Investition: Über 1,8 Milliarden Euro

Investor: AENA (staatlicher spanischer Flughafenbetreiber)

Zeitraum: 2027–2031 (DORA III — Documento de Regulación Aeroportuaria)

Betroffene Flughäfen: Gran Canaria (LPA), Tenerife Sur (TFS), Tenerife Norte (TFN), Lanzarote (ACE), Fuerteventura (FUE)

Besonderheit: Erstmals Planung für intermodale Anbindung an die Zugnetze Gran Canaria und Teneriffa

Verkündet von: María Fernández, Directora General de Transportes y Movilidad, Gobierno de Canarias

Die größte Flughafen-Investition seit Jahren

Die kanarische Regierung hat es geschafft, AENA zu einer Rekordinvestition in die Insel-Flughäfen zu bewegen. Im Rahmen des neuen Regulierungsdokuments DORA III, das den Zeitraum 2027 bis 2031 abdeckt, sind mehr als 1,8 Milliarden Euro für Modernisierung, Kapazitätsausbau und technologische Erneuerung vorgesehen.

Verkehrsdirektorin María Fernández präsentierte die Zahlen am 6. April 2026 beim Comité de Coordinación Aeroportuaria de Canarias — dem einzigen formellen Gremium, in dem die kanarische Regierung bei Flughafenentscheidungen mitreden kann. Fernández betonte, dass die Einwände der Regionalregierung (alegaciones) maßgeblich dazu beigetragen hätten, den Investitionsumfang zu erreichen.

Fünf Flughäfen profitieren

Die Mittel fließen in die fünf verkehrsreichsten Flughäfen des Archipels: Gran Canaria, Tenerife Sur, Tenerife Norte, Lanzarote und Fuerteventura. Ziel ist es, die Kapazitäten an die stetig wachsende Nachfrage anzupassen. Allein 2025 verzeichneten die kanarischen Flughäfen erneut Passagierrekorde — der Druck auf die Infrastruktur steigt seit Jahren.

Konkret sollen die Terminals erneuert, die Abfertigungstechnik modernisiert und die Nutzererfahrung verbessert werden. Auch die operative Kapazität — also die Zahl der Flüge, die pro Stunde abgewickelt werden können — soll steigen.

Zug zum Flug: Eisenbahn-Anbindung geplant

Der wohl zukunftsweisendste Aspekt des Plans: Erstmals berücksichtigt ein AENA-Regulierungsdokument die geplanten Eisenbahnprojekte auf Gran Canaria und Teneriffa (RTVC). AENA hat zugesagt, in den Flughäfen Flächen für Bahnanschlüsse zu reservieren und Budget für den Bau intermodaler Übergänge bereitzustellen.

Die konkreten Kosten für die Bahnanbindung sind zwar noch nicht beziffert, aber das Bekenntnis zur sogenannten Intermodalität — also der nahtlosen Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel — ist ein politischer Durchbruch. Beide Inseln planen seit Jahren Zugverbindungen zwischen ihren wichtigsten Städten und den Flughäfen.

Neue Gebühren für Bodentransport

Im Rahmen des Komitees teilte AENA außerdem mit, dass neue Gebühren für den Bodentransport an den kanarischen Flughäfen eingeführt werden — allerdings schrittweise. Vorgesehen sind kostenlose Karenzzeiten, eigene Wartebereiche und Anpassungen an die jeweilige Betriebssituation jedes Flughafens. Details zur Umsetzung sollen noch folgen.

Kanaren fordern mehr Mitbestimmung

Fernández nutzte den Anlass auch, um die politische Forderung der Kanaren nach echtem Mitspracherecht bei der Flughafenverwaltung zu erneuern. Laut Artikel 161 des kanarischen Autonomiestatuts steht den Inseln eine effektive Beteiligung an der Verwaltung ihrer Flughäfen zu — doch dieser Artikel ist bislang nicht umgesetzt. Die Verkehrsdirektorin betonte, dass Entscheidungen über die Konnektivität der Inseln zwingend unter Berücksichtigung ihres Status als ultraperiphere Region der EU (AtlánticoHoy) getroffen werden müssten.

Für die Kanaren, deren Wirtschaft zu über einem Drittel vom Tourismus abhängt, sind die Flughäfen Lebensadern. Die 1,8-Milliarden-Investition sichert die Infrastruktur für das nächste Jahrzehnt — und könnte mit den Zugprojekten die Mobilität auf den Inseln grundlegend verändern.