Welche Routen fliegt Binter Canarias aktuell?
Binter Canarias fliegt laut seiner Website täglich alle acht Kanaren-Inseln an: El Hierro, Fuerteventura, Gran Canaria, La Gomera, La Graciosa, La Palma, Lanzarote und Teneriffa. Die Website nennt durchschnittlich 270 Flüge pro Tag; anderes Unternehmensmaterial gibt eine höhere Tageszahl an.
Die 31 Destinationen zählt Binter ausserhalb der Kanaren: 21 spanische Flughäfen und 10 internationale Ziele. Zu den spanischen Flughäfen gehören laut Binter Vigo, A Coruña, Asturias, Santander, San Sebastián, Pamplona, Zaragoza, Valladolid, Madrid, Valencia, Sevilla, Murcia, Badajoz, Córdoba, Jerez de la Frontera, Granada, Almería, Mallorca, Menorca, Logroño und Vitoria.
In Marokko nennt Binter aktuell Agadir, Guelmim, El Aaiún und Dakhla. In Mauretanien fliegt Binter Nouakchott an, im Senegal Dakar. Auf den Kapverden ist Sal das einzige bestätigte Ziel. Casablanca und Marrakesch stehen nicht in der aktuellen Destinationsliste.
In Portugal fliegt Binter Madeira (Funchal) und Porto Santo an. Auf den Azoren ist Ponta Delgada das bestätigte Ziel. Lissabon und Porto stehen nicht in der aktuellen Destinationsliste. Welche Kanaren-Insel jeweils Abflugort ist, entscheidet laut Binter der Live-Flugplan.
Laut Presseberichten und Binter-Pressematerial wird Ponta Delgada ab Gran Canaria und Teneriffa angeflogen, Madeira ab Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura und Teneriffa Sur. Diese Angaben sind nicht vollständig bestätigt; der Live-Flugplan ist massgeblich.
Wie funktioniert der Residentenrabatt von 75 Prozent?
Der Residentenrabatt beträgt laut Binter 75 Prozent auf kanarischen Interinselflügen und auf Nationalflügen innerhalb spanischen Territoriums.
Anspruch haben Personen, die ihren Wohnsitz auf den Kanaren, den Balearen, in Ceuta oder Melilla nachweisen und zwischen Wohnort und einem Punkt spanischen Territoriums reisen. Die Reise muss in der jeweiligen Autonomen Gemeinschaft beginnen oder enden.
Begünstigt sind laut Binter Staatsangehörige Spaniens, der EU, Islands, Liechtensteins, Norwegens und der Schweiz. Nicht-EU-Bürger qualifizieren sich nur, wenn ihre gültige spanische Aufenthaltskarte sie als Familienangehörige eines EU-Bürgers, Langzeit- oder Daueraufenthaltsberechtigte ausweist oder wenn sie Asyl oder subsidiären Schutz haben.
Als Nachweis dient das certificado de empadronamiento (Einwohnermeldebescheinigung) im Reisemodell nach Anhang I des RD 1340/2007, falls die elektronische Prüfung nicht gelingt, plus gültiger DNI oder Reisepass. Kinder unter 14 Jahren ohne DNI benötigen nur die Empadronamiento-Bescheinigung.
Der Passagier muss DNI, Reisepass oder NIE sowie gegebenenfalls die Bescheinigung mitführen. Für falsche Angaben haftet der Passagier persönlich. Für internationale Routen nach Marokko, Madeira, den Azoren, Kap Verde, Senegal oder Mauretanien beschreibt Binter den Rabatt nicht.
Welche Tarife und Gepäckregeln gelten bei Binter?
Binter nennt vier Tarife: Basic, Plus, FlexiPlus und Premium. Basic umfasst laut Tarifseite 8 kg Handgepäck und 150 BinterMas-Punkte auf Madrid-Routen. Plus beinhaltet zusätzlich ein aufgegebenes Gepäckstück bis 23 kg, einen Standardsitz und 300 Punkte.
FlexiPlus umfasst laut Tarifseite ein weiteres Gepäckstück bis 23 kg, bevorzugten Sitz, XL-Sitz, Änderungen mit Bedingungen, VIP-Lounge und Fast Track auf Inlandsflügen, bevorzugten Check-in und Boarding sowie 900 Punkte. Premium bietet einen freien Nachbarsitz, vordere Reihen, Premium-Service an Bord und 1.200 Punkte.
Beim Handgepäck erlaubt Binter ein Stück von 8 kg plus persönliche Gegenstände. Die Maximalmasse beträgt 45 x 35 x 25 cm auf ATR-Flügen und 52 x 40 x 25 cm auf Embraer-Flügen. Bei gemischten Verbindungen wird das Embraer-Mass kostenlos akzeptiert; passt es nicht in den ATR, wird es an der Flugzeugtreppe abgegeben und dort zurückgegeben.
Beim aufgegebenen Gepäck gilt auf kanarischen Interinselflügen ein Freigepäck von 20 kg, auf Madeira-Porto Santo 23 kg. National- und Internationalflüge im Basic-Tarif haben kein aufgegebenes Gepäck inklusive; es kostet 25 Euro bei Vorauszahlung mehr als 3 Stunden vor Abflug oder 40 Euro am Check-in.
Die Gepäckseite und die Tarifbedingungen widersprechen sich teilweise: Die Gepäckseite nennt für FlexiPlus und Premium 1 Stück auf Europa- und Marokko-Routen und 2 Stück auf anderen Routen, die Tarifbedingungen nennen 2 Stück. Auch die Änderungsgebühr für Plus wird unterschiedlich dargestellt: Die Tarifseite erlaubt Änderungen vor Abflug ohne Strafe, die Tarifbedingungen nennen 40 Euro Strafe. Massgeblich ist der bei Buchung angezeigte Tarif.
Check-in, Boarding, BinterMas und Buchungstipps
Der Check-in schliesst laut Binter 30 Minuten vor Abflug auf kanarischen Interinselflügen, Madeira-Porto Santo und Kanaren-Madeira. Für andere National- und Internationalflüge gilt eine Frist von 50 Minuten, für Flüge ab Afrika 60 Minuten.
Der Online-Check-in öffnet 7 Tage vor Abflug und schliesst zur Check-in-Frist. Er ist verfügbar für kanarische Interinselflüge, Inlandsflüge ausser ab San Sebastián, Murcia, Zaragoza, Valladolid, Córdoba, Badajoz, Vitoria und Logroño sowie internationale Flüge von und nach Portugal.
Wo der Online-Check-in nicht verfügbar ist, bittet Binter Passagiere, mindestens 2 Stunden vor Abflug am Schalter zu sein. Mit aufgegebenem Gepäck muss der Schalter trotzdem aufgesucht werden. BinterMas-Punkte werden 48 Stunden nach dem Flug gutgeschrieben.
Das Boarding beginnt 30 Minuten vor Abflug auf kanarischen Interinselflügen, Madeira-Porto Santo und Kanaren-Madeira. Für andere Flüge ab den Kanaren gilt eine Frist von 50 Minuten, für Flüge ab Festland, Europa oder Afrika 40 Minuten. Identität und Residentenstatus werden beim Boarding geprüft.
Das Treueprogramm BinterMas hat vier Stufen: Verde, Plata, Oro und Cumbre. Punkte sind einlösbar für Flüge, Aufenthalte und Erlebnisse. BinterMas Niños richtet sich an Kinder. Schwellenwerte und Gültigkeit der Punkte waren auf der Seite nicht lesbar und sind nicht bestätigt.
Der Airpass Explorer kostet laut Binter nur 40 Euro pro Flug für Passagiere, die auf die Kanaren reisen und weitere Inseln sehen möchten, bis zu 8 Strecken bei Buchung. Stopover Discover erlaubt bis zu 7 Tage Aufenthalt auf Gran Canaria oder Teneriffa und den Besuch von zwei Inseln auf einer Reise.
Geschichte und Flotte von Binter Canarias
Der erste Flug fand laut Binter am 26. März 1989 statt, damals als BinterCanarias, eine regionale Fluggesellschaft im Besitz von Iberia. Flug NT 104 führte von Teneriffa Norte nach Gran Canaria mit 40 Passagieren an Bord einer CASA CN-235.
Im Januar 1990 kam die erste ATR 72 zur Flotte. 1999 umfasste die Flotte 11 Flugzeuge. 2002 wurde Binter von einer Gruppe kanarischer Investoren übernommen. 2005 begann die internationale Expansion, unter anderem nach Marrakesch, El Aaiún und Madeira.
2015 erneuerte Binter die Flotte mit 18 neuen ATR 72-600. Insgesamt investierte das Unternehmen seit der kanarischen Eigentümerschaft laut Binter 700 Millionen Euro in die Flottenerneuerung. 2017 kamen drei Bombardier CRJ1000 hinzu, 2019 drei Embraer E195-E2.
Die ATR 72-600 Turboprops eignen sich laut Binter für kurze Start- und Landebahnen. Die E195-E2 hat 132 Sitze in einer Klasse, 79 cm Sitzabstand und eine 2+2-Anordnung.
2024 eröffnete Binter laut Unternehmensangaben seine erste Basis ausserhalb des Archipels in Madrid mit 16 täglichen Flügen Madrid-Kanaren. Die Europäische Regionsluftfahrt-Vereinigung ERA zeichnete Binter 2024 als Airline of the Year aus; laut Binters Auszeichnungsseite war es das siebte Mal, die Zählweise im Pressekit weicht ab.
Pünktlichkeit, Sicherheit und offene Fragen
Die Pünktlichkeitsangaben auf Binters Auszeichnungsseite sind alt und stammen vom Unternehmen selbst: Flightview nannte Binter 2015 die pünktlichste Fluggesellschaft der Welt mit mehr als 96 Prozent pünktlichen Ankünften. FlightStats bezeichnete Binter 2009 als pünktlichste Airline Europas und Nordamerikas.
Eine aktuelle Pünktlichkeitszahl für 2025 oder 2026 wurde nicht gefunden. Auch eine verifizierte Pünktlichkeitsquote von OAG, Cirium, Aena, ENAIRE oder Binter liegt nicht vor. Diese Angaben sind nicht bestätigt.
Die Suche in öffentlichen Aufzeichnungen, darunter Aviation Safety Network, die spanische Unfallkommission CIAIAC und kanarische Medien RTVC, ergab keinen tödlichen Unfall von Binter Canarias. Es gab jedoch nicht-tödliche Vorfälle, darunter einen schweren Vorfall einer ATR 72-600 beim Start in Teneriffa Norte 2019, klassifiziert von der CIAIAC mit 46 Personen an Bord.
Weitere Vorfälle betrafen Fehlalarme der Brandmelder und geplatzte Reifen in Lanzarote. Dies ist keine statistische Sicherheitsbewertung. Ein IOSA- oder AESA-Zertifikatstext wurde nicht gefunden und ist nicht bestätigt.
Nicht bestätigt werden konnten: die genaue Anzahl der täglichen Interinselflüge, die Abfluginseln einzelner Routen, die Winterflugpläne 2026/27, die Gültigkeit und Schwellenwerte der BinterMas-Punkte sowie die aktuellen Frequenzen nach Madeira, auf die Azoren und nach Afrika.