GRAN CANARIA · GESUNDHEIT

West-Nil-Virus erstmals auf Gran Canaria nachgewiesen

Im Süden von Gran Canaria ist erstmals auf den Kanaren das West-Nil-Virus (virus del Nilo Occidental) nachgewiesen worden. Betroffen sind nach Angaben von Canarias7 und Diario de Avisos (19. und 20. August 2026) drei Pferde eines einzelnen Reitbetriebs. Es handelt sich um die ersten Fälle bei Tieren auf dem Archipel; Menschen sind nach dem bisherigen Stand nicht erkrankt.

21. August 2026 · Von Lucía Medina Reyes · 5 Min.
Stechmücke (Culex)

Foto: Czeva, CC BY-SA 4.0 (Symbolbild).

Die Nachricht klingt beunruhigender, als sie ist. Wichtig zur Einordnung: Man kann sich nicht bei einem Pferd anstecken, und in den Kanaren gibt es bislang keine menschlichen Fälle. Die Behörden haben die üblichen Überwachungsprotokolle aktiviert – ein Standardvorgehen, das eher Vorsorge als Anlass zur Sorge ist.

Was festgestellt wurde

Laut Canarias7 und Diario de Avisos wurde das West-Nil-Virus bei drei Pferden eines Reitbetriebs im Süden von Gran Canaria festgestellt. Es ist der erste bekannte Nachweis des Virus – auf Spanisch virus del Nilo Occidental oder fiebre del Nilo – auf den Kanarischen Inseln überhaupt.

Die genaue Gemeinde wurde nicht benannt; die verstärkte Überwachung konzentriert sich den Berichten zufolge auf die Zona Básica de Salud de Maspalomas, also den Raum Maspalomas im Süden der Insel. Die drei Tiere stammen aus derselben Anlage.

Wie sich das Virus überträgt

Das West-Nil-Virus wird durch den Stich von Stechmücken der Gattung Culex übertragen. Der natürliche Wirt sind Vögel: In ihnen zirkuliert das Virus, und Mücken tragen es beim Blutmahl weiter. Pferde und Menschen sind dagegen sogenannte Fehlwirte oder „Sackgassen-Wirte".

Das bedeutet konkret: Ein infiziertes Pferd oder ein infizierter Mensch gibt das Virus nicht weiter. Von einem Pferd kann man sich nicht anstecken, und auch von Mensch zu Mensch wird das Virus im Alltag nicht übertragen. Ansteckungen erfolgen praktisch nur über den Mückenstich.

Was das für Menschen bedeutet

Die allermeisten Infektionen beim Menschen verlaufen ohne Symptome. Ein Teil der Betroffenen entwickelt grippeähnliche Beschwerden mit Fieber. Nur ein kleiner Prozentsatz erkrankt schwer an einer neurologischen Form (Enzephalitis oder Meningitis); das Risiko ist bei älteren oder immungeschwächten Menschen höher.

Diario de Avisos formuliert es so, dass bei rund 20 Prozent der Infizierten überhaupt Symptome auftreten könnten. Diese Angabe stammt aus der Berichterstattung und ist mit der genannten Vorsicht zu lesen. Entscheidend bleibt: Auf den Kanaren sind bislang keine menschlichen Fälle bekannt.

Die Reaktion der Behörden

Die zuständigen Stellen haben entomologische und epidemiologische Überwachungsprotokolle aktiviert, also die gezielte Beobachtung von Mückenvorkommen und möglichen Krankheitsfällen. In der Zona Básica de Salud de Maspalomas wurde zusätzlich die klinische Überwachung verstärkt und Ärztinnen und Ärzte wurden gebeten, auf neurologische Symptome zu achten.

Beteiligt sind laut den Berichten die Dirección General de Sanidad de la Producción Agroalimentaria, der Servicio Canario de Salud und das tropenmedizinische Institut. Tiergesundheit, öffentliches Gesundheitswesen und Fachleute arbeiten dabei zusammen.

So schützt man sich vor Mückenstichen

Der wirksamste Schutz besteht darin, Mückenstiche zu vermeiden. Dazu gehören ein Mückenschutzmittel (Repellent) auf freien Hautstellen, das Bedecken der Haut vor allem in der Dämmerung am Morgen und am Abend, wenn Culex-Mücken besonders aktiv sind, sowie lange, helle Kleidung.

Ebenso wichtig ist es, Mücken die Brutstätten zu nehmen: stehendes Wasser in Untersetzern, Eimern, Regentonnen oder verstopften Abläufen regelmäßig entleeren oder abdecken. Schon kleine Wasseransammlungen genügen den Mücken zur Vermehrung.

Mückenstiche vermeiden: Ein Repellent auf freie Hautstellen auftragen, besonders in der Morgen- und Abenddämmerung.
In den Dämmerungsstunden lange, helle Kleidung tragen und die Haut bedecken.
Stehendes Wasser rund ums Haus regelmäßig entfernen – in Untersetzern, Eimern, Regentonnen und Abläufen – damit sich keine Mücken vermehren.
Fliegengitter an Fenstern und Türen halten Mücken aus den Wohnräumen fern.
Bitte einordnen: Es handelt sich um die ersten Fälle bei Tieren; auf den Kanaren sind bislang keine menschlichen Fälle bekannt. Von einem Pferd kann man sich nicht anstecken.
Wann ärztlicher Rat sinnvoll ist: Wer in der betroffenen Region nach Mückenstichen hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteife oder Verwirrtheit bemerkt, sollte ärztlichen Rat suchen – vor allem ältere oder immungeschwächte Menschen.

Zahlen und Fakten

  • Erstmaliger Nachweis des West-Nil-Virus (virus del Nilo Occidental) auf den Kanaren (Canarias7, Diario de Avisos, 19.–20. August 2026)
  • Drei infizierte Pferde eines einzelnen Reitbetriebs im Süden von Gran Canaria
  • Verstärkte Überwachung im Raum Maspalomas (Zona Básica de Salud de Maspalomas); genaue Gemeinde nicht benannt
  • Übertragung durch Culex-Mücken; Vögel sind der natürliche Wirt; Pferde und Menschen sind Fehlwirte und geben das Virus nicht weiter
  • Beim Menschen meist symptomlos; laut Diario de Avisos könnten rund 20 % Symptome entwickeln, ein kleiner Teil schwer (neurologisch)
  • Keine menschlichen Fälle auf den Kanaren; Überwachungsprotokolle von Sanidad und Servicio Canario de Salud aktiviert

FAQ

Was wurde auf Gran Canaria festgestellt?
Laut Canarias7 und Diario de Avisos wurde das West-Nil-Virus erstmals auf den Kanaren nachgewiesen, und zwar bei drei Pferden eines Reitbetriebs im Süden von Gran Canaria.
Kann man sich bei einem Pferd anstecken?
Nein. Pferde und Menschen sind Fehlwirte und geben das Virus nicht weiter. Die Übertragung erfolgt über den Stich von Culex-Mücken, deren natürlicher Wirt Vögel sind.
Gibt es menschliche Fälle auf den Kanaren?
Nach dem bisherigen Stand nicht. Es handelt sich um die ersten Fälle bei Tieren; menschliche Fälle sind auf dem Archipel nicht bekannt.
Wie gefährlich ist das Virus für Menschen?
Die meisten Infektionen verlaufen ohne Symptome. Diario de Avisos zufolge könnten rund 20 Prozent Symptome entwickeln; nur ein kleiner Teil erkrankt schwer, mit höherem Risiko für Ältere und Immungeschwächte.
Wie kann ich mich schützen?
Mückenstiche vermeiden: Repellent verwenden, in der Dämmerung die Haut bedecken und stehendes Wasser rund ums Haus entfernen, damit sich keine Mücken vermehren.