Die Gegenrechnung: der Kalender und September bis Dezember
Bis Juli lagen die Inseln klar vorn: kumuliert 14,041 gegen 12,301 Milliarden Euro. Der Umschwung ist Kalender — im Monat August entfielen 22,8 Prozent aller Ausgaben internationaler Touristen in Spanien auf die Balearen, nur 12,9 Prozent auf die Kanaren, die ihr Geld im Winter verdienen. Zieht man die Achtmonatswerte von den Jahreswerten 2025 ab, blieben für September bis Dezember 8,113 Milliarden Euro auf den Kanaren und 5,523 Milliarden auf den Balearen — 2,590 Milliarden Abstand, fast das Neunzigfache des heutigen Vorsprungs. Wiederholt sich das Muster, holen die Kanaren Platz zwei bis Dezember zurück. Zwei Einschränkungen: Die Differenz ist unsere Subtraktion über zwei vorläufige Anhänge verschiedenen Datenstands, mit der neu erschlossenen Basis wären es rund 8,135 Milliarden. Und ein Vorjahresmuster ist keine Prognose.
Der Verlust, der nicht mit der Saison zurückkommt
Katalonien liegt kumuliert bei 18,850 Milliarden Euro, 2,512 Milliarden mehr als die Kanaren, und wächst um 11,12 Prozent. Der Abstand entstand im Juli: Im Juni führten die Kanaren noch mit 11,853 gegen 11,811 Milliarden, einen Monat später stand es 15,519 zu 14,041. Dabei gibt dort jeder Tourist 1.316 Euro aus gegen 1.592 auf den Kanaren, bei 5,8 statt 7,9 Tagen: Katalonien gewinnt über die Menge — und legt zugleich beim Wert am stärksten aller großen Zielgebiete zu, plus 6,96 Prozent je Tourist. Eine Ursache nennt INE nicht.
201 Euro am Tag, 7,9 Tage
Die interessanteste Zeile der Tabelle 6 ist nicht die Summe, sondern der Tagessatz: kumuliert 201 Euro pro Person und Tag auf den Kanaren, 5,53 Prozent mehr als im Vorjahr, gegen 202 Euro im spanischen Schnitt, der nur um 2,88 Prozent stieg. Vor einem Jahr betrug der Abstand sechs Euro, 190 gegen 196 — jetzt einen. Dass die Summe dennoch nur um 0,26 Prozent wächst, liegt an der Dauer: 7,9 statt 8,3 Tage. Je Tourist bleiben 1.592 Euro, 12,1 Prozent über dem Landesschnitt und hinter den großen Zielgebieten nur Madrid (1.972 Euro) nach. Die Schwäche steckt in der Menge und der Aufenthaltsdauer, nicht im Wert eines Urlaubstags.
Die revidierte Basis: rund 22 Millionen Euro
Ein Detail erklärt, warum die kanarische Rate nicht zu den Summen passt. Der Anhang vom Oktober 2025 nannte für Januar bis August 2025 in derselben Tabelle 6 genau 16,318 Milliarden Euro; gegen die heutigen 16,338 wären das 0,12 Prozent — INE druckt 0,26. Zurückgerechnet ergibt sich eine Basis von rund 16,296 Milliarden, etwa 22 Millionen weniger als damals veröffentlicht. Die Basis wurde also nach unten bewegt, was 2026 besser aussehen lässt; die balearische blieb unverändert. Revidiert wurde die Basis und damit die Rate, nicht das Niveau: Die 16,338 Milliarden und die 29 Millionen Vorsprung stammen aus demselben Anhang. Zwei Jahresanhänge direkt gegeneinander zu rechnen, geht fehl.
Was dazu gesagt wird — und was nicht
Bis Redaktionsschluss lag keine Stellungnahme einer kanarischen Behörde oder eines Verbands zu diesen Zahlen vor. Der einzige regionale Bericht des Tages kommt aus Mallorca: Ultima Hora meldete am 2. Oktober 2026 für die Balearen 11.084.168 ausländische Touristen und 16,367 Milliarden Euro Ausgaben, ohne die Kanaren zu erwähnen. Die Position der kanarischen Regierung stammt aus der Zeit davor: Am 5. Mai 2026 stellte sie mit dem Verband Exceltur die Impactur-Studie vor, und Consejera de Turismo y Empleo Jéssica de León sprach von „einer Branche, die weiter das BIP anführt, von einem Beitrag, der auf dem Wertzuwachs des Tourismussektors beruht und nicht auf Mengen". Die dort genannten 177 Euro Tagesausgabe sind eine Impactur-Zahl für 2025 und mit EGATURs 201 Euro nicht vergleichbar.