t1 Erdbeben im Juli: Schwarm unter dem Teide"/> t1 Erdbeben im Juli: Schwarm unter dem Teide"/>
TENERIFFA · WISSENSCHAFT

641 Erdbeben im Juli: Schwarm unter dem Teide

Auf Tenerife hat das Instituto Geográfico Nacional (IGN) im Juli 2026 insgesamt 641 Erdbeben registriert – fast so viele wie im gesamten Jahr 2025, in dem 740 Beben gezählt wurden. Darüber berichtete Canarias7 am 20. August 2026 unter Berufung auf das IGN. Die seismische Aktivität der Insel liegt demnach seit Februar 2026 über dem gewohnten Niveau.

21. August 2026 · Von Lucía Medina Reyes · 5 Min.
Vulkan Teide, Teneriffa

Foto: Iain Cameron, CC BY 2.0 (Symbolbild).

Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich fast durchweg um Mikrobeben, die von den Menschen meist gar nicht bemerkt werden. Die Zahlen sind Teil der laufenden, routinemäßigen Überwachung des vulkanisch-tektonischen Systems in einer Zone, in der solche Schwärme wiederkehren. Aus den berichteten Daten geht kein bevorstehender Ausbruch und keine Änderung der Alarmstufe hervor; der Teide wird engmaschig vom IGN und vom Instituto Volcanológico de Canarias (Involcan) überwacht.

Was die Zahlen zeigen

Laut Canarias7 verzeichnete das IGN im Juli 2026 auf Tenerife 641 Erdbeben. Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr 2025 waren es 740 Beben. Der Juli allein erreichte also nahezu die Jahressumme des Vorjahres – ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Insel eine Phase erhöhter seismischer Aktivität durchläuft.

Diese erhöhte Aktivität ist kein plötzliches Ereignis: Den Angaben zufolge liegt die mittlere seismische Aktivität der Insel bereits seit Februar 2026 über den zuvor üblichen Werten. Fachleute sprechen daher von einer anomalen, aber beobachteten und eingeordneten Phase.

Wo die Beben auftreten

Der weitaus größte Teil der Beben konzentriert sich auf ein eng umgrenztes Gebiet: 611 der 641 Juli-Beben wurden im Bereich Las Cañadas del Teide lokalisiert, also im zentralen Vulkangebiet der Insel rund um den Teide. Die maximale Tiefe der Beben lag bei etwa 25 Kilometern.

Diese Konzentration in einer bekannten vulkanisch-tektonischen Zone ist für die Fachleute keine Überraschung. Genau dort werden Bewegungen im Untergrund erwartet und seit Jahren systematisch aufgezeichnet.

Winzige Magnituden, meist nicht spürbar

Die Stärke der Beben bewegte sich zwischen 0,2 und 1,9 mbLg. Das sind Mikrobeben, die für Menschen an der Oberfläche in aller Regel nicht wahrnehmbar sind und nur von empfindlichen Messgeräten erfasst werden. Von einer spürbaren Erschütterung des Alltags kann also keine Rede sein.

Auffällig war ein intensiver Schwarm zwischen dem 22. und 24. Juli. Allein am 23. und 24. Juli registrierte das IGN mehr als 380 Einzelereignisse. Solche Schwärme – viele kleine Beben in kurzer Zeit und auf engem Raum – gehören zum typischen Verhalten dieser Zone.

Wie die Fachleute die Zahlen deuten

Ein wesentlicher Grund für die hohe Zahl liegt in der verbesserten Messtechnik: Das Netz ortet heute auch kleinere Beben, die früher unterhalb der Nachweisschwelle lagen und deshalb gar nicht in die Statistik eingingen. Mehr registrierte Beben bedeuten damit nicht automatisch mehr Gefahr.

Zugleich betont Itahiza Domínguez, Direktor des IGN auf den Kanaren, dass die durchschnittliche seismische Aktivität der Insel seit Februar über den Werten liegt, die vor dieser anomalen Phase herrschten (sinngemäße Übersetzung seiner Aussage). Beide Aspekte gehören zusammen: bessere Erfassung – und tatsächlich ein etwas erhöhtes Grundniveau.

Routineüberwachung, kein Zeichen für einen Ausbruch

Für die Einordnung ist der historische Kontext entscheidend. In dieser Zone traten in den vergangenen Jahren wiederholt vergleichbare Schwärme auf – unter anderem 2016, 2019, 2022, 2024 und 2025. Das aktuelle Geschehen reiht sich in dieses bekannte Muster ein.

Aus den vorliegenden Angaben ergibt sich kein Hinweis auf einen bevorstehenden Ausbruch und keine Änderung des Warn- oder Alarmniveaus. Der Teide zählt zu den bestüberwachten Vulkanen Europas; IGN und Involcan verfolgen die Entwicklung kontinuierlich und informieren über die amtlichen Kanäle.

Verlässlich informiert bleiben: Offizielle Quellen wie das IGN und Involcan geben den aktuellen Stand der Überwachung wieder.
Mehr registrierte Beben bedeuten nicht automatisch mehr Gefahr – oft steckt die verbesserte Messtechnik dahinter.
Die allermeisten dieser Mikrobeben (0,2 bis 1,9 mbLg) sind für Menschen nicht spürbar.
Bei Gerüchten in sozialen Netzwerken lohnt der Abgleich mit den amtlichen Mitteilungen.
Richtig einordnen: Die Zahlen sind Teil der laufenden Routineüberwachung des vulkanisch-tektonischen Systems und deuten laut den vorliegenden Angaben nicht auf einen bevorstehenden Ausbruch hin.
Keine Änderung der Alarmstufe: Aus den berichteten Daten geht keine Änderung des Warn- oder Alarmniveaus hervor. Maßgeblich sind allein die offiziellen Mitteilungen von IGN und Involcan.

Zahlen und Fakten

  • 641 Erdbeben auf Tenerife im Juli 2026 (IGN, via Canarias7, 20. August 2026)
  • Fast so viele wie im gesamten Jahr 2025 (740); seit Februar 2026 über dem Normalniveau
  • 611 der Juli-Beben in Las Cañadas del Teide konzentriert; maximale Tiefe rund 25 km
  • Magnituden 0,2 bis 1,9 mbLg – Mikrobeben, meist nicht spürbar
  • Intensiver Schwarm vom 22. bis 24. Juli; über 380 Ereignisse am 23. und 24. Juli
  • Wiederkehrende Schwärme in der Zone (2016, 2019, 2022, 2024, 2025); enge Überwachung durch IGN und Involcan

FAQ

Wie viele Erdbeben gab es im Juli auf Tenerife?
Laut IGN, wiedergegeben von Canarias7, waren es 641 Beben – fast so viele wie im gesamten Jahr 2025 (740).
Wo traten die Beben auf?
611 der 641 Beben konzentrierten sich im Bereich Las Cañadas del Teide, dem zentralen Vulkangebiet der Insel; die maximale Tiefe lag bei etwa 25 km.
Waren die Beben spürbar?
Meist nicht. Die Magnituden lagen zwischen 0,2 und 1,9 mbLg – Mikrobeben, die von Menschen in der Regel nicht bemerkt werden.
Bedeutet das einen bevorstehenden Ausbruch?
Nein. Es handelt sich um Routineüberwachung; aus den Angaben geht weder ein Ausbruch noch eine Änderung der Alarmstufe hervor. Die Zone kennt wiederkehrende Schwärme (2016, 2019, 2022, 2024, 2025).
Warum werden jetzt mehr Beben registriert?
Vor allem, weil die verbesserte Messtechnik heute auch kleinere Beben erfasst. Zugleich liegt die mittlere Aktivität laut Itahiza Domínguez (IGN) seit Februar über den Werten vor dieser anomalen Phase.