Was geschah: Ein Mann lockte einen 84-jährigen Touristen über eine Dating-App in dessen Unterkunft in Maspalomas und tötete ihn bei einem Raubüberfall
Wann: März 2026
Wo: Apartmentanlage in Maspalomas, San Bartolomé de Tirajana
Täter: Spanischer Staatsangehöriger, auf Teneriffa festgenommen am 9. April 2026
Ermittlung: Grupo de Homicidios der Policía Nacional
Hintergrund: Der Verdächtige soll Touristen systematisch über Dating-Apps ausgeraubt haben — einem Opfer stahl er 20.000 Euro
Ein vermeintlich harmloses Treffen
Der 84-Jährige verbrachte seine Ferien im Süden Gran Canarias. Während seines Aufenthalts installierte er eine Dating-App und kam darüber mit einem Mann ins Gespräch. Man verabredete sich zu einem Treffen in der Unterkunft des Touristen in Maspalomas. Doch der Mann hinter dem Profil hatte nie die Absicht, sich auf ein Kennenlernen einzulassen — er wollte den älteren Herrn ausrauben.
Raubversuch eskaliert tödlich
Im Verlauf des Abends versuchte der Täter laut Ermittlungen, Wertgegenstände des Touristen zu stehlen. Der 84-Jährige ertappte ihn dabei und stellte ihn zur Rede. Als er den Mann am Verlassen der Wohnung mit dem Diebesgut hinderte, kam es zu einem Gerangel. Der Verdächtige stieß den älteren Mann, der daraufhin das Gleichgewicht verlor, zu Boden stürzte und sich tödlich am Kopf verletzte. Das Opfer starb an den Folgen des Aufpralls.
Flucht nach Teneriffa — doch die Polizei war nah dran
Nach der Tat floh der mutmaßliche Täter von Gran Canaria und tauchte auf Teneriffa unter. Er glaubte sich in Sicherheit. Doch der Grupo de Homicidios der Policía Nacional hatte bereits seine Spur aufgenommen, nachdem die Leiche des Touristen in dem Apartment gefunden worden war.
Die Ermittler werteten den Nachrichtenverlauf zwischen Opfer und Täter aus. Daraus ergab sich ein klares Muster: Der Verdächtige hatte Dating-Apps systematisch als Werkzeug für seine Raubzüge eingesetzt.
Serientäter: Dating-Apps als Geschäftsmodell
Die Ermittlungen der Polizei ergaben, dass der Festgenommene die Masche offenbar seit längerem praktizierte. Er suchte gezielt über Dating-Plattformen Kontakt zu Männern, verabredete sich mit ihnen und bestahl sie dann. Bevorzugt wählte er Touristen als Opfer — wohl in dem Wissen, dass viele Urlauber die Inseln verlassen würden, ohne Anzeige zu erstatten. Einem weiteren Opfer soll er nach Erkenntnissen der Polizei Wertgegenstände im Wert von 20.000 Euro gestohlen haben.
Selbst nach dem tödlichen Vorfall in Maspalomas hatte der Mann auf Teneriffa erneut Dating-Apps installiert und war dabei, sein nächstes Opfer zu kontaktieren. Die Polizei konnte ihn festnehmen, bevor es zu einem weiteren Treffen kam.
Sicherheitshinweise für Touristen auf den Kanaren
Der Fall reiht sich in eine Reihe von Vorfällen ein, bei denen Kriminelle Dating-Apps und soziale Netzwerke missbrauchen (Canarian Weekly), um Opfer in Falle zu locken. Ähnliche Muster — Kontaktaufnahme über eine App, Treffen an einem privaten Ort, anschließender Raub — wurden in den vergangenen Jahren auch aus Spanien und anderen Urlaubsländern gemeldet.
Die Policía Nacional rät grundsätzlich zur Vorsicht bei Treffen mit Unbekannten aus dem Internet. Erste Begegnungen sollten an öffentlichen Orten stattfinden. Wertgegenstände, Bargeld und Reisedokumente sollten nicht in der Unterkunft offen zugänglich sein. Im Ernstfall sollte man sich an die Servicios de Atención al Turista Extranjero (SATE) (Policía Nacional) wenden — spezielle Polizeidienststellen, die Touristen in Fremdsprachen betreuen.
Der Verdächtige befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. Die Ermittlungen dauern an, um das volle Ausmaß seiner Taten aufzuklären.