Was ändert sich für Busfahrer in Playa Blanca?
Playa Blanca bekommt neue Wartehäuschen: 24 davon will der Cabildo de Lanzarote an den Haltestellen der Stadtlinie erneuern. Möglich macht das die Gemeindeverwaltung (Ayuntamiento) von Yaiza, denn ihre Unterschrift unter dem Kooperationsdekret erlaubt die Ausschreibung.
Laut Projekt bekommen die Häuschen Solarzellen, LED-Licht und Infotafeln für Fahrgäste. Sie sollen vor Sonne und Regen schützen, wenn man auf die guagua (den Linienbus) wartet.
Cabildo-Präsident Oswaldo Betancort versprach besseren Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität und sicherere Fusswege. Schon die Ankündigung von 2024 sah breitere Gehsteige und Umbauten an Haltestellen vor, die den Vorschriften nicht entsprechen.
Fahrgäste müssen derzeit nichts tun. Von neuen Fahrpreisen oder anderen Regeln ist in den Berichten keine Rede.
Ob Haltestellen während der Arbeiten gesperrt oder verlegt werden, ist offen. Hinweise dazu hat bisher niemand veröffentlicht.
Wann beginnen die Arbeiten an den Haltestellen?
Einen Starttermin nennt bis jetzt weder die Gemeinde noch der Cabildo. Die Mitteilung der Gemeinde lässt Kosten und Zeitplan ausdrücklich offen.
Verkehrsstadträtin Beatriz Vázquez sagt, nun müsse der Cabildo die Arbeiten ausschreiben, vergeben und ausführen. Ob er die Ausschreibung schon veröffentlicht oder gar vergeben hat, ist nicht bestätigt.
Bürgermeister Óscar Noda fordert eine Ausschreibung «ohne weitere Verzögerungen». Die Bewohner und Besucher von Playa Blanca verdienten «würdige und komfortable Haltestellen», sagt er.
Schon im September 2024 erklärte Noda, das Projekt werde dauern. Seither sind rund 14 Monate vergangen, ohne dass Bagger angerückt wären.
Wer bezahlt die neuen Wartehäuschen?
895.061,20 Euro hat das Ministerium für Tourismus und Arbeit der Kanarischen Regierung dem Cabildo bewilligt. Das Geld stammt aus der Inselstrategie für touristische Infrastruktur, Linie 1 zu Zugänglichkeit, sicherer Mobilität und Anbindung.
Gemeldet wurde die Zusage am 29. Dezember 2025, im BOC (Amtsblatt der Kanaren) fand die Recherche keinen Eintrag. Verbucht ist das Geld unter der Haushaltsstelle 16.05.432B.760.04 und dem Projekt 247G0179.
Rechnerisch ergibt das rund 37.300 Euro je Haltestelle. Das ist eine eigene Rechnung, einen offiziellen Preis pro Häuschen hat niemand veröffentlicht.
Offen ist auch, wer die Häuschen nach dem Bau unterhält. Angaben dazu liegen nicht vor.
Warum dauerte das Projekt so lange?
Schon im September 2024 kündigten der Cabildo und Yaiza Überdachungen für 24 Haltestellen an. Noda nannte das damals eine alte Forderung der Gemeinde und der Nutzer.
Dreimal musste die Gemeinde das Dekret seither unterzeichnen, weil die Akte Änderungen und Korrekturen brauchte. Noda sagt, Yaiza habe alles erledigt, um die Akte freizugeben.
Der Bürgermeister hält die heutigen Häuschen für veraltet. Ihr Zustand habe viele Beschwerden von Anwohnern ausgelöst, sagt er.
Einzelne Beschwerden liegen nicht vor. Auch eine Stellungnahme des Cabildo gibt es nicht.
In Costa Teguise hat der Cabildo mehr als 600.000 Euro in 15 Wartehäuschen gesteckt. Ende Dezember 2025 standen die Arbeiten kurz vor dem Abschluss.
Ein Leser kritisierte, das Modell schütze schlecht vor Wind und Sonne und koste fast 40.000 Euro pro Häuschen. Ein Beleg dafür liegt nicht vor.
Was tut sich sonst beim Bus in Playa Blanca?
Auf der Linie 30 nach Playa Blanca sollen zwei neue Busse die durchschnittliche Wartezeit von 30 auf 15 Minuten halbieren. Insgesamt kündigte der Cabildo am 5. Mai 2026 sechs neue Busse vom Typ IVECO Crossway Line an.
Betancort sagt, in der laufenden Amtszeit seien mehr als 30 neue Busse angeschafft worden. Die Ausschreibung für den neuen Vertrag im Überlandverkehr war für den Sommer angekündigt, ob sie stattfand, ist nicht bestätigt.
Der nächste sichtbare Schritt wäre die Ausschreibung der Wartehäuschen durch den Cabildo. Ein Datum dafür gibt es nicht.