Zahlen: Emanzipationsrate von über 20 % auf 14 % gefallen (minus 6 Punkte in einem Jahr)
Ursache: Explodierende Mietpreise bei einem Durchschnittsgehalt von 11.364 € pro Jahr für Jugendliche
Armutsrisiko: 30 % der kanarischen Jugendlichen sind armutsgefährdet, 36 % der erwerbstätigen Jugendlichen
Forderung: PSOE verlangt Mietbeihilfen, Erklärung angespannter Wohnungsmärkte, Maßnahmen gegen Großvermieter
Die Zahlen sind ein Alarmsignal: Im Jahr 2024 mussten rund 20.000 junge Menschen auf den Kanarischen Inseln wieder bei ihren Eltern einziehen. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil die Mieten auf dem Archipel für sie schlicht unbezahlbar geworden sind. Die Emanzipationsrate — also der Anteil junger Menschen, die eigenständig wohnen — ist innerhalb eines Jahres von über 20 Prozent auf rund 14 Prozent abgestürzt.
11.364 Euro Jahresgehalt, 30 Prozent in Armut
Das Durchschnittsgehalt junger Kanaren liegt bei 11.364 Euro pro Jahr — weniger als 950 Euro im Monat. Gleichzeitig sind die Mietpreise in den touristischen Zentren und den Hauptstädten der Inseln in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Das Ergebnis: 30 Prozent der kanarischen Jugendlichen leben nach offiziellen Daten in Armutsgefahr. Bei denjenigen, die arbeiten, liegt der Wert sogar bei 36 Prozent — Erwerbsarmut in ihrer reinsten Form.
PSOE-Generalsekretär Ángel Víctor Torres, ehemaliger Präsident der Kanarischen Inseln, brachte diese Zahlen bei einem Treffen mit rund sechzig jungen Parteifunktionären in La Laguna auf Teneriffa vor. Seine Botschaft: „Wir sprechen nicht über die Zukunft der Jugend — wir sprechen über ihre Gegenwart."
Was der PSOE fordert
Bono de Alquiler Joven: Die Kanarische Regierung soll eigene Mittel zur Kofinanzierung der staatlichen Mietbeihilfe für junge Menschen bereitstellen — derzeit liegt diese bei 250 Euro monatlich für maximal zwei Jahre.
Angespannte Wohnungsmärkte erklären: Die Regionalregierung soll die vom staatlichen Wohnungsgesetz vorgesehene Erklärung angespannter Wohnungsmärkte (zonas de mercado residencial tensionado) auf den Kanaren anwenden. Damit würden Mietpreisobergrenzen und strengere Regeln für Großvermieter greifen.
Maßnahmen gegen Großvermieter: Der PSOE schlägt spezifische Steuermaßnahmen für große Immobilienbesitzer vor, um die Wohnungsangebote zu erhöhen.
Öffentliche Mietberatung: Eine Anlaufstelle für Mieter soll geschaffen werden, die über Rechte, Pflichten und Fördermöglichkeiten informiert.
Schulabbruch steigt ebenfalls
Neben der Wohnungskrise warnte Torres vor einem weiteren Rückschritt: Die Schulabbruchquote auf den Kanaren ist auf rund 16 Prozent gestiegen — unter der vorherigen Regierung war sie auf 11 Prozent gesenkt worden. Torres warf der aktuellen Regierung vor, das Vertragsprogramm für die öffentlichen Universitäten blockiert zu haben und das private Bildungssystem zu bevorzugen.
14 % Emanzipationsrate (Vorjahr: über 20 %)
20.000 Jugendliche zurück im Elternhaus (2024)
11.364 € durchschnittliches Jahresgehalt junger Kanaren
30 % der Jugendlichen in Armutsgefahr
36 % der erwerbstätigen Jugendlichen in Armut
16 % Schulabbruchquote (vorher: 11 %)
250 €/Monat staatliche Mietbeihilfe (Bono Alquiler Joven)
18 Millionen Touristen, aber kein Platz für die Jugend
Die Ironie ist bitter: Die Kanaren empfangen 18 Millionen Touristen pro Jahr, die Wirtschaft wächst über dem nationalen Durchschnitt, die öffentlichen Haushalte sind so hoch wie nie. Und trotzdem kann sich jeder dritte junge Mensch kein eigenständiges Leben leisten. Die Ferienwohnungsökonomie, die Hotelbauwelle und die Nachfrage von Digitalnomaden und Rentnern aus Nordeuropa treiben die Preise in die Höhe — zulasten derjenigen, die auf den Inseln geboren wurden und dort arbeiten.
Nira Fierro, Organisationssekretärin des PSOE Canarias, fasste es so zusammen: Es sei nicht hinnehmbar, dass in einer Region mit Rekordeinnahmen einer von drei Jugendlichen in Armut lebe. Die Frage ist, ob die Regierung aus CC und PP die Dringlichkeit erkennt — oder ob eine verlorene Generation zum politischen Kollateralschaden wird.