Was fordert die Gewerkschaft Satse?
Die Satse-Delegierte im Krankenhaus, Juani Mangano, verlangt vom Servicio Canario de la Salud (SCS, kanarischer Gesundheitsdienst) ein anderes Einstellungsmodell. Die Gewerkschaft fordert eine vollständige Abdeckung von Urlaub, Krankheitsausfällen, Freistellungen und Arbeitszeitreduzierungen.
Nach Darstellung von Satse werden seit Juli 2026 kurze Verträge vergeben. Für eine krankheitsbedingte Abwesenheit von bis zu vier Monaten würden bis zu acht Verträge zu jeweils 15 Tagen aneinandergereiht, statt eine stabile Vertretung für die gesamte Dauer einzusetzen.
Die Gewerkschaft erklärt, dass dadurch Schichten neu organisiert, Genehmigungen erschwert oder verweigert und zusätzliche Dienste übernommen werden müssten. Sie warnt ausserdem vor häufig wechselnden Pflegekräften und möglichen Auswirkungen auf die Kontinuität der Patientenversorgung.
Wie reagiert das Krankenhaus?
Das Krankenhaus erklärte, es habe die Beschäftigung im Jahr 2026 um 7 Prozent gegenüber 2025 erhöht. Ausserdem würden Massnahmen umgesetzt, um die Vertragsdauer zu verlängern und den Personalbedarf weiter abzudecken.
Satse berichtet jedoch, dass die angekündigten Änderungen am 8. Oktober noch nicht umgesetzt worden seien.
Das Krankenhaus Nuestra Señora de La Candelaria liegt in Santa Cruz de Tenerife und ist eines der grössten Krankenhäuser der Kanaren.
Was bedeutet das für Patienten und Besucher?
Es wurde keine Änderung von Behandlungspreisen, Zugangsregeln, Versicherungsansprüchen, Fristen oder Krankenhausöffnungszeiten angekündigt. Die Proteste betreffen nach den vorliegenden Informationen die Personalplanung und Vertragsdauer.
Eine Schliessung der La Candelaria oder die Absage konkreter Leistungen wurde nicht gemeldet. Für Patienten können sich organisatorische Folgen ergeben, etwa eine stärkere Personalrotation oder Belastungen bei der Dienstplanung.
Eine konkrete Einschränkung der Versorgung ist in den verfügbaren Berichten jedoch nicht offiziell bestätigt. Wer einen Termin im Krankenhaus hat, sollte ihn nach aktuellem Stand wahrnehmen.
Welcher grössere Konflikt steht dahinter?
Der Protest der Pflegekräfte fällt in eine Zeit, in der das kanarische Gesundheitsressort bereits mit einem Ärztekonflikt befasst ist. Die Ärztegewerkschaften CESM und SEMCA haben für den 16. Oktober 2026 einen unbefristeten Ärztestreik angekündigt.
Die Mediziner halten die Vorschläge zu Vergütung, Bereitschaftsdiensten, Ruhezeiten und Arbeitsplatzstabilität für unzureichend, bleiben aber nach Darstellung der Berichte verhandlungsbereit. Der Direktor des SCS, Adasat Goya, nannte die Streikankündigung überraschend und erklärte, die angebotenen Verbesserungen überträfen einige Forderungen.
Zuständig für das kanarische Gesundheitsressort ist Esther Monzón, die Consejera de Sanidad der Kanarenregierung. Mit beiden Konflikten steht der SCS unter Druck von zwei Berufsgruppen, die für Krankenhäuser und Gesundheitszentren zentral sind.
Welche Regeln gelten bei Streiks im Gesundheitswesen?
Der Servicio Canario de la Salud verwaltet die öffentliche Gesundheitsversorgung auf Teneriffa und den anderen Inseln. Bei einem Streik im Gesundheitswesen wird das Streikrecht durch die Pflicht eingeschränkt, wesentliche Dienste sicherzustellen.
Das Dekret 24/1987 ermächtigt die zuständige Consejería, nach Anhörung des Streikkomitees Mindestdienste festzulegen. In einem früheren, im Amtsblatt der Kanaren (BOC) geregelten Fall umfassten die Mindestdienste unter anderem Notaufnahmen, Hausbesuche, Onkologie, Dialyse, Tagesklinik, Krankenhausapotheke und nicht verschiebbare Operationen.
Für die spezialisierte Versorgung galten dabei allgemein Niveaus wie an Sonn- und Feiertagen.
Wie geht es weiter?
Satse verlangt weitere Verhandlungen mit dem SCS und stabile Vertretungen. Ein verbindlicher Umsetzungstermin für die angekündigten Vertragsänderungen oder eine weitere Protestaktion wurde in den verfügbaren Quellen nicht genannt.
Die Zahlen zu den Verträgen, zur Überlastung und zur Versorgungsqualität stammen überwiegend von Satse. Eine unabhängige Veröffentlichung des SCS mit detaillierten Vergleichsdaten liegt in den verfügbaren Quellen nicht vor.
Für Einwohner und Besucher bleibt die Lage damit vorerst unverändert. Wer auf das Krankenhaus angewiesen ist, sollte sich bei Unsicherheit direkt an die Einrichtung oder den behandelnden Arzt wenden.