Was „gemeldet arbeitslos" zählt — und was nicht

Das paro registrado ist ein Verwaltungsbestand: gezählt wird, wer am letzten Arbeitstag des Monats bei einem Arbeitsamt als arbeitsuchend geführt wird. Es ist nicht die Zahl aller Menschen ohne Arbeit — wer sich nicht meldet, erscheint nicht. Auf den Kanaren waren 207.317 Personen als Arbeitsuchende registriert, 35.421 davon bereits in Beschäftigung. Und es ist nicht die Arbeitslosenquote: Die stammt aus der Encuesta de Población Activa, der vierteljährlichen Haushaltsbefragung des INE.

Zwei Archipele, zwei Richtungen

Der nützlichste Satz für jeden, der nur die Schlagzeile sieht: Auf den Balearen endet die Saison, auf den Kanaren beginnt sie. Deshalb laufen die Inselgruppen gegeneinander: Balearen plus 841, Kanaren minus 4.156. Der kanarische September-Rückgang ist keine Ausnahme: 2025 minus 4.842 (−3,22 Prozent), 2024 minus 4.375 (−2,68 Prozent), nach den SEPE-Vorabzügen jener Monate. Nur sank die Zahl damals auch in neun beziehungsweise acht Gemeinschaften, sodass die kanarische Bewegung niemandem auffiel. Die Balearen stiegen in jenen Septembern allerdings kaum: plus 0,33 und minus 0,53 Prozent. Eine Ursache hat am 2. Oktober keine der Stellen genannt; saisonbereinigt rechnet das SEPE nur für ganz Spanien.

Monat und Jahr sind zwei verschiedene Aussagen

Minus 2,88 Prozent zum August und minus 3,49 Prozent zum September 2025 sind zwei Behauptungen, nicht eine; für Spanien zeigen sie in verschiedene Richtungen. Dass der Monatswert steigt, ist der Bruch: Im September 2025 war das spanische paro registrado um 4.846 Personen gesunken. Auf den Inseln fällt der Rückgang ungleich aus — Frauen 80.952 (−3,41 Prozent), Männer 59.351 (−2,14 Prozent) —, und bei den unter 25-Jährigen steigt er gegen den Trend um 483 auf 7.473. Die Langzeitarbeitslosigkeit lag bei 62.835 Personen oder 44,79 Prozent, 6,64 Prozent unter dem Vorjahr — nach dem Servicio Canario de Empleo, zitiert von eldiario.es/canariasahora am 2. Oktober, der niedrigste Stand seit Januar 2009; der Gesamtwert der niedrigste seit Dezember 2007.

69.644 Verträge, 45 Prozent unbefristet — und was das heißt

Die Vertragszahl ist eine Stromgröße, kein Bestand. Interessant ist der Anteil daran: 31.341 unbefristete sind genau 45,0 Prozent, die 38.303 befristeten der Rest; von Januar bis September liegt der Anteil bei 43,75 Prozent von 538.546 Verträgen. „Unbefristet" ist dabei weiter gefasst als im deutschen Sprachgebrauch. Das SEPE gliedert die 706.948 unbefristeten Verträge des Monats in ganz Spanien in 288.319 Vollzeit, 199.721 Teilzeit und 218.908 fijos discontinuos — rund 31 Prozent. Ein fijo discontinuo hat einen unbefristeten Vertrag, arbeitet aber nur in der Saison. Für die Kanaren veröffentlicht das SEPE diese Aufteilung nicht.

Warum Spanien steigt, und wer was gesagt hat

Im spanischen Anstieg sticht die Gruppe „ohne vorherige Beschäftigung" hervor: plus 17.966 oder 7,39 Prozent, während der Bau um 1.726 fiel. Beim gemeldeten paro von Ausländern zählt das SEPE 399.663 Personen, plus 6,98 Prozent. Die Zeitung El Español liest daraus am 2. Oktober den Effekt der außerordentlichen Regularisierung, die im September 56.476 neu regularisierte Personen in die Register gebracht habe; das SEPE nennt keine Ursache. María Teresa Ortega, Direktorin des Servicio Canario de Empleo, sagte laut eldiario.es/canariasahora: „la reducción del paro de larga duración es una señal positiva del comportamiento del mercado laboral". Arbeitsdirektor José Ramón Rodríguez hielt fest: „El pasado mes se formalizaron 69.644 contratos en Canarias ... y 31.341 fueron indefinidos." Von CCOO Canarias, UGT Canarias und der Confederación Canaria de Empresarios lag keine Bewertung vor; der jüngste CCOO-Bericht betrifft das erste Quartal 2026.