016 messen die Stationen zudem erhöhte CO2-Emissionen auf Teneriffa.
Teide-Erdbeben — Die Fakten
Beben seit Februar: Tausende Mikrobeben, Schwärme alle 1–2 Wochen
Stärkstes Beben: Magnitude 2,6 (13. März 2026)
Tiefe: 8–16 km unter der Caldera Las Cañadas
Vulkanstatus Teneriffa: GRÜN — keine unmittelbare Gefahr
Vulkanstatus Gran Canaria: GRÜN — schwache Seismizität
Letzter Ausbruch Teide-System: 1909 (Chinyero, am Fuss des Teide)
Notfallpläne in Santa Cruz
José Manuel Bermúdez, Bürgermeister von Santa Cruz de Tenerife, hat eine technische Kommission eingerichtet. Verschiedene Szenarien werden geprüft, Notfallpläne erarbeitet. Die Behörden betonen: Es gibt aktuell keine Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch. Der Vulkanstatus bleibt auf Grün.
Dennoch: Die Häufigkeit und Dichte der Schwärme nimmt seit Jahren zu. Wissenschaftler schätzen die Wahrscheinlichkeit einer Eruption innerhalb der nächsten 50 Jahre auf 30 bis 40 Prozent. Der letzte Ausbruch im Teide-System war 1909 am Vulkan Chinyero.
Was bedeutet das für Gran Canaria?
Auch auf Gran Canaria wird schwache Seismizität registriert — ein Beben am 13. März lag sogar im Seegebiet zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Der Vulkanstatus für Gran Canaria bleibt jedoch auf Grün. Die Inseln liegen 60 Kilometer auseinander. Ein Ausbruch am Teide hätte keine direkte physische Auswirkung auf Maspalomas, Playa del Inglés oder den Süden von Gran Canaria.
Die grösste Gefahr für den Tourismus auf Gran Canaria wäre nicht Lava oder Asche, sondern ein Imageeffekt: Wenn internationale Medien „Kanaren" und „Vulkanausbruch" in einer Schlagzeile verbinden, könnten Buchungen für alle Inseln zurückgehen — auch wenn Gran Canaria nicht betroffen ist. Das zeigt die Erfahrung vom La-Palma-Ausbruch 2021, als alle Kanarischen Inseln einen Buchungsrückgang erlitten.
Einordnung: Kein Grund zur Panik
Vulkanologen betonen: Solche Phasen vulkanischer Unruhe können sich über Jahre hinziehen, ohne in einer Eruption zu enden. Der Teide wird mit über 100 Messstationen rund um die Uhr überwacht. Es gibt keine Bodenverformungen die auf einen baldigen Ausbruch hindeuten würden. Die Kanaren haben nach dem La-Palma-Ausbruch 2021 ihre Überwachungssysteme und Notfallpläne massiv ausgebaut.
Mehr Informationen zur seismischen Aktivität beim Instituto Geográfico Nacional.