Es gibt Feste, die man gesehen haben muss, um die Kanaren zu verstehen — und San Benito gehört dazu. Zwei Wochen lang verwandelt sich La Laguna, die alte Universitätsstadt im Norden Teneriffas, in eine große Bühne für Folklore, Tradition und das Landleben von einst. In diesem Jahr feiert die Stadt die 80. Ausgabe, mit über 40 Programmpunkten für alle Generationen.

Wer nur einen Tag Zeit hat, kommt am Sonntag: Dann zieht die Romería Regional durch die Gassen der Altstadt — und mit ihr ein ganzer Zug aus geschmückten Ochsenkarren, Trachtengruppen und Musik. Es ist der Moment, in dem sich die ganze Insel in ihrer schönsten Sonntagskleidung zeigt.

Die große Romería am Sonntag

Die Romería Regional de San Benito Abad ist eine der bekanntesten Wallfahrten Teneriffas. Rund 80 carretas — von Ochsen oder Traktoren gezogene, liebevoll geschmückte Wagen — und etwa 40 Folkloregruppen begleiten den Zug. Auf den Karren wird gekocht, gesungen und großzügig geteilt: Wer am Straßenrand steht, bekommt oft ein Stück Wurst, ein Glas Wein oder ein Stück Gofio-Brot gereicht.

Die Teilnehmer tragen den traje de mago, die traditionelle Landtracht der Inseln. Es ist bunt, laut und herzlich — und trotz der Menschenmengen bleibt es ein familiäres Fest, bei dem Einheimische und Gäste selbstverständlich zusammenkommen.

So erlebt man die Romería am besten Früh kommen, bequeme Schuhe und Sonnenschutz mitnehmen, und sich einen Platz an der Strecke durch die Altstadt suchen. Wer mag, zieht selbst eine Trachtenweste oder ein Kopftuch an — willkommen ist jeder.

Was in diesem Jahr neu ist

2026 bindet La Laguna erstmals den Stadtpatron San Cristóbal in die Romería Regional ein; sein Bildnis schließt sich dem Zug an der Kathedrale an. Damit rückt die Feier noch näher an die Geschichte der Stadt selbst. Ehreninsel des Jahres ist Teneriffa — passend zu einem Fest, das die Traditionen der Insel in den Mittelpunkt stellt.

Baile de Magos, Musik und Folklore

Der Auftakt zum großen Wochenende war der Baile de Magos am Freitag: Bei diesem Trachtenball verwandeln sich die Straßen der Altstadt in eine einzige Tanzfläche, in diesem Jahr mit über 650 Tischen. Am Samstagvormittag gibt es zudem einen Baile de Magos für Kinder an der Ermita de San Benito.

Auch sonst ist viel geboten: Die Gruppe Achamán feierte mit der Show „Alma y fuego" ihr 50-jähriges Bestehen, und beim Festival 8 Islas treffen sich Stimmen der kanarischen Volksmusik. Dazu kommen die traditionellen Wahlen der Romera Mayor im Teatro Leal. Das komplette Programm zieht sich über rund zwei Wochen.

Was eine Romería für Besucher bedeutet

Eine Romería ist ursprünglich eine Wallfahrt zu Ehren eines Heiligen — hier des heiligen Benedikt (San Benito Abad). Heute ist sie vor allem ein Fest der Gemeinschaft und der ländlichen Wurzeln: Trachten, Ochsenkarren, kanarische Küche und Live-Folklore. Man muss nichts buchen und nichts bezahlen — einfach hingehen, zuschauen, mitfeiern.

Gut zu wissen An Romería-Tagen sind Teile der Altstadt gesperrt und die Anfahrt ist voll; öffentliche Verkehrsmittel oder ein früher Parkplatz am Rand sparen Nerven. Genaue Uhrzeiten und Routen gibt der Ayuntamiento de La Laguna bekannt und können sich ändern.

Häufige Fragen

Wann ist die Romería de San Benito 2026?
Am Sonntag, den 12. Juli 2026, in der Altstadt von San Cristóbal de La Laguna auf Teneriffa.
Was ist in diesem Jahr neu?
Erstmals ist der Stadtpatron San Cristóbal in die Romería Regional eingebunden; Ehreninsel 2026 ist Teneriffa.
Was ist der Baile de Magos?
Ein Trachtenball in den Straßen der Altstadt, in diesem Jahr am Freitag mit über 650 Tischen; für Kinder gibt es eine eigene Variante.
Was zieht man an?
Viele tragen den traje de mago, die kanarische Landtracht. Pflicht ist das nicht — Besucher sind auch in normaler Kleidung willkommen.
Kostet der Besuch Eintritt?
Nein. Romería und Baile de Magos sind öffentlich und frei zugänglich.

Stand 11.07.2026. Angaben nach Ayuntamiento de La Laguna und Berichterstattung kanarischer Medien. Uhrzeiten, Routen und Programm können sich kurzfristig ändern und erfolgen ohne Gewähr.