GÜÍMAR · TENERIFFA · FESTE

Güímar auf Teneriffa: die Bajada de la Virgen del Socorro am 7. September 2026

Wenn im Valle de Güímar im Osten Teneriffas die Glocken von San Pedro noch vor Sonnenaufgang läuten, beginnt eines der ältesten Volksfeste der Kanaren. Die Bajada de la Virgen del Socorro führt die Marienfigur vom Ortskern hinunter an die Küste — 2026 fällt der große Tag auf Montag, den 7. September, die Subida folgt am Dienstag, den 8. September.

31. August 2026 · Von Lucía Medina Reyes · 5 Min.
Religiöse Prozession (Symbolbild)

Foto: Pofka, CC BY-SA 4.0 (Symbolbild).

Die Fiestas de El Socorro sind kein Festival mit Bühnenplan, sondern eine gewachsene religiöse Tradition, die ein ganzes Tal auf die Beine bringt. Wer hinfahren möchte, sollte wissen, worauf er sich einlässt: frühe Stunden, ein langer Weg zu Fuß und ein Fest, das für viele Familien im Ort eine Herzensangelegenheit ist.

Was in Güímar gefeiert wird

Die Fiestas de El Socorro ziehen sich laut der Veranstaltungsagenda La Agenda über mehrere Wochen: Das Programm 2026 reicht demnach vom 23. August bis zum 19. September. Das Herzstück sind jedoch zwei Tage. Am 7. September wird das Bildnis der Virgen de El Socorro von der Pfarrkirche San Pedro Apóstol im Ortskern hinunter zur Kapelle an der Küste gebracht, am 8. September kehrt es zurück.

Der Weg folgt dem Camino del Socorro und wird üblicherweise mit rund sechs Kilometern angegeben. Ziel ist die Ermita im Küstenweiler El Socorro, unmittelbar an der Playa de Chimisay. Das Portal Web Tenerife führt die Feierlichkeiten als Fiesta de Interés Turístico Regional, also als Fest von regionalem touristischem Interesse.

Eine Geschichte, die vor der Eroberung beginnt

Die Bajada ist ohne die Gründungserzählung der kanarischen Marienverehrung nicht zu verstehen. Der Überlieferung nach fanden Guanchen-Hirten das Bildnis der Jungfrau am Strand von Chimisay an der Küste des Güímar-Tals — und zwar vor der kastilischen Eroberung Teneriffas. Die Tradition datiert den Fund ins späte 14. Jahrhundert; genannt werden Jahre zwischen 1392 und 1401.

Wichtig ist die Einschränkung, die auch Fachbeiträge machen: Ein gesichertes Datum gibt es nicht, die Chronologie beruht auf Überlieferung, nicht auf Urkunden. Später wurde die Figur der Überlieferung zufolge in die Höhle von Achbinico im heutigen Candelaria gebracht, wo sie als Virgen de Candelaria zur Schutzpatronin der Kanaren wurde. Die Ermita de Nuestra Señora del Socorro steht historischen Beschreibungen zufolge in der Nähe jenes Ortes, an dem das Bildnis gefunden worden sein soll. Die Tageszeitung El Día bezeichnete die Romería im August 2026 als die älteste der Kanarischen Inseln.

Der 7. September: vier Uhr morgens, Glocken, ein Weg ans Meer

Der Ablauf des Haupttages ist streng gewachsen. Nach dem von La Agenda veröffentlichten Programm setzt sich um 04:00 Uhr der Ankündigungswagen in Bewegung, begleitet vom traditionellen Glockengeläut im Turm von San Pedro. Um 06:00 Uhr wird die Pilgermesse in der Pfarrkirche San Pedro Apóstol gefeiert; anschließend zieht die Prozession zur Kapelle El Calvario, und die eigentliche Bajada beginnt.

El Día beschreibt einen Zug mit Hunderten von Pilgern, geschmückten Wagen und traditioneller Musik. Am Nachmittag wird in El Socorro die Erscheinung der Jungfrau vor den Guanchen am Strand von Chimisay nachgestellt; La Agenda führt für 19:00 Uhr die Ceremonia de los Guanches auf. Der Tag endet nicht mit der Ankunft: Am Abend wird an der Ermita weitergefeiert und getanzt.

Der 8. September: die Subida und das Spiel um die Mandeln

Der zweite große Tag fällt auf das Fest Mariä Geburt. Laut dem von La Agenda verbreiteten Programm beginnt er um 08:00 Uhr auf der Plaza de San Pedro mit der XIII. sportlichen Blumenspende, der Ofrenda Floral Atlética. An der Ermita folgen um 09:00 Uhr eine Morgenmesse und um 11:00 Uhr das Hochamt mit anschließender Prozession durch den Küstenweiler.

Um 17:00 Uhr wird die Rückkehrmesse gefeiert, dann setzt sich die Subida zurück nach San Pedro in Bewegung. Auf dem Rückweg gehören nach denselben Angaben das Verteilen von Mandeln und das traditionelle Spiel pares o nones — gerade oder ungerade — zum festen Repertoire, ebenso eine Rast im Pabellón de La Tahona, bei der das Gesicht der Figur gereinigt wird, und die Übergabe des Bildnisses an eine Kulturvereinigung an der Stelle La Asomada. El Día verortet das Spiel pares o nones ebenfalls im Bereich La Asomada.

Praktisches: Anreise, Andrang, Respekt

Güímar liegt an der Ostküste Teneriffas, wenige Kilometer von Candelaria entfernt und über die Autobahn TF-1 an den Norden wie den Süden der Insel angebunden. Es handelt sich um eine öffentliche Traditionsfeier, die auf Straßen, Wegen und an der Küste stattfindet; in den ausgewerteten Quellen findet sich kein Hinweis auf einen Eintrittspreis.

Wer die Bajada mitgehen will, sollte sich auf Dunkelheit, festes Schuhwerk und einen mehrstündigen Abstieg einstellen — der Camino del Socorro ist ein Weg, kein Spaziergang. Nehmen Sie Wasser mit, planen Sie den Rückweg vorab und rechnen Sie an beiden Tagen mit vollen Ortskernen. Und bedenken Sie: Das ist zuerst ein religiöser Akt und ein Familienfest, kein touristisches Schauprogramm. Zurückhaltung beim Fotografieren, besonders während der Messen und der Prozession, gehört dazu.

Tipp: Die Bajada startet in der Dunkelheit — die Glocken läuten laut Programm um 04:00 Uhr, die Pilgermesse ist um 06:00 Uhr.
Wer nicht die ganze Nacht durchmachen möchte, kann die Ankunft und die Nachmittagsakte an der Ermita von El Socorro erleben. Feste Schuhe, Wasser und eine Stirnlampe sind auf dem Camino del Socorro sinnvoller als jedes Festivaloutfit.
Bitte beachten: In den ausgewerteten Quellen war zum Redaktionsschluss kein offizielles Verkehrs-, Park- oder Sperrkonzept für die Bajada 2026 veröffentlicht.
Uhrzeiten und Orte stammen aus dem verbreiteten Programm und können sich ändern. Prüfen Sie vor der Anreise die Angaben des Ayuntamiento de Güímar und die offizielle Programmbroschüre. Historische Jahreszahlen zur Erscheinung beruhen auf Überlieferung und sind nicht urkundlich gesichert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bajada: Montag, 7. September 2026, in Güímar, Teneriffa (La Agenda, El Día).
  • Subida: Dienstag, 8. September 2026, zum Fest Mariä Geburt (La Agenda).
  • Gesamtprogramm: laut La Agenda vom 23. August bis 19. September 2026.
  • Strecke: von der Pfarrkirche San Pedro Apóstol über den Camino del Socorro zur Küstenkapelle, üblicherweise mit rund sechs Kilometern angegeben.
  • Status: laut Web Tenerife Fiesta de Interés Turístico Regional; El Día nennt sie die älteste Romería der Kanaren.
  • Eintritt: öffentliche Traditionsfeier; in den ausgewerteten Quellen wird kein Eintrittspreis genannt.

FAQ

Wann sind Bajada und Subida 2026 genau?
Die Bajada findet am Montag, dem 7. September 2026, statt, die Subida am Dienstag, dem 8. September 2026. Beide Termine nennen La Agenda und El Día übereinstimmend für das Jahr 2026.
Wie lang ist der Weg hinunter nach El Socorro?
Die Prozession folgt dem Camino del Socorro von der Kirche San Pedro Apóstol bis zur Kapelle an der Küste; die Strecke wird üblicherweise mit rund sechs Kilometern angegeben.
Was hat das Fest mit den Guanchen zu tun?
Der Überlieferung nach fanden Guanchen-Hirten das Marienbildnis am Strand von Chimisay im Tal von Güímar, noch vor der kastilischen Eroberung. Am Nachmittag des 7. September wird diese Erscheinung nachgestellt.
Gibt es Sonderbusse oder Straßensperrungen?
In den ausgewerteten Quellen war dazu kein offizielles Konzept veröffentlicht. Verbindliche Auskünfte gibt das Ayuntamiento de Güímar; planen Sie die Anreise vorsichtshalber mit Puffer.
Kostet die Teilnahme etwas?
Es handelt sich um eine öffentliche traditionelle Feier im Straßenraum und an der Küste. Ein Eintrittspreis wird in den ausgewerteten Quellen nicht genannt.