Kanaren: Küstenvorwarnung und Dünung — was noch gilt
Die Regierung der Kanaren hat ab 21:00 Uhr am Dienstag, dem 1. September, die Vorwarnstufe wegen Küstenphänomenen für La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria ausgerufen — die "prealerta por fenómenos costeros". Das geht aus der Mitteilung der Regionalregierung hervor, über die La Provincia und Canarias7 berichteten. Es ist die erste und damit niedrigste Stufe der kanarischen Notfallskala.
Foto: Cole Patrick, CC0 (Symbolbild).
Eine wichtige Einordnung vorweg: Wetterwarnungen laufen ab. Die zugehörige gelbe AEMET-Warnung galt nur kurz und in der Nacht, sie war am frühen Mittwochmorgen bereits ausgelaufen. Die Vorwarnstufe der Regionalregierung funktioniert anders: Sie bleibt bestehen, bis die Behörde sie ausdrücklich aufhebt, und zum Zeitpunkt dieses Textes liegt keine offizielle Aufhebungsmeldung vor. Wer an die Küste will, schaut deshalb besser in die Live-Quelle als in eine Schlagzeile.
Was ausgerufen wurde — und was schon abgelaufen ist
Die Vorwarnstufe wegen Küstenphänomenen trat am Dienstag, dem 1. September, um 21:00 Uhr für drei Inseln in Kraft: La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria. So steht es in der Mitteilung der kanarischen Regierung, über die La Provincia am 1. September 2026 und Canarias7 berichteten.
Parallel dazu hatte AEMET für die Provinzen Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife eine gelbe Warnung wegen Küstenphänomenen aktiviert. Laut der landesweiten Wetterübersicht für Mittwoch, den 2. September, von tutiempo.net galt diese Warnung bis 05:59 Uhr am Mittwoch. Lokale Berichte nennen als Ende Zeiten zwischen 05:00 und 06:00 Uhr derselben Nacht. Welche Minute auch immer stimmt — praktisch bedeutet es dasselbe: Die gelbe AEMET-Warnung umfasste rund neun Nachtstunden und war im Tagesverlauf des Mittwochs nicht mehr in Kraft.
Regionale Vorwarnstufe und AEMET-Warnung sind zwei verschiedene Instrumente und enden nicht auf dieselbe Weise. Die Wetterwarnung hat ein festes Zeitfenster; die Vorwarnstufe wird von der Generaldirektion für Notfälle ausgerufen und wieder aufgehoben. Deshalb kommt der — durchaus übliche — Fall vor, dass die gelbe Warnung längst abgelaufen ist, die Vorwarnstufe aber formal weiterläuft.
Welche Küsten betroffen sind und was die See macht
Laut den von La Provincia aus der offiziellen Mitteilung übernommenen Angaben zielte die Maßnahme vor allem auf die Meereskanäle zwischen La Gomera und Teneriffa sowie zwischen Teneriffa und Gran Canaria und auf die Südostküste von Gran Canaria. Erste Meldungen zu dem Ereignis nannten zusätzlich den Westen Gran Canarias und die Ostküste La Gomeras.
Beschrieben wurden Winde aus Nord bis Nordost von 30 bis 50 km/h mit Böen der Stärke 7 an einzelnen Punkten sowie ein Seegang mit mäßig bis starker Bewegung, stellenweise grober See. Dazu kam Dünung aus Norden von einem bis zwei Metern. Die landesweite Mittwochsübersicht nannte für das Warnereignis Nordostböen von 50 bis 61 km/h in exponierten Lagen.
Die Dünung ist dabei der Teil, den man verstehen sollte. Sie hängt nicht vom Wind ab, den man am Strand spürt: Sie kommt von weit her, läuft in langen, weit auseinanderliegenden Wellen an und kann an einzelnen Küstenabschnitten mit Wucht brechen, auch wenn der Tag an Land ruhig wirkt.
Was eine "prealerta" genau bedeutet
Die kanarische Notfallskala kennt drei Stufen: prealerta, alerta und alerta máxima — Vorwarnstufe, Warnstufe und höchste Warnstufe. Die Vorwarnstufe ist die erste und niedrigste. Sie bringt keine automatischen Sperrungen oder Einschränkungen mit sich, sondern bedeutet erhöhte Wachsamkeit: Die Einsatzdienste werden in Bereitschaft versetzt, und an die Bevölkerung in den betroffenen Zonen geht ein Hinweis zur Vorsicht.
Anders gesagt: Eine Vorwarnstufe wegen Küstenphänomenen ist kein ausgerufener Sturm. Sie ist der Hinweis, dass das Meer an bestimmten Küstenabschnitten gefährlich sein kann und dass man Pläne am Wasser anpassen sollte — nicht, dass man den Urlaub absagen müsste. Wer sie dramatischer liest, als sie gemeint ist, nimmt den Warnungen die Glaubwürdigkeit, bei denen es wirklich darauf ankommt.
Der Rest der Woche: Wolken, etwas Regen, weniger Hitze
Für Donnerstag, den 3. September, deutet die von Diario de Avisos wiedergegebene AEMET-Vorhersage auf wechselnde bis dichte Bewölkung am Vormittag hin, mit möglichem schwachem bis mäßigem, zeitweiligem Regen im Norden. Am Nachmittag wäre Regen eher in den mittleren Lagen wahrscheinlich, zum Tagesende hin klart es auf der Südseite auf. Teneriffa und der Norden Gran Canarias werden dabei am häufigsten genannt.
Die Höchstwerte sollen leicht bis mäßig zurückgehen, in den Medianías deutlicher; genannt werden bis zu 29 Grad auf Teneriffa und 28 Grad in Las Palmas de Gran Canaria. Der Wind wehe schwach aus Nord, drehe auf Nordost und frische ab Mittag auf, mit zeitweise starkem Wind an der Südostküste und im äußersten Nordwesten sowie Brisen an der Westküste.
Für Freitag berichtet Canarian Weekly von anhaltend wechselnder Bewölkung und einzelnen weiteren Schauern, besonders auf Teneriffa, bei Nordwinden, die auf den Westinseln an Kraft verlieren. Zum Thema Calima ist in den Berichten von warmem Wetter mit Saharastaub im Archipel und der Möglichkeit von über 35 Grad an Punkten Gran Canarias die Rede; eine verlässliche, konkrete Calima-Vorhersage für Donnerstag auf den Ostinseln haben wir nicht gefunden und behaupten sie deshalb nicht.
Und dann kommen die Springtiden zum Pino-Fest
Es gibt einen zweiten Grund, in diesen Tagen aufs Meer zu schauen, und der ist nicht meteorologisch. Laut eldiario.es Canarias Ahora fallen die Springtiden "mareas del Pino" 2026 in zwei Zeitfenster: vom 4. bis 8. September und vom 19. bis 23. September, mit den Höhepunkten um den 5. und 6. sowie den 20. und 21. September.
Springtiden vergrößern den Abstand zwischen Hoch- und Niedrigwasser. Für sich genommen sind sie nicht gefährlich, doch zusammen mit Dünung verändern sie das Bild eines vertrauten Strandes: Naturbecken füllen sich schlagartig, Felszonen stehen früher unter Wasser als erwartet, und Wellen erreichen Stellen der Promenade, an die sie sonst nicht kommen. Genau diese Überlagerung — Springtide plus Norddünung — ist es, auf die Behörden üblicherweise hinweisen.
Wer baden will, wählt einen Strand mit Rettungsschwimmerdienst und richtet sich nach der Flagge. Die Flagge bewertet genau diesen Strand in genau diesem Moment — das kann kein allgemeiner Wetterbericht leisten.
Die zugehörige gelbe AEMET-Warnung ist in der Nacht zum Mittwoch, dem 2. September, ausgelaufen.
Eine offizielle Aufhebung der regionalen Vorwarnstufe lag beim Verfassen dieses Textes nicht vor — das ist aber keine Bestätigung, dass sie noch aktiv ist: Bitte an der offiziellen Quelle prüfen.
Die Wind- und Seegangswerte stammen aus Presseberichten über die offizielle Mitteilung und den AEMET-Bericht, nicht aus eigener Messung.
Die wichtigsten Fakten
- Vorwarnstufe wegen Küstenphänomenen, ausgerufen von der kanarischen Regierung ab 21:00 Uhr am Dienstag, 1. September 2026, für La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria (Mitteilung der Regionalregierung, via La Provincia und Canarias7).
- Genannte Zonen: die Meereskanäle La Gomera-Teneriffa und Teneriffa-Gran Canaria sowie die Südostküste von Gran Canaria (La Provincia, 1. September 2026).
- Beschriebene Bedingungen: Wind aus Nord bis Nordost 30 bis 50 km/h mit Böen der Stärke 7; bewegte bis stark bewegte See, stellenweise grobe See; Norddünung von 1 bis 2 Metern (La Provincia).
- Gelbe AEMET-Warnung wegen Küstenphänomenen in Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife, gültig bis 05:59 Uhr am Mittwoch, 2. September; Nordostböen von 50 bis 61 km/h in exponierten Lagen (tutiempo.net, Übersicht vom 2. September 2026).
- Donnerstag, 3. September: wechselnde Bewölkung und zeitweise schwacher Regen im Norden, leicht bis mäßig sinkende Höchstwerte, bis zu 29 Grad auf Teneriffa und 28 Grad in Las Palmas de Gran Canaria (AEMET via Diario de Avisos).
- Springtiden "mareas del Pino" 2026: 4. bis 8. und 19. bis 23. September, Höhepunkte am 5./6. und 20./21. September (eldiario.es Canarias Ahora).
FAQ
- Gilt die Vorwarnstufe heute noch?
- Wir haben weder eine offizielle Aufhebungsmeldung noch eine Bestätigung der Fortdauer gefunden. Eine Vorwarnstufe bleibt bestehen, bis die Behörde sie ausdrücklich aufhebt. Prüfen Sie den Stand über die Kanäle der kanarischen Regierung und des 112, bevor Sie sich auf eine Schlagzeile verlassen — auch auf diese.
- Und die gelbe AEMET-Warnung?
- Die hatte ein festes Zeitfenster: laut der Mittwochsübersicht bis 05:59 Uhr am 2. September, wobei lokale Berichte das Ende zwischen 05:00 und 06:00 Uhr ansetzen. Es war eine nächtliche Warnung von rund neun Stunden, sie ist abgelaufen. Neue Warnungen können jederzeit ausgegeben werden.
- Welche Küsten waren genannt?
- Vor allem die Kanäle zwischen La Gomera und Teneriffa und zwischen Teneriffa und Gran Canaria sowie die Südostküste von Gran Canaria. Erste Meldungen nannten zusätzlich den Westen Gran Canarias und die Ostküste La Gomeras.
- Wie ernst ist eine Vorwarnstufe?
- Sie ist die niedrigste der drei Stufen der kanarischen Skala: prealerta, alerta, alerta máxima. Sie bedeutet Wachsamkeit und Vorsicht in bestimmten Zonen — keine automatischen Einschränkungen und keine Strandsperrungen.
- Was raten die Behörden bei Küstenereignissen?
- Zu den Selbstschutzhinweisen, die die kanarische Regierung über das 112 verbreitet, gehören: nicht auf Molenköpfe, Wellenbrecher oder in die Brandungszone gehen; bei starkem Seegang keine Fotos oder Videos direkt am Wasser machen; nicht an Stränden mit roter Flagge, starker Strömung oder ohne Aufsicht baden; Wassersport in Zonen mit Dünung aussetzen; nicht am Strandsaum campieren; und bei jedem Vorfall die 112 anrufen.
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