Wer Santa Cruz de La Palma kennt, weiß: Diese kleine, würdevoll-karibisch anmutende Hauptstadt hatte lange Zeit alles – außer einem richtigen Stadtstrand. Das hat sich mit der großen Küstensanierung grundlegend geändert. Jetzt, wo der Sand liegt und die Wellenbrecher ihre Arbeit tun, zieht die Stadt nach und macht aus dem 550 Meter langen Küstenabschnitt einen echten Ort zum Bleiben. Die Zahlen, die jetzt auf dem Tisch liegen, zeigen: Es geht nicht um ein paar Handtücher im Sand, sondern um einen durchdachten Mix aus Komfort, Sport und Aufenthaltsqualität.

Konkret sind für den Strandabschnitt unterhalb der Avenida Marítima rund 150 Hamacas und maximal 76 Sombrillas vorgesehen. Dazu kommen sechs fest installierte Service-Kabinen, die über die gesamte Strandlänge verteilt werden – mit Toiletten, Duschen und Umkleiden, also genau das, was einen entspannten Strandtag ohne nasse Badesachen im Auto möglich macht. Hölzerne Zugangswege führen barrierefrei zum Wasser, zwei Rettungstürme sorgen für Sicherheit, und die bereits aufgestellten Papierkörbe zeigen: Die Basisinfrastruktur steht.

Mehr als nur Liegen: Sport und Spiel am Südende

Besonders spannend wird es am südlichen Ende des Stadtstrandes, vor der Casa del Césped. Hier hat das Rathaus ein kleines, aber feines Sportprojekt auf den Weg gebracht: zwei desmontierbare Basketballcourts nach offiziellen FIBA-Maßen – also 28 mal 15 Meter Spielfläche plus einem zwei Meter breiten Umlauf. Die Idee dahinter ist so einfach wie sympathisch: ein saisonales Sportangebot direkt am Strand, integriert in die barrierefreie Wegeführung, ohne den Charakter der Küstenlinie zu verbauen.

Die Projektdokumentation liegt inzwischen bei der Dirección General de Costas y Gestión del Espacio Marítimo der Kanarischen Regierung. Eine Genehmigung steht noch aus, aber das Signal ist klar: Santa Cruz will den Strand nicht nur als Badezone, sondern als vielseitigen Freizeitraum denken. In eine ähnliche Kerbe schlägt die Anfrage für einen offenen Calisthenics-Park, den die Stadtverwaltung ebenfalls bei der Küstenbehörde eingereicht hat. Hier ist der Status allerdings noch unbestätigt – es handelt sich vorerst um eine Absichtserklärung, nicht um ein fertig finanziertes Vorhaben.

Tipp Wer Basketball und Meerluft kombinieren möchte, sollte den Bereich vor der Casa del Césped im Auge behalten – sobald die Genehmigung da ist, dürften die Courts zügig aufgebaut werden.

Die Promenade, die alles verbindet

Was dem Strandprojekt den letzten Schliff gibt, ist die dritte und letzte Phase der Avenida Marítima. Das Teilstück zwischen der Calle Tedote und der Avenida de Las Nieves schließt die Lücke, die bisher den historischen Ortskern vom durchgehenden Paseo getrennt hat. Mit einem Budget von rund 4,4 Millionen Euro, finanziert über den FDCAN-Topf des Cabildo de La Palma, entsteht hier ein zusammenhängender Boulevard, der Altstadt, Promenade und Strand nahtlos miteinander verwebt.

Die Ausschreibung wurde bereits im Herbst 2024 veröffentlicht und das Verfahren ist inzwischen abgeschlossen. Für Einheimische bedeutet das: endlich ein sicherer, attraktiver Fußweg entlang der gesamten Küstenfront, ohne auf den Autoverkehr ausweichen zu müssen. Für Besucher heißt es: vom kolonialen Balkonflair der Altstadt in wenigen Gehminuten barfuß in den Sand – ein kleines Stück Lebensqualität, das man auf La Palma so bisher nicht kannte.

Was der Strand für die Insel bedeutet

La Palma ist nicht Gran Canaria oder Teneriffa – und das ist auch gut so. Die Isla Bonita lockt mit Lorbeerwäldern, Sternenhimmel und einer Ruhe, die auf den großen Nachbarinseln oft schwer zu finden ist. Genau in dieses Bild fügt sich der neue Stadtstrand erstaunlich harmonisch ein. Er ist kein Bettenburgen-Projekt, sondern ein urbaner Treffpunkt für die Menschen, die hier leben, und für jene, die zum Wandern, Sternegucken oder einfach zum Durchatmen kommen.

Seit der Eröffnung hat die Stadt bereits zwei kleine Kioske am Strand etabliert, die Getränke und Snacks anbieten. Zusammen mit den geplanten Sportzonen, den Wassersportmöglichkeiten und gelegentlichen Umweltbildungsaktionen entsteht so ein Ort, der mehr kann als nur baden. Kreuzfahrtpassagiere, die für ein paar Stunden an Land gehen, finden hier ebenso ihr Plätzchen wie Familien aus Los Llanos, die am Wochenende einen Tapas-Tag am Meer einlegen wollen.

Gut zu wissen Die genauen Eröffnungstermine für die Basketballcourts und den Calisthenics-Park hängen von der Genehmigung der Küstenbehörde ab – hier lohnt sich ein Blick auf die Rathaus-Website, bevor du deine Sportsachen einpackst.

Die Zahlen hinter dem neuen Küstengesicht

Hinter dem, was heute so selbstverständlich nach Strand aussieht, steckt ein gewaltiger Kraftakt. Die ursprüngliche Küstensanierung, mit der die Sandbucht zwischen zwei Wellenbrechern überhaupt erst geschaffen wurde, hat der zentralstaatliche Küstenschutz mit mehr als 34 Millionen Euro gestemmt – ein Teil davon aus EU-Fördermitteln. Der Bauauftrag ging an FCC Construcción mit einem Volumen von gut 25,3 Millionen Euro und einer geplanten Bauzeit von 49,5 Monaten.

Die jetzt laufende Möblierung mit Liegen, Schirmen und Servicekabinen ist der letzte Feinschliff, der den Strand von einer technisch beeindruckenden Küstenschutzmaßnahme in einen echten Aufenthaltsort verwandelt. Lokalen Berichten zufolge sollten diese Arbeiten bereits im Frühjahr abgeschlossen sein, sodass der Strand rechtzeitig zur warmen Jahreszeit in voller Pracht dasteht. Die dritte Phase der Avenida Marítima komplettiert das Bild dann endgültig und macht aus dem jahrelangen Großprojekt ein rundes Ganzes.

Häufige Fragen

Wo genau liegt der neue Stadtstrand von Santa Cruz de La Palma?
Direkt an der Avenida Marítima, im zentralen Küstenabschnitt der Hauptstadt, zwischen zwei Wellenbrechern und geschützt durch einen Unterwasserdamm.
Wie viele Liegen und Schirme wird es geben?
Geplant sind rund 150 Hamacas und maximal 76 Sombrillas, verteilt auf den 550 Meter langen Sandabschnitt.
Gibt es am Strand Toiletten und Duschen?
Ja, sechs Service-Kabinen mit Toiletten, Umkleiden und Duschen werden entlang des gesamten Strandes installiert.
Kann man am Stadtstrand Sport treiben?
Absolut. Am Südende sind zwei FIBA-Basketballcourts geplant, und es gibt eine Anfrage für einen Calisthenics-Park – beides vorbehaltlich der Genehmigung durch die Küstenbehörde.
Ist die Strandpromenade schon durchgehend begehbar?
Die letzte Phase der Avenida Marítima zwischen Calle Tedote und Avenida de Las Nieves ist finanziert und ausgeschrieben; nach Abschluss verbindet sie Altstadt, Paseo und Strand lückenlos.

Stand der Informationen: Juli 2026. Die Angaben zu den Basketballcourts und zum Calisthenics-Park basieren auf eingereichten Projektdokumentationen und Genehmigungsanfragen; die endgültige Umsetzung steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die zuständige Küstenbehörde.