In der ersten Haelfte 2025 besuchten ueber 7,8 Millionen Touristen die acht Inseln. 27 Millionen Flugpassagiere wurden an den kanarischen Flughafen abgefertigt - ein Anstieg von 5% gegenueber 2024. Tourismus macht 35% des BIP aus, 40% der Bevoelkerung haengt wirtschaftlich davon ab.

Die Schattenseiten sind sichtbar: In Teneriffa, Gran Canaria und Lanzarote haben in den letzten zwei Jahren Tausende Menschen unter dem Motto 'Canarias tiene un limite' demonstriert. Steigende Mietpreise machen es jungen Einheimischen unmoeglich, auf ihrer eigenen Insel zu wohnen.

Die Kanarischen Inseln sind nicht allein: Auch Antarktis, Glacier National Park (USA), Isola Sacra (Italien), die Jungfrau-Region (Schweiz) und das Montmartre-Viertel in Paris stehen auf Fodor's No List 2026. Overtourism ist ein globales Problem - die Kanaren sind ein warnendes Beispiel.

Laut einem Bericht von France24 werden taeglich Abwaesser in der Menge von 40 olympischen Schwimmbaecken in die Meere rund um die Kanarischen Inseln eingeleitet. Die Naturschutzorganisation ATAN sagt: Sie verlieren ihre Identitaet, Kultur und das Recht auf Existenz als Gemeinschaft.

Fodor's stellt klar: Die No List ist kein Boykottaufruf. Es ist eine Einladung zum Nachdenken - ein Appell an Reisende, ihre Entscheidungen bewusster zu treffen und Destinationen, die unter Druck stehen, voruebergehend zu meiden.

Fuer Gran Canaria ist die Lage besonders widerspruchlich. Einerseits boomt der Tourismus und schafft Arbeitsplaetze. Andererseits erdruckt er die lokale Lebensqualitaet. Die Frage, wem Gran Canaria eigentlich gehoert - den Bewohnern oder den Touristen - stellt sich mit zunehmender Schaerfe.

Quelle: Fodor's Travel, Canarian Weekly, Travel and Tour World