Was ändert sich am 11. November für Urlauber und Residenten?

Der Streik läuft 24 Stunden, von 00.00 Uhr bis 24.00 Uhr am Mittwoch, 11. November 2026. Betriebe mit Schichtarbeit können früher beginnen oder später enden, je nach Schichtplan.

Bei Flügen sind Verspätungen und Ausfälle möglich, wie ein allgemeiner Bericht zu Spanien warnt, der die Kanaren nicht gesondert behandelt. Airlines müssen umbuchen oder erstatten, zahlen aber meist keine zusätzliche Entschädigung, weil Streiks als aussergewöhnliche Umstände gelten.

Restaurants, Museen und Geschäfte können schliessen oder kürzer öffnen, wenn ihr Personal streikt. Welche Betriebe im Süden der Inseln betroffen sind, nannten die Quellen nicht.

Notfälle und die Grundversorgung im Gesundheitswesen müssen gesichert bleiben. Geplante Termine und Untersuchungen können sich dennoch verschieben.

Ob eine Schule öffnet, hängt von der Beteiligung und vom eingeteilten Mindestpersonal ab. Eltern fragen am besten vorab bei der Schule nach.

Was gilt bei Bussen, Fähren und Flughäfen?

Genaue Mindestdienste für Guaguas (Linienbusse), Fähren, Flughäfen, Verwaltung und Gesundheit sind bisher nicht bekannt. Nur die Behörden legen sie fest, nie der Arbeitgeber, und nur für lebenswichtige Tätigkeiten.

Die Gewerkschaften CCOO und UGT schlugen dem Verkehrsministerium die Streiks von 2010 und 2012 als Vorbild vor. Damals fuhren 30 Prozent der Nahverkehrszüge, ob das Muster auf die Kanaren passt, steht nicht fest.

Die Verfügung für den Verkehr wird in den Tagen vor dem 11. November erwartet. Im BOC fand sich bis zum 4. November kein entsprechender Eintrag.

Für Reisende heisst das: Verbindung für den 11. November direkt beim Betreiber prüfen und einen Puffer einplanen. Wegen der Schichtregel kann der Streik in einzelnen Betrieben bis in den 12. November hineinreichen.

Warum streiken die Gewerkschaften?

CCOO Canarias, UGT, CGT und CNT nennen als Anlass die Wohnungskrise, Spekulation, niedrige Löhne und hohe Lebenshaltungskosten. Der Aufruf gilt landesweit, die Kanaren sind also eingeschlossen.

UGT-Vertreter Manuel Navarro bezeichnet den Ausstand als ersten Generalstreik seit 14 Jahren. Er und Vanesa Frahija, die beiden Spitzen von UGT und CCOO auf den Kanaren, lehnen das Etikett «politischer Streik» ab und sprechen von einem Arbeitskampf, der die politische Seite nicht ausblendet.

Die Gewerkschaften wollen 211.000 leerstehende Wohnungen mobilisieren und 20 Prozent davon vermieten lassen. Dazu fordern sie vertikales Bauen und die Erneuerung von Stadtvierteln und kritisieren, dass der Kongress Teile des Wohnungsdekrets abgelehnt hat.

Die Gewerkschaften nennen für die Kanaren Löhne von rund 500 Euro unter dem spanischen Durchschnitt und das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen Spaniens. Sozialwohnungen machen nach ihren Angaben etwa 1 Prozent des Bestands aus, Neubauten kosten meist über 200.000 Euro; diese Zahlen sind nicht unabhängig geprüft.

Der Streik fällt gut zwei Wochen vor die vorgezogene Parlamentswahl am 29. November 2026. Die CEOE verzichtet vorab auf eine Anfechtung, behält sich aber Massnahmen nach dem Streik vor.

Welche Rechte haben Arbeitnehmende am Streiktag?

Die Teilnahme ist freiwillig und ein Grundrecht, verankert in Artikel 28.2 der spanischen Verfassung und in Artikel 6.1 des Real Decreto-ley 17/1977. Der Arbeitgeber darf Streikende weder sanktionieren noch entlassen noch sich an ihnen rächen.

Wer streikt, muss das vorher nicht melden, und der Arbeitgeber darf auch nicht danach fragen. Wer nicht streikt, darf normal arbeiten, und der Betrieb darf weder schliessen noch den Zugang versperren.

Der Lohn sinkt nur um die nicht gearbeitete Zeit, samt anteiligen Zulagen und Sonderzahlungen. Den Tag darf der Arbeitgeber nicht mit Urlaub, Überstunden oder künftigen Arbeitstagen nachholen lassen.

Für den Streiktag fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an, und er zählt nicht für einen späteren Anspruch auf Arbeitslosengeld. Die Firma muss die dafür nötige Sonderanmeldung nach dem Streik erledigen.

Wer streikt, arbeitet gar nicht, auch nicht im Homeoffice. Der Arbeitgeber darf niemanden nur deshalb ins Homeoffice schicken, um den Streik zu bremsen.

Wer für Mindestdienste eingeteilt ist, muss zur Arbeit erscheinen und bekommt den vollen Lohn. Wer wegen eingeschränkter Busse nicht ankommt, sollte die Störung belegen, dann soll der Arbeitgeber nichts abziehen.

Was ist noch offen?

Bestätigte Zeiten und Orte für Demonstrationen auf den Kanaren liegen bisher nicht vor. Auch zur erwarteten Beteiligung gibt es keine Zahlen.

Die Mindestdienste sollen das Verkehrsministerium für den Verkehr und die Regierung der Kanaren für regionale Dienste festlegen. Prozentsätze für Guaguas, Fähren, Flughäfen, Verwaltung und Gesundheit fehlen bisher.

Nach dem Streik am 11. November folgt am 29. November die Wahl. Wer in der Woche des 11. November reist oder einen Behördentermin hat, findet die Mindestdienste voraussichtlich kurz vorher im BOC und bei den Verkehrsbetreibern.