Die Tabelle: Platz vier nach acht Monaten
Das INE nennt als meistbesuchte Regionen der ersten acht Monate „Cataluña (14,3 millones y un aumento del 3,9%), Illes Balears (11,8 millones y un incremento del 2,0%) y Andalucía (11,1 millones, un 10,4% más)". Die Kanaren stehen nicht mehr in diesem Satz; im Vorjahresanhang lagen sie mit 10.307.160 kumulierten Ankünften noch 257.195 vor Andalusien.
Der Platztausch ist keine kanarische Niederlage, sondern eine andalusische Aufholjagd: Andalusien gewann kumuliert gut eine Million Ankünfte hinzu, die Kanaren verloren rund 46.500. Eine Ursache nennt das INE nicht — die Statistik zählt nur.
Der Umschwung steckt in einem einzigen Monat
Vor vier Wochen war der Abstand ein Rundungsfehler: Januar bis Juli trennten die Regionen 1.301 Ankünfte. Dann kam der August — Andalusien 2.065.044 Auslandsgäste, 21,3 Prozent mehr als im August 2025, die Kanaren 1.240.248 und 0,35 Prozent mehr.
Das ist weniger überraschend, als es klingt: Der August ist in Andalusien und auf den Balearen Hochsaison, auf den Kanaren nicht. Das INE nennt für den Monat die Balearen als erstes Ziel mit 21,2 Prozent aller Auslandsgäste, vor Katalonien mit 19,4 und Andalusien mit 16,8 Prozent; auf die Kanaren entfielen 10,1 Prozent — unsere Rechnung aus Tabelle 3.
Die Gegenrechnung: eine Saison, die erst beginnt
Eine Achtmonatstabelle ist für die Kanaren nicht das Jahr: Die Inselsaison läuft von Oktober bis März, und genau diese Monate fehlen. Von September bis Dezember 2025 kamen auf die Kanaren 5.384.284 Auslandsgäste, nach Andalusien 4.416.206 — unsere Differenz aus Dezember- und Vorjahresaugustanhang. Im Dezember 2025 allein standen 1.447.097 Ankünfte auf den Kanaren gegen 687.807 in Andalusien und 194.922 auf den Balearen. Die Inseln verdienen ihren Rang im Winter.
Unsere Jahresrechnung: Platz vier bliebe auch im Dezember
Wir haben das Gesamtjahr durchgerechnet — ausdrücklich unsere Arithmetik, keine Prognose des INE. Schreibt man die Ankünfte von September bis Dezember 2025 mit der jeweiligen Achtmonatsrate fort, schließt 2026 mit rund 15,62 Millionen für die Kanaren, 15,96 für Andalusien, 16,03 für die Balearen und 20,83 Millionen für Katalonien. Die Kanaren bleiben Vierter. Ausgaben und Gästetage behandeln wir in eigenen Texten.
Der tatsächliche Abschluss 2025: Katalonien 20.055.316, Balearen 15.708.921, Kanaren 15.691.444, Andalusien 14.466.171 — die Inseln waren 2025 Dritter, 17.477 Ankünfte hinter den Balearen und gut 1,2 Millionen vor Andalusien. Die Fortschreibung unterstellt, dass sich die Achtmonatsraten im Winter wiederholen.
Wie Regierung und Branche das einordnen — Aussagen von vor diesen Zahlen
Zu den heutigen Augustzahlen lag bis zum Erscheinen dieses Textes keine zitierfähige Stellungnahme der kanarischen Tourismusbehörden vor. Dokumentiert ist aber die frühere Deutung. Der Unternehmerverband Exelcan erwartete laut Moncloa.com vom 16. September 2026, „el archipiélago cerrará 2026 ligeramente por debajo del récord de 2025"; der Bericht nennt das „aterrizaje suave, no un frenazo" — sanfte Landung statt Bremsung.
Die Regierung rahmt es ähnlich. Am 22. Januar 2026 erklärte Tourismusministerin Jéssica de León, „el ritmo de crecimiento de plazas tras la pandemia era insostenible a largo plazo y ahora comienza una fase de consolidación y estabilización". In Canarias7 vom 26. September 2026 verschob sie den Maßstab: „No preguntarnos solamente cuánto turismo queremos, sino cuánto valor queremos que genere." Beide Äußerungen liegen vor den heutigen Zahlen.