Was ändert sich für Urlauber in Adeje?
Der Ayuntamiento (Gemeindeverwaltung) von Adeje hat den Plan de Emergencia Municipal (PEMAD) vorsorglich im Alarmzustand aktiviert. Er tritt um 0.00 Uhr in der Nacht von Samstag auf Sonntag, 8. November, in Kraft.
Die Gemeinde schliesst städtische Sport-, Kultur- und Bildungseinrichtungen, alle Parks und den Agromercado für das Publikum. Veranstaltungen, die sie selbst organisiert oder fördert und die das Unwetter treffen kann, sind abgesagt.
Einrichtungen für wesentliche Dienste bleiben offen, ebenso Räume, welche die Leitung des Notfallplans freigibt. Zu privaten Betrieben wie Hotels, Restaurants oder Ausflugsanbietern sagt die Mitteilung nichts; wer dort gebucht hat, fragt am besten direkt beim Anbieter nach.
Die Einsatzzentrale CECOPAL (Centro de Coordinación Operativa Municipal) ist ebenfalls aktiv. Sie verfolgt die Wetterlage und koordiniert die städtischen Dienste.
Wie viel Regen und Wind sind angekündigt?
AEMET, der staatliche Wetterdienst, hat laut der Gemeinde eine orange Warnung für Regen an den Ost-, Süd- und Westhängen Teneriffas ausgegeben. Dort sind bis zu 100 mm in 12 Stunden möglich.
Für Wind und Gewitter gelten in denselben Gebieten gelbe Warnungen. Die Böen aus Südwest erreichen laut Mitteilung bis zu 70 km/h.
Die Dirección General de Emergencias der Kanarenregierung hat zudem Regenalarm für den gesamten Archipel erklärt. Sie erwartet anhaltende, starke Niederschläge mit bis zu 25 mm in einer Stunde.
Für Wind, Gewitter und Überschwemmungen gilt eine Vorwarnung (prealerta). Als Auslöser nennt die Gemeinde eine atlantische Front im Umfeld des Sturmtiefs (borrasca) Bruna, dessen Name hier nur aus der Gemeinde-Mitteilung stammt.
Was sollten Urlauber und Einwohner jetzt tun?
Die Gemeinde bittet, unnötige Fahrten zu vermeiden. Wer fahren muss, prüft vorher den Strassenzustand, bleibt auf Hauptstrassen, fährt langsamer und hält mehr Abstand.
Barrancos (Schluchten) mit Wasser, überflutete Strassen, geflutete Unterführungen und überspülte Brücken soll niemand queren, weder zu Fuss noch im Fahrzeug. Auch parken sollte man nicht in Bachbetten oder tiefliegenden Zonen, selbst wenn sie trocken sind.
Zu Hause empfiehlt die Gemeinde, Abflüsse, Dachrinnen und Sinkkästen zu prüfen, aber ohne Risiko. Türen und Fenster gehören geschlossen, Blumentöpfe, Terrassenmöbel und andere lose Gegenstände werden gesichert oder hereingeholt.
Während des Unwetters soll niemand auf Dächer oder Flachdächer steigen. Dringt Wasser ein, geht man nicht in Keller oder Garagen und nutzt den Aufzug nicht.
Abstand halten sollte man von maroden Fassaden, Gesimsen, Mauern, Gerüsten, Kränen, Werbetafeln und Bäumen. Hänge, Berghänge und Klippen meidet man wegen Steinschlaggefahr.
Was prüfen die Dienste, und wen erreicht man im Notfall?
Die städtischen Dienste überwachen verstärkt die Küste, Barrancos und deren Mündungen, Unterführungen und überflutungsgefährdete Zonen. Sie kontrollieren ausserdem Bäume, Strassenmobiliar und Container.
Auch temporäre Aufbauten stehen auf der Prüfliste, etwa Zelte, Bühnen, Gerüste und Kräne. Das zeigt, wo die Gemeinde bei Wind die grössten Risiken sieht.
Bei einem Notfall ruft man die 112 und nennt genau Ort und Geschehen. Die Nummer ist laut Gemeinde nur für Notfälle gedacht.
Für Rückfragen sind Policía Local und Protección Civil (Katastrophenschutz) unter 922 747 206 und 922 716 508 erreichbar. Informationen gibt es unter 012.
Ist ein solcher Plan für Adeje ungewöhnlich?
Adeje hat seinen Gemeindeplan schon früher aktiviert, so am 23. Februar 2020 wegen Wind. Damals blieben Barranco del Infierno, Agromercado, Parks und Friedhof zu, Verletzte gab es laut Bericht keine.
Im März 2026 diente beim Sturm Therese die Sporthalle El Galeón als Notunterkunft des Roten Kreuzes. Laut Berichten begann sie mit 60 Plätzen, wuchs auf 70, und 52 Personen waren am Tag selbst dort.
Eine vorsorgliche Aktivierung ist auf den Kanaren üblich. Nach Medienberichten tat dies Santa Cruz de Tenerife im März 2024 schon bei einer Vorwarnung wegen Regens, ein Hinweis auf Schäden ist sie also für sich genommen nicht.
Eine Woche zuvor, am 2. November, galten laut Berichten orange Warnungen für La Palma, La Gomera und El Hierro. Teneriffa stand damals unter gelber Regenwarnung mit 15 bis 20 l/m² pro Stunde.
Was ist noch offen?
Ein Ende des Notfallplans und der Warnungen nennt die Gemeinde nicht. Sie will über Website, Gemeinderadio und soziale Netzwerke informieren, aber ohne Termin.
Die Warnwerte von orange, 100 mm und 70 km/h stehen in dieser Recherche nur in der Mitteilung der Gemeinde. Die Warnseite von AEMET war nicht abrufbar, daher lohnt ein Blick auf der offiziellen Website vor jeder Fahrt.
Ob der Unterricht am Montag, 9. November, ausfällt, ist nicht bekannt. Auch Auswirkungen auf den Flugverkehr und Pläne anderer Gemeinden oder des Cabildo (Inselregierung) sind nicht bestätigt.