Stell dir vor, du sitzt an einem lauen Sommerabend auf der Plaza eines kanarischen Dorfes, ein Glas Wein in der Hand, und vor dir entfalten Weltklasse-Musiker ihre Magie. Das ist kein Urlaubstraum, sondern gelebte Realität beim Festival Internacional Canarias Jazz & Más. Die 35. Ausgabe dieses einzigartigen Festivals findet vom 3. bis 25. Juli 2026 statt und ist längst mehr als eine Konzertreihe – es ist eine musikalische Liebeserklärung an den gesamten Archipel.

Was 1992 als ambitionierte Idee begann, hat sich zu einem der angesehensten und langlebigsten Jazz-Events Südeuropas entwickelt. In diesem Jahr stehen 59 Konzerte, fünf Talks und zwei Meisterklassen auf dem Programm, verteilt auf rund 30 Spielorte. Und das Beste: Erstmals in der Geschichte des Festivals sind alle acht Kanarischen Inseln durchgehend Teil des Programms – von den großen Auditorien auf Gran Canaria und Teneriffa bis zur kleinen, autofreien Insel La Graciosa.

Die großen Bühnen: Gran Canaria und Teneriffa

Das Herz des Festivals schlägt wie gewohnt auf den beiden Hauptinseln. Auf Gran Canaria ist das legendäre Auditorio Alfredo Kraus in Las Palmas die unangefochtene Flaggschiff-Bühne. Hier, mit Blick auf den Atlantik, findet am 21. Juli einer der absoluten Höhepunkte statt: Der britische Ausnahme-Musiker Jacob Collier trifft auf das Orquesta Filarmónica de Gran Canaria (OFGC) unter der Leitung von Suzie Collier. Ein Abend, der die Grenzen zwischen Jazz, Klassik und Pop auf spektakuläre Weise verschwimmen lässt.

Auch das geschichtsträchtige Teatro Pérez Galdós ist mit von der Partie. Am 17. Juli haucht der US-Sänger José James gemeinsam mit Célia Kameni dem Marvin-Gaye-Klassiker „I Want You“ neues Leben ein. Und bereits zur Eröffnung am 3. Juli sorgen die Fusion-Ikonen von Yellowjackets auf der Plaza de San Juan in Arucas für einen Auftakt nach Maß.

Nur einen Tag später, am 22. Juli, wiederholt Jacob Collier sein sinfonisches Programm im Auditorio de Tenerife „Adán Martín“ in Santa Cruz. Die markante, wellenförmige Architektur des Hauses bietet dafür eine ebenso beeindruckende Kulisse. Teneriffa-Fans sollten sich zudem den 21. Juli im Kalender anstreichen: In der intimeren Sala de Cámara des Auditoriums präsentiert der armenische Pianist Tigran Hamasyan sein Projekt „Manifeste“ – ein völlig eigenständiger Kosmos aus Jazz, armenischer Folklore und progressiven Klängen.

Inselhüpfen mit Rhythmus: La Palma und La Graciosa

Der besondere Reiz des Canarias Jazz & Más liegt in seiner Dezentralität. Das Festival nimmt dich mit auf eine Reise. Nach dem Eröffnungswochenende auf den großen Inseln und La Graciosa breitet sich das Programm in der zweiten Juliwoche weiter aus und erreicht auch La Palma. Die genauen Spielorte – oft malerische Plätze wie in Los Llanos de Aridane – werden traditionell nach und nach bestätigt. Es lohnt sich also, die offizielle Festival-Website im Auge zu behalten.

Ein echtes Highlight für Entdecker ist La Graciosa. Die kleine Insel nördlich von Lanzarote, die nur per Fähre erreichbar ist und keine asphaltierten Straßen kennt, wird am Eröffnungswochenende zur Bühne. In Caleta de Sebo, dem einzigen bewohnten Ort der Insel, verschmelzen dann Weltklasse-Jazz und die entspannte Atmosphäre des Fischerdorfs zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es sind genau diese Kontraste, die das Festival so besonders machen.

Tipp Plane für Konzerte auf La Graciosa genügend Zeit für die Anreise mit der Fähre von Órzola (Lanzarote) ein und buche Unterkünfte frühzeitig – die Kapazitäten auf der kleinen Insel sind begrenzt.

Von Weltstars und lokalen Helden: Die Line-up-Highlights

Das Programm der 35. Ausgabe liest sich wie ein Who-is-Who des zeitgenössischen Jazz, gespickt mit spannenden Entdeckungen. Neben den bereits genannten Headlinern sind das kubanische Klaviergenie Roberto Fonseca und der brasilianische Mandolinen-Virtuose Hamilton de Holanda gesicherte Publikumsmagneten. Das Eric Alexander Jazz Syndicate verspricht handfesten, geradlinigen Jazz auf höchstem Niveau, während Ghost-Note mit ihrer explosiven Mischung aus Funk, Hip-Hop und Jazz jeden Saal zum Kochen bringen werden – zu erleben am 3. Juli im Auditorio de Tenerife.

Ein zentrales Anliegen des Festivals ist die Förderung der reichen kanarischen Musikszene. Das Projekt „Mujeres Canarias del Jazz“ bringt die starken Stimmen von Esther Ovejero, María Zerpa, Moneiba, Mónica Santana und Olga Sánchez gemeinsam mit der Banda Sinfónica Municipal de Las Palmas de Gran Canaria auf die Bühne. Auch Formationen wie Simbeque Project, Lajalada oder das pädagogische Projekt Ponké & La Ciudad del Jazz zeigen die beeindruckende Tiefe und Vielfalt der lokalen Szene. Insgesamt sind rund 31 Projekte und Formationen Teil des Programms.

Manche Namen, die in Vorschauen auftauchen, wie Dee Dee Bridgewater oder Rita Payés, waren Stars der Vorjahre. Für die 35. Ausgabe sind sie aktuell nicht offiziell bestätigt. Unser Rat: Verlass dich auf die offizielle Festival-Website canariasjazz.com, dort wird das Programm laufend aktualisiert.

Tickets, Preise und das Beste zum Schluss

Die gute Nachricht für alle Kurzentschlossenen und Sparfüchse: Ein Großteil der Konzerte, besonders die auf den Plätzen und in den Gemeinden, ist kostenlos. So kannst du etwa in Santa Cruz, Adeje, La Laguna oder Puerto de la Cruz immer wieder in hochkarätige Jazz-Momente hineinstolpern, ohne einen Cent zu bezahlen.

Für die großen, ticketed Events in den Auditorien und Theatern liegen die Preise in einer fairen Spanne zwischen etwa 15 und 60 Euro. Es gibt auch günstigere Ausnahmen: Das Konzert des Takeo Takahashi Trío in Santa Cruz de Tenerife ist beispielsweise schon für rund 10 Euro zu haben. Die begehrten Tickets für die Jacob-Collier-Konzerte mit dem OFGC sind seit dem 6. März 2026 über die offiziellen Kanäle des Auditorio Alfredo Kraus und des Auditorio de Tenerife erhältlich. Frühbucher-Pakete können sich lohnen, die genauen Preise variieren je nach Sitzplatzkategorie.

Gut zu wissen Für die großen Headliner-Konzerte, insbesondere Jacob Collier, ist mit einem schnellen Ausverkauf zu rechnen – wer sicher dabei sein will, sollte nicht zu lange mit dem Ticketkauf warten.

Häufige Fragen

Wann genau findet das Canarias Jazz & Más Festival 2026 statt?
Das Festival läuft offiziell vom 3. bis zum 25. Juli 2026. In diesen drei Wochen verteilen sich die Konzerte auf alle acht Inseln.
Wo bekomme ich Tickets für die Konzerte?
Tickets für die großen Konzerte gibt es direkt über die Websites der Spielstätten, vor allem des Auditorio Alfredo Kraus und des Auditorio de Tenerife. Viele Open-Air-Konzerte sind kostenlos und erfordern keine Karten.
Welche Inseln sind Teil des Festivals?
Die 35. Ausgabe umfasst erstmals alle acht Kanarischen Inseln: Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote, Fuerteventura, La Palma, La Gomera, El Hierro und La Graciosa.
Ist das Festival auch für Nicht-Jazz-Fans geeignet?
Absolut. Das Programm ist extrem vielfältig und reicht von Funk und Soul über Weltmusik bis hin zu sinfonischen Konzerten. Die entspannte Atmosphäre unter freiem Himmel ist ein Erlebnis für sich.
Gibt es auch ein Rahmenprogramm abseits der Konzerte?
Ja, das Festival bietet 2026 auch fünf Talks und zwei Meisterklassen an. Details dazu werden auf der offiziellen Festival-Website veröffentlicht.

Stand der Informationen: Juli 2026. Das Festivalprogramm kann sich kurzfristig ändern. Bitte prüfe die aktuellen Zeiten und Spielorte auf canariasjazz.com.