Welche Einreiseregeln gelten für Madeira ab den Kanaren?

Die Kanaren gehören zu Spanien, Madeira zu Portugal, beide liegen im Schengen-Raum (dem Gebiet ohne Grenzkontrollen zwischen den Mitgliedstaaten). Das Vereinigte Königreich führt Madeira in seinen Reisehinweisen für Portugal mit, ein Flug zwischen beiden Archipelen ist deshalb ein Flug innerhalb des Schengen-Raums. Ein gültiges Reisedokument gehört dennoch ins Handgepäck.

Bürger der USA, Kanadas und des Vereinigten Königreichs dürfen visumfrei «bis zu 90 Tage in einem Zeitraum von 180 Tagen» im Schengen-Raum bleiben, so das britische Aussenministerium (GOV.UK). Diese 90/180-Tage-Uhr läuft rollierend: Besuche in den 180 Tagen vor der Reise zählen mit, und alle Schengen-Staaten teilen sich dasselbe Kontingent. Wer schon Wochen auf den Kanaren verbracht hat, hat von den 90 Tagen entsprechend weniger übrig.

Wer die Frist überschreitet, riskiert ein Einreiseverbot von bis zu drei Jahren. Auch ein Rück- oder Weiterflugticket und der Nachweis ausreichender Mittel gehören auf die Packliste.

Nicht-EU-Bürger mit spanischer Aufenthaltskarte (TIE, dem Ausländerausweis) können nach Angaben des lettischen Aussenministeriums bis zu 90 Tage innerhalb von 180 Tagen in andere Schengen-Staaten reisen, sofern sie die Einreisebedingungen erfüllen; GOV.UK nimmt Aufenthaltstitel-Inhaber nur von den Verlängerungsregeln aus. Im Zweifel klärt die Grenzbehörde den Einzelfall. Das norwegische Einwanderungsamt UDI hält fest, dass die Zeit im ausstellenden Land dabei nicht mitgezählt wird. EU-Bürger brauchen keine Aufenthaltsfrist und reisen mit Ausweis oder Reisepass.

Was bedeuten EES und ETIAS für den Sprung nach Madeira?

Das Entry/Exit System (EES, das elektronische Ein- und Ausreiseregister der EU) erfasst Drittstaatsangehörige bei Kurzaufenthalten an den Aussengrenzen. GOV.UK nennt den digitalen EES-Eintrag drei Jahre gültig und stellt klar: Wer langfristig in einem Schengen-Land lebt, ist in allen Schengen-Staaten vom EES ausgenommen und soll Dokumente zum Aufenthaltsstatus mitführen.

ETIAS (die geplante elektronische Reisegenehmigung für visumfreie Reisende) ist am 21. Oktober 2026 nicht in Betrieb. Einige Branchenseiten nennen weiter das letzte Quartal 2026, andere berichten, die EU habe diese Angabe im Sommer 2026 gestrichen, und der britische Reiseverband ABTA sagte am 13. Oktober 2026, es gebe kein offizielles Datum. Die Gebühr ist mit 20 Euro gemeldet; für die ersten sechs Monate nach dem Start ist eine Übergangsfrist ohne ETIAS-Pflicht vorgesehen.

Für den Flug von den Kanaren nach Madeira heisst das: Beide Archipele liegen im selben Schengen-Raum, und weder EES noch ETIAS ändern daran für diesen Flug nach heutigem Stand etwas. Das EES betrifft die Einreise von ausserhalb des Schengen-Raums, ETIAS wäre ebenfalls eine Hürde an der Aussengrenze.

Welche Flüge von den Kanaren nach Madeira gibt es jetzt?

Die kanarische Fluggesellschaft Binter hat im Sommer 2026 mehrere Inseln direkt mit Funchal verbunden, laut der Zeitung El Digital Sur vom 27. Februar 2026. Die Häufigkeit laut Medienberichten: Fuerteventura einmal pro Woche, Lanzarote und Teneriffa Süd je zweimal pro Woche, Gran Canaria im Juli und August acht Flüge pro Woche und Richtung. Wochentage und Abflugzeiten wechseln mit dem Flugplan und sind hier nicht aufgeführt; massgeblich ist die Buchungsseite von Binter.

Eine bestätigte Flugzeit liegt nicht vor; nach den im Sommer veröffentlichten Fahrplänen dauerte der Flug etwa 1 Stunde 45 Minuten. Die Kanaren und Madeira liegen in derselben Zeitzone, eine Uhrenumstellung entfällt. Binter erhöhte das Sitzplatzangebot im Juli und August um 7 Prozent gegenüber 2025.

Dieser Sommerplan ist inzwischen abgelaufen. Für den Winter 2026/27 liegt in den geprüften Quellen kein bestätigter Binter-Flugplan Kanaren–Madeira vor. Ein Bericht von M24h vom 14. September 2026, der auf der Flugkarte von Gran Canaria Turismo beruht, nennt Funchal als vor allem über Binter und Vueling angebunden, ohne Frequenzen oder Daten.

Einen belegten Preisbereich gibt es ebenfalls nicht. Binters Winteraktion «Bintazo» (Reisen vom 15. September 2026 bis 31. März 2027) betrifft Madrid und Valencia, Funchal wird dort nicht genannt. Wer plant, prüft Abflughafen, Wochentag und Endpreis direkt bei Binter oder Vueling und bucht erst bei bestätigter Verbindung.

Was gilt vor Ort für Levadas, Wetter, Geld, Handy, Auto und Betrug?

Levadas: Levadas sind historische Bewässerungskanäle, deren Wege heute zum Wandern dienen. Für klassifizierte PR-Wege (die offiziellen Wanderrouten) ist eine Buchung Pflicht, für alle, auch mit Führer, laut Visit Madeira. Gebucht wird über das Regierungsportal SIMplifica in 30-Minuten-Zeitfenstern.

Die Bestätigung kann kontrolliert werden. Der Tagespass für kombinierte Wege kostet 9 Euro, der Dreitagespass 22,50 Euro und der Siebentagespass 52,50 Euro; die PR1 von Pico do Areeiro bis Pico Ruivo kostet 10,50 Euro, nur in eine Richtung.

Sperrungen: Die Statusseite von Visit Madeira nannte beim Abruf am 21. Oktober 2026 (ohne Datumsangabe der Seite) offene, eingeschränkte und gesperrte Wege. Gründe und Enddaten nennt die Seite nicht. Die PR1 Vereda do Areeiro war nach den Waldbränden von 2024 geschlossen und wurde im April 2026 wieder geöffnet, so Euronews.

Sicherheit: GOV.UK warnt vor schmalen, unebenen Pfaden und rät, nach Regen besonders vorsichtig zu sein und den Plan an der Hotelrezeption zu hinterlegen. Das Waldbrandrisiko ist von April bis Oktober höher, ein Feuer zu entfachen ist strafbar, auch aus Versehen. Im Notfall gilt die 112; für nicht dringende medizinische Beratung auf Madeira nennt GOV.UK die Nummer (+351) 800 24 24 20.

Wetter: Laut den Klimanormalen des portugiesischen Wetterdienstes IPMA (1991 bis 2020, Station Funchal) liegt die mittlere Jahrestemperatur bei 20,0 Grad. Januar und Februar sind mit rund 17 Grad am kühlsten, der August mit 23,7 Grad am wärmsten. Jährlich fallen etwa 574 Millimeter Regen, Juli und August sind am trockensten, November bis Januar am nassesten. Die Meerestemperatur liegt laut der nichtamtlichen Seite temperaturadomar.pt im Januar bei 18,7 und im September bei 23,8 Grad.

Geld und Handy: Portugal zahlt wie Spanien in Euro, ein Umtausch entfällt. Mit einer SIM-Karte aus einem EU-Land gelten nach den EU-Roamingregeln im Ausland die Inlandspreise für Telefon, SMS und Daten; bei sehr billigen oder unbegrenzten Tarifen darf der Anbieter ein Fair-Use-Limit setzen. Für britische und US-Karten greift diese Regel nicht, die Bedingungen hängen vom Heimatanbieter ab.

Auto und Fahren: Ein britischer Kartenführerschein ist laut GOV.UK gültig, und beim Fahren muss ein Ausweis mitgeführt werden. Nach dem Ratgeber eines Inselbewohners, der keine amtliche Quelle ist, gibt es auf Madeira keine Maut, die mehr als hundert Tunnel sind gebührenfrei, es gilt Abblendlicht in Tunneln und die Promillegrenze liegt bei 0,5. Mietwagenanbieter berichten von steilen, kurvigen Strassen und davon, dass Automatikwagen im Sommer zuerst ausgebucht sind.

Betrug: Die Regionalpolizei PSP bat Reiseveranstalter und Hotels, Gäste über die regulierten Taxitarife zu informieren, nachdem Taxifahrer wegen überhöhter Preise festgenommen worden waren (Times of Madeira, ohne Datum). Die Polizei registrierte zudem im ersten Halbjahr 2025 18 Fälle falscher Ferienunterkunft-Anzeigen mit hohen Anzahlungen, bei denen Täter auf WhatsApp auswichen. GOV.UK warnt vor Taschendieben in Teams an Haltestellen und davor, Getränke aus den Augen zu lassen.

Zehn Dos und zehn Don'ts für den Sprung nach Madeira

Do 1: Nehmen Sie den Reisepass mit; mit spanischer TIE gehört auch sie ins Gepäck, EU-Bürger reisen mit Ausweis oder Pass.

Do 2: Rechnen Sie Ihre Schengen-Tage vor der Buchung nach. Besuche der letzten 180 Tage, auch auf den Kanaren, zählen auf die 90 Tage.

Do 3: Eröffnen Sie vor der Abreise Ihr SIMplifica-Konto. Ohne aktives Konto lässt sich kein klassifizierter Weg buchen.

Do 4: Buchen Sie jeden PR-Weg im Voraus und starten Sie innerhalb Ihres 30-Minuten-Fensters. Speichern Sie die Bestätigung digital oder drucken Sie sie aus.

Do 5: Prüfen Sie am Wandertag den Status des Weges auf der Seite von Visit Madeira. Wetter und Sicherheitslage können ihn ändern.

Do 6: Packen Sie festes Schuhwerk, Wasser, Regenschutz und ein geladenes Telefon ein. Das Wetter im Gebirge wechselt laut Visit Madeira schnell.

Do 7: Sagen Sie jemandem, welche Route Sie gehen. GOV.UK rät, den Plan an der Hotelrezeption zu hinterlassen.

Do 8: Schliessen Sie eine Reiseversicherung ab. Die Europäische beziehungsweise Globale Krankenversicherungskarte (EHIC, GHIC) ersetzt sie laut GOV.UK nicht.

Do 9: Fragen Sie vor dem Einsteigen nach dem regulierten Taxitarif. Die Polizei hat Hotels und Veranstalter gebeten, darüber zu informieren.

Do 10: Notieren Sie die 112 und die Madeira-Nummer (+351) 800 24 24 20 für medizinische Beratung. Beide gelten auf der ganzen Insel.

Don't 1: Verlassen Sie sich nicht auf einen Binter-Winterflug. Ein Flugplan Kanaren–Madeira für Oktober bis März ist nicht bestätigt.

Don't 2: Gehen Sie nicht ohne Buchung auf einen klassifizierten PR-Weg. Eine Wanderung ohne gültige Buchung kann zu Bussgeldern führen; Verstösse gegen die Wegregeln bis zu 10.000 Euro (Visit Madeira).

Don't 3: Betreten Sie keinen gesperrten oder eingeschränkten Weg.

Don't 4: Wandern Sie nach Regen nicht unvorbereitet auf nassen, schmalen Pfaden. GOV.UK mahnt dort zu besonderer Vorsicht.

Don't 5: Zünden Sie kein Feuer an, auch nicht versehentlich. Von April bis Oktober ist das Waldbrandrisiko höher, Verstösse werden bestraft.

Don't 6: Überschreiten Sie die 90 Tage nicht. Laut GOV.UK droht ein Einreiseverbot von bis zu drei Jahren.

Don't 7: Zahlen Sie keine hohen Anzahlungen für Ferienunterkünfte an Unbekannte, die auf WhatsApp wechseln wollen. Die Polizei kennt solche Fälle.

Don't 8: Gehen Sie bei Rot-Flagge nicht ins Wasser; bei Gelb nur ins flache Wasser. An Stränden ohne Rettungsschwimmer, Flaggen oder Schilder ist besondere Vorsicht nötig.

Don't 9: Lassen Sie Getränke nicht aus den Augen und tragen Sie nicht alle Wertsachen an einem Ort. GOV.UK warnt vor Taschendieben in Teams.

Don't 10: Fahren Sie nach Weingenuss nicht. Die Promillegrenze soll nach einem Inselratgeber bei 0,5 liegen, das ist keine amtliche Angabe.

Welche Routen für 3, 5 und 7 Tage sind möglich?

3 Tage, Funchal und ein Klassiker: Tag 1 Ankunft und Spaziergang durch Funchal. Tag 2 PR 9 Levada do Caldeirão Verde, beim Abruf als offen gelistet. Tag 3 PR 8 Vereda da Ponta de São Lourenço, beim Abruf eingeschränkt; Status am Morgen prüfen.

5 Tage, Levadas im Westen: Tag 1 Funchal. Tag 2 PR 6 Levada das 25 Fontes, laut Visit Madeira ein reglementierter Weg, also mit Zeitfenster. Tag 3 PR 6.1 Levada do Risco, ebenfalls reglementiert. Tag 4 PR 10 Levada do Furado. Tag 5 PR 18 Levada do Rei, Rückreise.

7 Tage, Berg und Küste: Tag 1 Ankunft. Tag 2 PR 9 Levada do Caldeirão Verde. Tag 3 PR 1 Vereda do Areeiro von Pico do Areeiro zum Pico Ruivo, mit 10,50 Euro und nur in eine Richtung buchbar, deshalb Rückweg planen. Tag 4 PR 6 und PR 6.1 mit Kombipass zu 9 Euro. Tag 5 PR 10 Levada do Furado. Tag 6 PR 3.1 Caminho Real do Monte. Tag 7 Rückflug.

Alle Wege sind nur Beispiele aus der Statusliste von Visit Madeira. Reihenfolge, Dauer und Anreise zu den Startpunkten sind in den geprüften Quellen nicht belegt.