Was gilt auf La Gomera ab Montag?
Die Dirección General de Emergencias (Notfallbehörde der Kanarenregierung) setzt La Gomera, La Palma und El Hierro ab 00.00 Uhr am Montag, 2. November, auf Alerta. Das ist eine höhere Stufe als die Prealerta, auf der Teneriffa und Gran Canaria bleiben.
Grundlage sind Angaben des staatlichen Wetterdienstes AEMET und der kanarische Notfallplan PEFMA für Unwetter. Die Mitteilung auf dem Portal 112 Canarias trägt den Zeitstempel 17.32 Uhr am 1. November.
Die Prognose der Regierung erwartet am Montag viel konvektive Aktivität rund um La Gomera, La Palma und El Hierro, also Schauer aus rasch aufquellenden Wolken. Einzelne Schauer können sehr heftig ausfallen und mehr als 30 Millimeter Regen in einer Stunde bringen.
Am wahrscheinlichsten fällt der Starkregen bis etwa 15.00 Uhr. Die Behörde schliesst aber nicht aus, dass die Schauer in den Nachmittag hineinreichen.
Was bedeutet der Alarm für Urlauber und Residenten?
Die Regierung ruft die Bevölkerung auf, die Selbstschutz-Ratschläge der Notfallbehörde zu befolgen. Deren Wortlaut für den 2. November liegt hier nicht vor, die Ratschläge vom 22. Oktober dienen als Anhaltspunkt.
Beim Alarm vom 22. Oktober riet die Regierung laut dem kanarischen Rundfunk RTVC, Wanderungen, Camping und unnötige Fahrten zu verschieben. Dieselbe Quelle warnt davor, Autos im Bett einer Schlucht (Barranco) zu parken.
Laut Diario de Avisos sollen Autofahrer nicht durch überflutete Strassen fahren und Schluchten sowie Senken meiden, in denen sich Wasser sammelt. Als weitere Empfehlung nennt die Zeitung langsames Fahren mit grösserem Abstand.
Laut RTVC sollten Bewohner Dach, Rinnen und Abflüsse prüfen und Fenster und Türen gegen Wasser sichern. Als Vorrat nennt RTVC Taschenlampe, Campingkocher, Trinkwasser, Medikamente und ein Batterieradio.
Die Notrufnummer lautet 112. Wer für Montag eine Wanderung, Bootstour oder Fahrt über Land gebucht hat, fragt vorab beim Anbieter nach, denn Absagen nennen die Quellen nicht.
Gibt es Sperrungen, Schulausfälle oder Fährprobleme?
Zu Strassensperrungen, Schulschliessungen oder Ausfällen bei Fähren und Flügen lag bis zum Abend des 1. November nichts vor. Auch vom Cabildo de La Gomera (Inselregierung) oder von Gemeindeverwaltungen wie San Sebastián de La Gomera nennen die Quellen keine Massnahmen.
Die Warnfarbe von AEMET für La Gomera am 2. November ist nicht bestätigt. Wer sie wissen will, schaut auf aemet.es nach.
Auch die erwartete Gesamtmenge in Litern pro Quadratmeter nennt die Regierung für diesen Alarm nicht, nur Stundenwerte. Ein Ende des Alarms ist ebenfalls nicht festgelegt.
Zum Zeitpunkt der Mitteilung am 1. November um 17.32 Uhr lagen für La Gomera weder Schäden noch Messwerte vor. Regenmessungen für den 2. und 3. November kann es naturgemäss noch nicht geben.
Wie lief der letzte Regenalarm auf La Gomera ab?
Am Donnerstag, 22. Oktober, stand La Gomera ab 00.00 Uhr schon einmal unter Alerta, zusammen mit El Hierro und dem Osten von La Palma, berichtet RTVC. Teneriffa und der Rest von La Palma blieben auf Prealerta.
Laut RTVC hob AEMET die Warnung für La Gomera von Gelb auf Orange, von Mitternacht bis 17.59 Uhr. Erwartet wurden bis zu 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde und bis zu 100 Liter in zwölf Stunden.
Den höchsten Wert am 22. Oktober meldete laut RTVC San Andrés y Sauces auf La Palma mit 60 Litern pro Quadratmeter. Dahinter folgten Tafira auf Gran Canaria mit 53,2, Agüimes mit 41,4 und El Pinar auf El Hierro mit 20,4.
Für La Gomera nannte RTVC keinen Messwert. Auch das Datum, an dem die Regierung jenen Alarm aufhob, ist in den Quellen widersprüchlich.
Warum nehmen die Behörden Starkregen auf La Gomera ernst?
Im März 2026 richtete die Borrasca Therese (Sturmtief) auf La Gomera Schäden an. AEMET warnte damals vor 100 Millimetern Regen in zwölf Stunden am 20. und 21. März.
Diario de Avisos und eldiario.es berichten von Überschwemmungen in Valle Gran Rey und Alajeró. In Valle Gran Rey beschädigten sie die Mole an der Mündung der Schlucht und die Strandpromenade.
Mehr als 100 Einwohner von Valle Gran Rey verloren laut eldiario.es ihre Wasserversorgung. Die Staudämme der Insel waren Ende März dagegen gut gefüllt, mit rund 4 Millionen Kubikmetern bei einem Maximum von rund 5 Millionen, meldete RTVC am 30. März.
Der grösste Stausee, Amalahuigue in Agulo, war laut RTVC nur zu etwa 20 Prozent voll. Insgesamt sichere die Füllung nach Jahren der Dürre die Versorgung im Sommer, so der Sender.
Wer entscheidet über den Alarm und wie geht es weiter?
Die Alarmstufen stammen aus dem PEFMA, den die Kanarenregierung mit dem Dekret 186/2006 vom 19. Dezember einführte und mit dem Dekret 18/2014 vom 20. März aktualisierte. Ein Auszug im BOC (Amtsblatt der Kanaren, 2014/070) nennt die Stufen Prealerta, Alerta und Alerta máxima; den vollen Text haben wir nicht geprüft.
Am Dienstag, 3. November, regnet es laut Prognose auf allen gebirgigen Inseln weiter, aber seltener. Die Schauer sollen verstreuter und schwächer ausfallen als am Montag.
Die Dirección General de Emergencias spricht von einer «hohen Unsicherheit» bei Ort, Stärke und Dauer des Regens. Sie verfolgt die Wetterlage weiter und kann die Einstufung anpassen.
Neue Meldungen erscheinen auf 112canarias.com und auf rtvc.es. Ob und wann die Regierung den Alarm aufhebt, steht noch nicht fest.